Ein Lotsenschiff fährt über die Elbe, im Hintergrund ist die Elbphillharmonie zu sehen.
Die Hamburger Wirtschaft erhofft sich wieder im Jahr 2022 wieder viele Besucher:innen von außerhalb. Foto: eelias/Unsplash

Vertreter:innen aus Wirtschaft, Handwerk, Industrie und Finanzen stellten am Montagabend im Hamburger Übersee-Club ihre Prognosen für das Wirtschaftsjahr 2022 vor. Während die Hafenwirtschaft mit keinem nennenswerten Aufschwung im neuen Jahr rechnet, blickt die Tourismus-Branche der Zukunft optimistisch entgegen.

Der Unternehmensverband Hafen Hamburg (UVHH) erwartet eine wirtschaftliche Stagnation im gerade begonnenen Jahr. 130 Millionen Tonnen Seegüter werden voraussichtlich im größten deutschen Seehafen 2022 umgeschlagen werden. Damit werde man in etwa das Niveau des vergangenen Kalenderjahres erreichen. Das gab Gunther Bonz, Präsident des UVHH am Montagabend bekannt.

„Wir werden gerade in Deutschland auch dieses Jahr noch weitgehend von der Pandemie bestimmt sein“, sagte er im Übersee-Club. Der Verein möchte seit seiner Wiedergründung 1948 den Austausch von Wirtschaft und Wissenschaft fördern und veranstaltet zu diesem Zweck das jährliche Treffen. 2021 lag das Handelsvolumen des Hafens bei 136,6 Millionen Tonnen. Neben der Corona-Pandemie machte Bonz zudem Probleme in den Lieferketten für das ausbleibende Wachstum verantwortlich. „Die Industrie produziert auch in Deutschland weniger als sie könnte, temporäre Werksstilllegungen wegen Nachschubmangels werden wir auch in diesem Jahr erleben. Dies wird das Volumen im Export dämpfen.“

Tourismus könnte Hamburger Wirtschaft antreiben

Dagegen sieht die Hamburger Tourismus GmbH mehr Grund zum Optimismus. „Hamburg wird auch in diesem Jahr wieder ein starkes Comeback als Sehnsuchtsort für Reisende hinlegen können“, sagte Geschäftsführer, Michael Otremba bei der traditionellen Veranstaltung der städtischen Wirtschaft. Er verwies dabei auf Neuerungen, die zusätzlich Touristen und Geschäftsreisende in die Hansestadt bringen könnten. Neue Theater- und Musicalproduktionen sowie das renovierte Kongresszentrum CCH könnten sich positiv auf den Fremdenverkehr auswirken.

Dieser stellt nach dem Hafen einen der wichtigsten Faktoren für die Hamburger Wirtschaft. Anlass zum Optimismus gebe zudem die Anzahl der verzeichneten Übernachtungen von über einer Million, die im August, September und Oktober 2021 geknackt wurde. Eine Prognose in Zahlen wollte Otremba am Monntag allerdings noch nicht aufstellen. Dazu sei die Dynamik der Pandemie nicht hinreichend einschätzbar, so der Tourismus-Manager. Im Vergleich zum Vor-Corona-Jahr 2019 sei aber erneut mit einem rund 50-prozentigen Einbruch zu rechnen.

jek/dpa