Gehört Pyrotechnik ins Fußballstadion? Die Meinungen dazu gehen auseinander. Der HSV will nun Vorreiter sein und seinen Fans den Einsatz unter kontrollierten Bedingungen erlauben.

Der Hamburger SV will seinen Fans das kontrollierte Abbrennen von Pyrotechnik abseits der Zuschauerbereiche ermöglichen. Das verkündete der Vorstandsvorsitzende Bernd Hoffmann am vergangenen Samstag nach der HSV-Mitgliederversammlung. „Wir befinden uns da in Gesprächen mit den zuständigen Behörden der Stadt Hamburg. Und wir gehen davon aus, dass wir das noch in dieser Saison realisieren können“, sagte er.

Vor den rund 400 anwesenden Mitgliedern hatte der 56-Jährige die aktive Fanszene ausdrücklich gelobt. Zugleich distanzierte sich Hoffmann auch von denjenigen, die durch das unkontrollierte Abbrennen von Pyro andere Zuschauer gefährden: „Um das klar zu sagen: Hier gilt eine absolute Null-Toleranz-Politik.“

Doch Hoffmann betonte auch: „Wir wollen eben auch keine total durchgeplante und durchzertifizierte Liga, in der sich alle in vorauseilender Weise sozial erwünscht verhalten.“ Stimmung und Atmosphäre im Stadion seien „das Rückgrat des Geschäftsmodells Profi-Fußball“.

Vereine zahlen hohe Strafen bei Pyro-Einsatz der Fans

Am 17. Januar verhandelt das DFB-Sportgericht die Einsprüche des HSV und FC St. Pauli gegen jüngst verhängte Geldstrafen: Die beiden Vereine waren vor Weihnachten aufgrund des Einsatzes von Pyrotechnik beim Hamburg-Derby im vergangenen September zu Geldstrafen von 120.000 Euro (St. Pauli) bzw. 200.000 Euro (HSV) verurteilt worden.

Bereits in der Saison 2018/2019 musste der HSV insgesamt 294.150 Euro Strafe zahlen, vor allem wegen Pyro-Einsätzen. Kein anderer Verein musste eine höhere Gesamtstrafe zahlen. Inoffiziell bezeichnen sich einige Fans deshalb sogar als „Randalemeister“.

lzu/dpa
Titelfoto: Andreas Gora/dpa

„Kühlt die Debatte endlich ab!“, findet unser Redakteur Max Nölke. Seinen Kommentar zum Thema Pyrotechnik im Stadion lest ihr hier.

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Lea Zurborg, Jahrgang 1995, geht in ihrer Freizeit auf Glitzersockenjagd. Besonders gerne trägt sie die mit dem Pinguinmotiv. Im Norden fühlt sie sich wohl: In Kiel ist sie geboren, nach einem freiwilligen Jahr in der Kultur- und Wissenschaftskommunikation startete sie ihr Biochemie-Studium in Hannover. Wenn man sie nachts weckt, kann sie aus dem Stand über monoklonale Antikörper referieren. Neben dem Bachelor begann sie eine studienbegleitende Journalistenausbildung an der Katholischen Journalistenschule ifp in München. Beim "Ostfriesischen Kurier" und bei den "Kieler Nachrichten" lernte sie unter anderem lokale Berichterstattung sowie Online-Journalismus und setzte ein Multimediaprojekt zum Zustand der Ostsee um. Ins Labor kehrt sie vorerst nicht zurück, erforscht aber ihre neue Heimat Hamburg. Kürzel: lzu

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