Ein spannendes Jahr neigt sich dem Ende. Unsere Redaktion verabschiedet sich aus dem Newsroom. Aber keine Sorge – im März kommt schon der nächste Jahrgang und versorgt Euch weiter mit Lokalnachrichten und Geschichten aus Hamburg.

Unser Jahr bei FINK.HAMBURG ist vorbei. Doch bis zum Masterabschluss ist es noch etwas hin. Spannende Projekte warten auf uns. FINK-Redakteur*innen erzählen, was sie im Newsroom erlebt haben und wie es jetzt für sie weitergeht.

Top vorbereitet ins Berufsleben

Was anfänglich für uns eine Spielwiese war, ist uns allen sehr ans Herz gewachsen: FINK.HAMBURG war immerhin unser Nest. Jetzt sind wir flügge geworden und ich glaube, das Onlinemagazin und der Studiengang Digitale Kommunikation haben uns sehr gut auf das Berufsleben vorbereitet. Ich habe aber nicht nur gelernt, wie man in die Tüte spricht oder den perfekten Podcast schneidet. Vielmehr sind wir ein Team geworden, das zusammengehalten hat – auch außerhalb des Newsrooms.

Für mich geht es jetzt erst mal für ein halbes Jahr in die Unternehmenskommunikation bei Beiersdorf. Jedoch nicht, weil ich den Journalismus satthabe, sondern weil ich auch die andere Seite kennenlernen möchte. Wer weiß, wo man am Ende landet.

Tschüss, Komfortzone

Für mich war das Newsroom-Jahr ein großer Schritt heraus aus der eigenen Komfortzone. In meiner studentischen und beruflichen Vergangenheit hatte ich wenig bis keine Berührungspunkte mit dem Journalismus. Einzig ein großes, persönliches Interesse.

Ein Jahr lang, fünf Tage die Woche, gemeinsam mit 25 Kommiliton*innen Themen suchen, recherchieren, raus gehen, Meinungen bilden und Texte schreiben – das war für mich ein Abenteuer. Auch wenn ich die stickige Luft und die ungewaschenen Kaffeetassen nicht vermissen werde, bin ich etwas traurig, dass die Zeit im Newsroom nun vorbei ist. FINK.HAMBURG wurde zu meiner neuen Komfortzone. Jetzt heißt es wieder Tschüss, Komfortzone. Rein in neue Abenteuer.

Ich freue mich auf die Projekte, die vor mir liegen: Ohne Pause geht’s bei mir im Februar direkt weiter bei Otto Group Digital Solutions, wo ich Berufserfahrung im Performance Marketing sammeln darf.

Jetzt geht’s erst richtig los

Redaktionskonferenz, Social- und Site-Kritik, Praxisworkshop zur Podcast-Produktion, Interviewtraining und danach noch ein bisschen an der Reportage arbeiten: Ein normaler Tag im Newsroom. Für mich eine neue wunderbare Welt.

Die Zeit war ein Kontrast zu meinem Bachelor-Studium. Statt langweiliger Monologe in Vorlesungen und 120 Minuten-Klausuren mit 250 Kommiliton*innen gab es im Newsroom die Praxis, die mir gefehlt hat. Auch wenn die Zeit manchmal weggerannt ist, der Text nach dem dritten Mal überarbeiten nichts werden wollte oder Audition nach stundenlanger Arbeit abgestürzt ist, war immer jemand da, der einem helfen konnte und unterstützt hat.

Es fühlt sich an, als wären wir erst vor ein paar Wochen in den Newsroom gezogen. Gerade erst sind wir zu einer Familie geworden, schon müssen wir uns wieder verabschieden. Das Schöne ist jedoch, dass es gar nicht vorbei ist. Jetzt geht es erst richtig los. In meinem Projekt packe ich in der PR- und Marketingabteilung vom Bucerius Kunstforum mit an.

Der schönste Beruf, den es gibt

Das Jahr im Newsroom hat mich wieder einmal darin bestätigt, dass der Journalismus genau das ist, was ich machen will. Themen erspüren, recherchieren, raus gehen, Protagonist*innen suchen, fragen, beobachten, hören, sehen, notieren, Geschichten erzählen – mehr denn je weiß ich: Journalist zu sein, ist der schönste Beruf, den es gibt.

Meine Erfahrungen vor FINK.HAMBURG haben sich auf Printredaktionen beschränkt, ich habe das Fach ganz Old School kennengelernt. Mit Stift und Block. Heute fühle ich mich für den Onlinejournalismus gewappnet. Ich habe das Fotografieren für mich entdeckt, kann halbwegs seriöse Videobeiträge produzieren, weiß jetzt wie man Illustrator, Premiere und Excel öffnet, durfte einen Podcast aufnehmen und sogar erste Flugerfahrungen mit der Drohne sammeln.

Für mich geht es im März drei Monate nach Berlin in die Redaktion von „11Freunde“. Über Fußball schreiben – Online versteht sich. Was gibt es Schöneres?

Woooohoooo!

Was ein Ritt: Ich vergleiche das Jahr im Newsroom gerne mit einer Achterbahnfahrt. Ich erinnere mich noch gut an den Start, als wir uns, die HAW und den noch jungen Studiengang kennenlernten. Nachdem wir FINK.HAMBURG im April dann endlich auf neue Beine gestellt hatten, war es Redaktionsalltag pur! Und zwar mit allem was auch eine Achterbahnfahrt mit sich bringt: hohes Tempo, manchmal Gegenwind, kaum Langeweile, etwas Überforderung und viel Spaß.

Es ist etwas Besonderes, in einem derart heterogenen Team so zusammenzuwachsen und jeden Tag aufs Neue bereitwillig voneinander zu lernen. Immer wieder tauschten wir uns über das aktuelle Weltgeschehen aus und was die Medien daraus machen. Ich fühle mich gerade dadurch auf die schnelllebige, digitale Medienwelt vorbereitet.

Mein Alltag in den kommenden Monaten wird aus freiberuflicher Arbeit als Autor, Grafikdesigner und Fotograf bestehen. Und mich erwarten zwei Projekte – vermutlich in einer Redaktion und in einem Social Business.

Apropos Achterbahnfahrt: Ich bin mir sicher, dass wir allesamt nach diesem Ritt wieder sicher und gut gelaunt bei FINK.HAMBURG aussteigen. Und dann geht’s gleich weiter in die nächste Runde.

Macht’s gut, und danke

Bevor ich Teil der größten Lokalredaktion Hamburgs wurde, wusste ich, dass ich das journalistische Handwerk erlernen wollte. Trotz verschiedener Praktika in Online-Redaktionen, war ich mir aber unsicher, ob ich das auch kann.

Jetzt weiß ich, dass ich es kann – und noch viel mehr. Ich habe in diesen zwei Semestern so viel gelernt, dass ich darüber einen eigenen Artikel für FINK.HAMBURG schreiben oder zu jedem Semester einen ganzen Podcast produzieren könnte. Das habe ich zum Glück gemacht. Für mich war es ein Privileg, diese Zeit mit so vielen kompetenten und engagierten Leuten teilen zu können und ich werde sie alle vermissen.

Zehn Monate lang wusste ich jeden Tag, fünf Tage die Woche, wo ich mich befinden werde und trotzdem war kein Tag wie der vorige. Jetzt muss ich mit diesem Abschied erstmal klarkommen. Aber jeder Abschied ist auch ein Neubeginn. Ab April bin ich Teil des Snapchat-Teams des „Spiegel“ und absolviere dann im Anschluss mein zweites Projekt bei der „Szene Hamburg“. Ich verlasse den Newsroom mit neuen Freunden, einem prallen Paket Erinnerungen und der Gewissheit, dass ich mir den besten Masterstudiengang überhaupt ausgesucht habe.

Sitzengeblieben, aufgestanden

Im März 2018 trat ich meinen Dienst im Newsroom an. Damals hatte ich mein Bachelorstudium der technischen BWL an der TU München fast abgeschlossen – bis auf eine Klausur. Ich brauchte natürlich den Bachelorabschluss, bevor ich den Master Digitale Kommunikation studieren konnte. Ein halbes Jahr Schonfrist bekam ich aber an der HAW, um das Zeugnis nachzuzeigen: „Probezeit“ im Sommersemester.

Trotz intensiver Vorbereitung bestand ich ganz knapp die letzte Bachelorklausur nicht. Also musste ich eine einjährige Pause vom Newsroom einlegen. Ein herber Schlag, dem ich heute viel Gutes abgewinnen kann. In der freien Zeit recherchierte ich auf Hamburgs Straßen, begleitete für die „FAZ“ einen Obdachlosen. Dann fand ich einen Job in Berlin, zog in die Hauptstadt. Anfang 2019 verbrachte ich jede freie Minute in der Bib, um mich auf die Klausur in München vorzubereiten. Es stand viel auf dem Spiel. Aber mit großer Unterstützung meiner Liebsten bestand ich die Klausur.

Dann machte ich Praktika, beim „Hessischen Rundfunk“, bei „ZEIT Wissen“ und bei der „Süddeutschen Zeitung“. Nach dem Exit kam der Enter: September 2019 war ich zurück im Newsroom. Moin und Gude, wie man in Darmstadt sagt! Recherche, schreiben, Beiträge bauen, die Arbeit in unserer Redaktion ist ein Traum für mich. Ich wurde mit offenen Armen empfangen, auch an der Tischtennisplatte. Jetzt steht endlich mit Recht in meinem Autorenprofil: Seinen „eher unsportlichen Bachelorabschluss hat er an der TU München gemacht“. Und bald den Master an der HAW Hamburg. Immer einmal öfter aufstehen, als hinfallen.

Titelfoto: Benjamin Eckert

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