Lern-Plattform Stayschool

Kostenlose Online-Nachhilfe für alle

Tilmy Alazar und Sonja Čupić gehören zum Gründungsteam der Plattform Stayschool. Hier bekommen Schüler*innen kostenlos online Nachhilfe beim Homeschooling. Anmelden kann sich jeder.

„As one we learn“, das ist das Motto von Stayschool. Alle lernen voneinander: Die Lernenden von den Nachhilfelehrer*innen. Diese werden von den Projektleiter*innen beraten, die wiederum untereinander ihr Wissen austauschen.

Im März dieses Jahres ist die Plattform online gegangen. Zum Gründungsteam gehören unter anderem Tilmy Alazar, ehemaliger HAW-Student und Sozialpädagoge, und Sonja Čupić, Master-Studentin für Migration und Diversität an der Universität in Kiel. Die ersten Pläne wurden kurz nach dem Hackathon „Wir versus Virus“ geschmiedet: „Da kam der Drang auf, wirklich was zu tun und aktiv zu werden“, sagt Sonja. Den Hackathon hatten Firmen gemeinsam mit der Bundesregierung ins Leben gerufen.

Kostenlose Nachhilfe: wichtig auch nach Corona

Doch was genau ist Stayschool? „Wir fokussieren uns auf Kinder und Jugendliche, die zu Hause nicht ausreichend Unterstützung bekommen“, erklärt Tilmy. „Bei uns gibt es kostenlose Videonachhilfe von kompetenten Helfer*innen aus ganz Deutschland.“ Bislang (Stand Juni 2020) sind rund 500 User*innen angemeldet. Davon sind etwa 60 Prozent Schüler*innen und 40 Prozent Helfer*innen.

„Das Problem in Sachen Bildungsgerechtigkeit ist nicht das Coronavirus, sondern unsere Gesellschaftsstruktur, die für manche ausgrenzend ist“, sagt Tilmy. „Das war vor Corona so und wird auch danach noch so sein.“ Deswegen sei kostenlose Online-Nachhilfe besonders wichtig, findet der Sozialpädagoge.

Für die Online-Nachhilfe geben die Schüler*innen Schulform, Klassenstufe und Nachhilfefächer an. Die Lehrenden beschreiben, in welchen Fächern und auf welcher Sprache sie ihre Hilfe anbieten können. Außerdem geben sie mögliche Termine im Kalender vor. „All diese Angaben werden von einem Algorithmus verarbeitet“, erklärt Sonja. „Den Kindern werden passende Helfer*innen angezeigt und sie können sich bei einem Wunschhelfer, einer Wunschhelferin einen Termin buchen.“

„Euphorisch, begeistert, ausgelaugt“

Das Kernteam hat sich schnell zusammengefunden: Erst kamen Freund*innen, Kommiliton*innen und Mitbewohner*innen hinzu. Mittlerweile sind auch Helfer*innen außerhalb des Bekanntenkreises dabei. Und das Team wächst weiter. „Wir freuen uns über jede helfende Hand“, sagt Sonja.

„Euphorisch, begeistert, ausgelaugt“, so beschreibt Tilmy die Stimmung im Gründungsteam während der Startphase von Stayschool Anfang März. „Ein bisschen zu überambitioniert“ seien sie schon gewesen. „Das war vor allem an den optimistischen Deadlines zu sehen, die kaum eingehalten wurden“, räumt Sonja ein. „Wir waren im Kopf viel weiter als die Programmierer, die unsere Seite bauen.“

Die Macher von Stayschool haben auch Kontakt zu Flüchtlingsunterkünften. „Die Kinder und Jugendlichen können sich jetzt schon von dort auf Stayschool anmelden“, sagt Tilmy. „Es gibt zudem Ideen für einen geschlossenen Bereich auf unserer Seite, der nur von solchen Einrichtungen genutzt wird.“

Keine Eintagsfliege

Um die Schüler*innen auf der Plattform zu schützen, müssen die Lehrenden am Anfang ein paar Tests durchlaufen. Dazu gehören Mentoring und Telefongespräch mit einem Teammitglied. Auf der Webseite ist zudem ein Notfall-Button platziert. Die Psychologie-Studentin Rosana Sarpeah ist im Stayschool-Team für den Kinderschutz zuständig. Sie ist während der gesamten Nachhilfezeit telefonisch erreichbar.

Die Schüler*innen entscheiden selbst, ob sie ihren eigenen oder einen ausgedachten Namen verwenden. Die Datenschutzerklärung richtet sich direkt an Kinder und Jugendliche, sodass sie leicht verständlich ist. „Die Daten werden nicht an Dritte oder für Werbung weitergegeben“, erklärt Sonja.

Obwohl Corona ausschlaggebend für die Gründung war, soll Stayschool auch nach der Krise als ehrenamtliches Projekt Nachhilfe anbieten. „Wir wollen keine Eintagsfliege sein“, sagt Sonja.

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Mit Barockfrisur und prunkvollem Reifrock: So konnte man Caterina Klaeden, Jahrgang 1995, in der Innenstadt von Passau bewundern. Neben ihrem Medien- und Kommunikations-Studium zeigte sie dort bei mittelalterlichen Schauspielführungen zum Beispiel das Pesthaus oder den Pranger. Beim Yoga kann sie den Kopfstand, am Handstand arbeitet sie noch. Gebürtig kommt Caterina aus dem Harz, dort entdeckte sie ihre Liebe zum Journalismus. Bei der „Goslarschen Zeitung“ leitete sie das Ressort „Junge Szene“. Für die Miniserie „Harz Attack“ berichtete sie unter anderem über ein Survival Camp. Dabei machte sie Feuer mit Feuersteinen, lernte Kräuterkunde und war mit Schlittenhunden unterwegs. Als kleines Kind wollte sie Delfin-Dompteurin werden. Heute bringt sie in ihrem Podcast „Late Night Hate mit Caty“ Leute zum Lachen und greift darin all das auf, was in ihrem verrückten Leben passiert oder sie ärgert, etwa das unterirdische W-Lan an der Uni Passau. Kürzel: cat