Learn2gether ist eine neue Online-Plattform der HAW Hamburg. Hier können sich Studierende zum gemeinsamen Lernen vernetzen. Doch wie Corona-sicher ist das Konzept? FINK.HAMBURG hat nachgefragt.

Viele Studierende verzichten gerade auf Lerngruppen, um ihre Kontakte zu reduzieren. Trotzdem haben die zentrale Studienberatung zusammen mit Studierenden eine Online-Plattform entwickelt, die Menschen auch real zusammenbringen soll. Beteiligt war unter anderem Peer to Peer, ein Team von Studierenden aller Fakultäten der HAW Hamburg, das Kommilitonen im Studium unterstützt. Vor allem die Interessen von Studierenden mit psychischen Belastungen oder chronischen Erkrankungen haben dabei die Initiator*innen im Blick.

Interessierte können online innerhalb ihres Departments nach dem passenden Lernpartner oder der passenden Lernpartnerin für ein bestimmtes Fach suchen. Alternativ finden sie an der gesamten HAW auch fachübergreifend Lernkontakte. Dabei ist das gemeinsame Lernen kein Muss. Studierende können auch selbstständig arbeiten, nachdem sie sich verbindlich über Learn2gether an einem Ort verabredet haben.

Eine Online-Plattform für Teamplayer

HAW-Studierende registrieren sich über die Plattform EMIL bei Learn2gether. Jede*r Teilnehmende kann Gesuche lesen, sobald er oder sie selbst einen Eintrag geschrieben hat. Das Projekt soll Studierende zum Lernen motivieren und ihnen die Möglichkeit bieten, Anschluss zu finden sowie strukturierter zu arbeiten. Die Plattform richtet sich an alle, die lieber im Team lernen als alleine, aber noch nicht die richtige Person dafür gefunden haben.

Fremde vernetzen in Corona-Zeiten

Doch wie Corona-gerecht ist eine Plattform, die Fremde miteinander vernetzt und ein Treffen voraussetzt? Meike Butenob von der Beratung für Studierende mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen sagt dazu: „Die Studierenden müssen sich eigenverantwortlich darum kümmern, unter welchen Voraussetzungen Lernräume in den Fakultäten und in den Bibliotheken aktuell genutzt werden dürfen.“ Daniel Dichte, Mitinitiator des Projekts, ist vom verantwortungsvollen Umgang der Studierenden überzeugt: „Meiner Erfahrung nach gibt es an unserem Campus ein hohes Bewusstsein, sich auch an die verordneten Regeln zu halten.“

„Aktuell sitzen viele unserer Mitstudenten in der Home-Uni“, sagt Dichte. „Der Austausch mit anderen Studierenden hat sich ausschließlich auf Onlineplattformen reduziert. Um so wichtiger ist es, ihnen weiteren Raum zu bieten, sich auszutauschen und Leidensgenossen zu finden.“

Laut Dichte richtet sich das Projekt an Erstsemesterstudierende, die ihre Kommilitonen bisher nur digital kennenlernen konnten. Außerdem solle die Plattform auch Studierenden helfen, die ein Fach wiederholen müssen und daher in ihrem Seminar niemanden persönlich kennen.

Die meisten treffen sich im Netz

Das Projekt verweist nicht ausschließlich auf Online-Treffen, sondern setzt lediglich einen gemeinsamen Lernort voraus. Dennoch finden laut Dichte die meisten Lerngruppen online statt: „Ich prüfe regelmäßig, wie die Studenten unser Angebot wahrnehmen, und das ist fast ausschließlich online über Discord, Teams, Skype und Co“, sagt er. Generell solle aber auch jenen die Chance zum gemeinsamen Lernen geboten werden, die auf Präsenztreffen an der Uni angewiesen sind. Wenn zum Beispiel Literatur oder technische Werkzeuge nur vor Ort genutzt werden können. Wenn die WG viele laute Mitbewohner*innen statt einen optimalen Arbeitsplatz beherbergt oder die Baustelle von nebenan die Konzentration stört.

Titelbild: Katinka Reinke für learn2gether HAW Hamburg

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Mit Barockfrisur und prunkvollem Reifrock: So konnte man Caterina Klaeden, Jahrgang 1995, in der Innenstadt von Passau bewundern. Neben ihrem Medien- und Kommunikations-Studium zeigte sie dort bei mittelalterlichen Schauspielführungen zum Beispiel das Pesthaus oder den Pranger. Beim Yoga kann sie den Kopfstand, am Handstand arbeitet sie noch. Gebürtig kommt Caterina aus dem Harz, dort entdeckte sie ihre Liebe zum Journalismus. Bei der „Goslarschen Zeitung“ leitete sie das Ressort „Junge Szene“. Für die Miniserie „Harz Attack“ berichtete sie unter anderem über ein Survival Camp. Dabei machte sie Feuer mit Feuersteinen, lernte Kräuterkunde und war mit Schlittenhunden unterwegs. Als kleines Kind wollte sie Delfin-Dompteurin werden. Heute bringt sie in ihrem Podcast „Late Night Hate mit Caty“ Leute zum Lachen und greift darin all das auf, was in ihrem verrückten Leben passiert oder sie ärgert, etwa das unterirdische W-Lan an der Uni Passau. Kürzel: cat