Vor dem Michel und im TV: Tausende Fans nahmen am Dienstag Abschied von Jan Fedder. Nach der Trauerfeier ging der letzte Weg für den beliebten „Großstadtrevier“-Schauspieler noch einmal über die Reeperbahn zum Ohlsdorfer Friedhof.

Am Dienstag fand die Trauerfeier für Jan Fedder in der Hauptkirche St. Michaelis statt. Fans, Kollegen und seine Familie verabschiedeten sich von dem Schauspieler, darunter auch Prominenz. Unter anderem waren Hamburgs erster Bürgermeister Peter Tschentscher, TV-Koch Tim Mälzer und Sänger H.P. Baxxter gekommen, um Fedder die letzte Ehre zu erweisen.

Hauptpastor Alexander Röder leitete den Gottesdienst. Er lobte Fedders „großes Herz und seinen Sinn für Gerechtigkeit“. Für Fans war vor der Kirche eine Großbildleinwand aufgebaut. Nach der Veranstaltung im Michel zog ein Trauerkonvoi über die Reeperbahn. Rund 2000 Menschen schlossen sich diesem an, um ihren Abschied zu nehmen. Auch die Schiffe auf Alster und Elbe ließen ihre Hörner zu Ehren von Fedder erklingen.

„Mein geliebter Jan, schlaf gut“

Seine Frau Marion sagte in ihrer Rede: „Es wird nie wieder jemanden geben so wie dich. Hier im Michel haben wir vor 20 Jahren geheiratet. Dass ich dich hier heute beerdigen muss, tut mir unendlich weh.“ Sie verabschiedete sich von ihrem Ehemann mit den Worten: „Du warst meine Familie, mein Mann, mein Fels, mein engster Vertrauter, mein Alles. Nun muss ich dich auf deine letzte Reise schicken, einmal noch über die Reeperbahn – das hast Du dir gewünscht – und dann heißt es schlafen eine lange, lange Zeit. Endlich Ruhe haben und träumen von all den schönen Dingen, die du erlebt hast. Mein geliebter Jan, schlaf gut.“

Viele Hamburger Persönlichkeiten äußerten sich über Fedder. „Er ist ein Riesen-Herzensmensch gewesen. Warm. Und das strahlt er weit über Hamburg hinaus aus,“ sagte TV-Moderator Jörg Pilawa. Hamburger Dragqueen Olivia Jones sagte: „Jan Fedder hat mich mein ganzes Leben lang begleitet. Ich habe seinen Humor geliebt, seine Art und ich liebe auch jetzt, wie er von uns Abschied nimmt.“ Auch Katharina Fegebank (Grüne), Zweite Bürgermeisterin, äußerte sich: „Er hat das Leben genommen, wie es gekommen ist und hat es genossen und war damit sicher für viele von uns auch ein Vorbild.“

Der NDR übertrug die Trauerfeier live, sie kann hier nachträglich angeschaut werden. Fedder starb am 30. Dezember an einem Mundhöhlenkarzinom, einem bösartigen Tumor im Mundbereich. Beerdigt wurde er auf dem Friedhof Ohlsdorf.

Spielbudenplatz soll nach Fedder umbenannt werden

Die CDU will Fedder noch auf eine andere Art ehren: Sie stellte einen Antrag, den Spielbudenplatz in Hamburg nach dem „Großstadtrevier“-Darsteller zu benennen. „Mit Jan Fedder ist eine Hamburger Legende von uns gegangen. Er war einer der ganz großen Volksschauspieler“, sagte CDU-Fraktionschef André Trepoll.

Der St. Pauli Bürgerverein schlug ebenfalls vor, den Spielbudenplatz umzubenennen. Er liegt vor der Davidwache, in der Fedder als Kommissar in der Serie „Großstadtrevier“ tätig war. Der Antrag soll noch Ende Januar in der Bürgerschaft behandelt werden.

ovö/dpa

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