Am 26. September ist Bundestagswahl. Das wird auch für einige Hamburger Politiker*innen im wöchentlichen Wechsel bedeuten: „Tschüss Elbe“ und „Hallo Spree“. Aber wie läuft er eigentlich genau ab, der Weg von Hamburg nach Berlin? FINK.HAMBURG hat den Überblick.

2021 ist in Deutschland ein Superwahljahr. Während die Hamburgische Bürgerschaft erst wieder 2025  neu gewählt wird, stehen im Frühjahr bereits Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz an, im Sommer in Sachsen-Anhalt, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern. Auch auf Kommunalebene wird abgestimmt: in Hessen und Niedersachsen. Im großen Finale am 26. September wählen die Berliner*innen das Abgeordnetenhaus und ganz Deutschland den Bundestag.

Von der Bürgerschaft in den Bundestag

Hamburger*innen stimmen in sechs Wahlkreisen für den Bundestag ab:
Hamburg-Mitte, Hamburg-Altona, Hamburg-Eimsbüttel, Hamburg-Nord, Hamburg-Wandsbek und Hamburg-Bergedorf – Harburg.
Abstimmen darf, wer mindestens 18 Jahre alt ist, seit mindestens drei Monaten den Wohnsitz oder sonstigen gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland hat und nicht vom Wahlrecht ausgeschlossen ist. Letzteres betrifft bei Anordnung durch einen Richter Strafgefangene, psychiatrisch Verwahrte, Obdachlose und Menschen mit geistiger Behinderung oder einer Demenzerkrankung.

Momentan sind 17 der 709 Abgeordneten im Bundestag Politiker*innen aus Hamburg (Stand: Februar 2021). Sie waren zunächst in der Hamburger Bürgerschaft aktiv, oder in den Landesvorständen ihrer Parteien. Wer wissen will, wie sich die Kandidat*innen im Bundestag schlagen, kann übrigens alle Reden und gewählten Abstimmungen auf der Seite des Deutschen Bundestages einsehen.

Zwei Wege führen nach Berlin

Über eine Direktkandidatur:

Wer die deutsche Staatangehörigkeit besitzt und über 18 Jahre alt ist, kann über eine Direktkandidatur in einem der 299 deutschen Wahlkreise in den Bundestag kommen. Wichtig dabei: Man muss von einer Partei aufgestellt werden. Das geht auch, ohne Mitglied in dieser zu sein. So können sich auch unabhängige Politiker*innen um ein Direktmandat bewerben. Will keine Partei den*die Kandidat*in aufstellen, muss dieser in einer Unterschriftensammlung mindestens 200 Wahlberichtige des Wahlkreises überzeugen um trotzdem kandidieren zu können. Denn den Platz im Deutschen Bundestag im Parlament erhält schlussendlich der oder die Kandidat*in mit den meisten Erststimmen im Wahlkreis.

Über die Landesliste:

Die zweite Möglichkeit in den Bundestag einzuziehen ist die Landesliste der Parteien. Sie wird bei der Bundestagswahl mit der Zweitstimme gewählt. Landeslisten werden von den Parteien der Bundesländer vor der Bundestagswahl aufgestellt und zählen Kandidat*innen auf, die in den Bundestag einziehen sollen. Je mehr Stimmen bei der Wahl auf die Partei entfallen, desto mehr Kandidat*innen von ihren Landeslisten ziehen ins Parlament ein. Das heißt also: Je höher der Listenplatz der Person, desto besser sind die Chancen auf einen Sitz im Bundestag.

Übrigens kann auch ein*e Direktkandidat*in zusätzlich auf der Landesliste der Partei eingetragen werden, um ohne Wahlkreisgewinn dennoch ins Parlament einzuziehen.

Mehr Plätze im Bundestag durch Ausgleichs- und Überhangsmandate

Es kann vorkommen, dass für eine Partei mehr Direktkandidat*innen ins Parlament gewählt werden, als dieser Partei nach den Zweitstimmen Sitze im Parlament zustehen. Dann spricht man von Überhangmandaten.

Sogenannte Ausgleichsmandate dienen dazu, die Überhangmandate auszugleichen. Damit soll verhindert werden, dass Parteien, die keine oder wenige Überhangmandate bekommen haben, Nachteile haben. Ziel ist dabei immer, dass die Zusammensetzung des Parlaments dem Verhältnis der abgegebenen Stimmen entspricht und somit fair bleibt.

Verkleinerung des Bundestags durch Wahlrechtsreform

Durch Überhang-und Ausgleichsmandate vergrößert sich der Bundestag immer mehr. Damit die Anzahl an Abgeordneten nicht unkontrolliert zunimmt, hat der Bundestag sich im Oktober 2020 auf eine Reform des Wahlrechts geeinigt: Die Zahl der Wahlkreise wird von 299 auf 280 gesenkt, die parteiinterne föderale Sitzverteilung wird geändert, und bis zu drei unausgeglichene Überhangmandate werden zugelassen. Mithilfe dieser Dämmungsmaßnahmen soll bei der Bundestagswahl 2021 eine weitere Vergrößung des Bundestags vehindert werden.

Die wichtigsten Begriffe zur Bundestagswahl

Titelbild: Luisa Werntges

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Bennet Möller, Jahrgang 1995, stand schon mal im Finale einer Deutschen Meisterschaft – im Futsal, einer besonders schnellen Form des Hallenfußballs. Das war 2019, als Bennet noch mit dem Studium der Politikwissenschaft an der Universität Hamburg beschäftigt war. Beim Unternehmen Jungheinrich, berühmt für seine Lagertechnik, arbeitete er in der Kommunikationsabteilung – er saß auch schon mal selbst auf einem Gabelstapler. Für das politische Bildungsforum der Konrad-Adenauer-Stiftung organisierte er Veranstaltungen mit Politikern, Wissenschaftlern und Wirtschaftsleuten. Yuval Noah Hararis „Kurze Geschichte der Menschheit“ ist sein Lieblingssachbuch, und überhaupt liest er lieber, als Fernzusehen. Auch Fußball spielt er lieber selbst, als es auf einem Bildschirm zu verfolgen. Kürzel: bem
Luisa Werntges, Jahrgang 1994, ist abgefahren. Einmal sogar versehentlich nach Luxemburg, statt nach Frankfurt in die Luxemburger Allee. Halb so wild - sie ist gerne unterwegs. Vor allem auf Konzerten, am liebsten Indie, aber auch der Eurovision Song Contest begeistert sie. Auf Sri Lanka hat sie am Goethe-Institut Deutsch unterrichtet. Zwischen Rhein und Ruhr fühlt sich die gebürtige Essenerin so richtig wohl, vor allem im familieneigenen Café “Werntges Traumtorten”. Studiert hat Luisa English Studies und Deutsch als Fremd- und Zweitsprache. Beim WDR war sie für den Teletext, die Website und Instagram verantwortlich und in Bonn hat sie das Campus TV mit gegründet. In ihrer Freizeit steht Luisa gern vor der Kamera: als Statistin bei Netflix für “How to sell drugs online (fast)”. Kürzel: luw
Freudenstadt behauptet von sich, den größten Marktplatz Deutschlands zu haben, genau wie Stade. Was Stade definitiv fehlt: Es war nicht seit 1997 das Zuhause von Lorenz Jeric. Er liebt die Ćevapčići seines slowenischen Großvaters, kocht selbst aber am liebsten Käsespätzle. Nach 13 Jahren Waldorfschule zog er nach Hamburg, um einen Bachelor in Medien- und Kommunikationswissenschaft zu machen. Dabei lernte er, dass er es nicht leiden kann, Filme wissenschaftlich zu betrachten, obwohl er sie liebt. Wenn er nicht grade für eine kleine Kommunikationsagentur textet, spielt er gerne am Grindelhof Tischtennis oder fährt mit seinem Campervan Richtung Norden, möglichst ans Wasser. Zusammen mit Freunden produziert er schon seit 2017 den Podcast „Unfertig“, in dem wenig über Gott und viel über die Welt gesprochen wird. Kürzel: loc
Zwei Dinge hat Kim Juliana Sichert, Jahrgang 1995, immer in ihrer Tasche, wenn sie unterwegs ist: Tic Tacs und Salz. Neben ihrer Vorliebe für die kleinen Bonbons und salziges Essen hat sie ein Faible für Pferde und Fußball. Lange war sie leidenschaftliche Reiterin, jahrelang hatte sie sogar ein eigenes Pferd. Heute jubelt Kim ihrem Heimatverein Hannover 96 von der Tribüne aus zu – in Hamburg darf es auch St. Pauli sein. Nach dem Abi hospitierte sie beim Bürgerradio „Leinehertz“, produzierte etliche Beiträge und Live-Schalten und berichtete auch über Fußball. Im Anschluss studierte sie Journalismus in Magdeburg. Für ihr Auslandspraktikum verschlug es Kim drei Monate nach Afrika, wo sie eine Radiostimme von Hitradio Namibia wurde. Zum Radio würde sie gerne zurück: Das darf dann auch eine Station im regnerischen Hamburg sein. Kürzel: kis
Es gibt keine Zeile im Film „My Fair Lady“, die Aniko Schusterius, Jahrgang 1996, nicht fehlerfrei mitsprechen kann. Trotz dieses Talents, zehn Jahren Gesangsunterricht und ihres großen Interesses für Musicals hat sich die Berlinerin letztlich gegen eine Bühnen-Karriere entschieden. Nach dem Abitur arbeitete sie als Regie- und Produktionsassistentin in verschiedenen Kindertheatern. Dort musste sie unter anderem lernen, dass Luftballons auf einem Straßenfest eine hochkomplexe bürokratische Hürde darstellen können. Während ihres Bachelors in Theaterwissenschaften und Niederlandistik lebte sie ein halbes Jahr in Groningen. Dort fühlte sie sich wegen des entspannten Lifestyles wohl, und auch, weil sie mit ihren 1,82 Meter das erste Mal nicht auffiel. Für die „Berliner Zeitung“ veröffentlichte sie erste Kolumnen. Auch mit Radio kennt sie sich aus: An der „Frankfurter Hörfunkschule“ lernte sie texten und einsprechen. Vor dem Start an der HAW sammelte Aniko noch mehr Medien-Erfahrung durch Praktika bei „Radioeins“ und beim Fernsehkanal der „Welt“ in Berlin. Dort lauerte sie auch schon mal frühmorgens vor einem Hotel, um Gesundheitsminister Jens Spahn einen O-Ton zu entlocken. Kürzel: ans

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