Hamburgs Sportvereine haben so wenig Mitglieder wie zuletzt vor 15 Jahren. Durch die Corona-Pandemie sank die Zahl der Vereinssportler:innen auf unter 500.000. Vor allem Kontaktsportarten und der Fitnessbereich sind betroffen.

Zum ersten Mal seit 2006 liegt die Zahl der Mitgliedschaften in Hamburger Sportvereinen bei unter 500.000. Somit haben sich die Verluste an Mitglieder auch im zweiten Pandemiejahr fortgesetzt. Der Hamburger Sportbund (HSB) teilte nach der jährlichen Bestandserhebung mit, dass sich die Zahl an Mitgliedschaften von 519.876 auf 497.900 reduzierte. Das ist ein Rückgang von 4,2 Prozent.

„Auch im zweiten Jahr der Corona-Pandemie sehen wir leider einen Rückgang der Mitgliedschaften im organisierten Sport in Hamburg. Die Austritte sind bitter“, sagte HSB-Vorstandsvorsitzender Daniel Knoblich. Vor dem Hintergrund des mehrmonatigen Sport-Lockdowns seien die Verluste über alle Mitgliedsorganisationen gesehen „noch moderat, bei einzelnen Vereinen und Verbänden sind das aber drastische Rückgänge, die sehr bedrohlich anmuten“, fügte Knoblich hinzu.

Mittelgroße Sportvereine haben die größten Verluste

Im HSB sind 865 Mitgliedsorganisationen organisiert, davon 790 Sportvereine, 52 Landesfachverbände und 23 Mitglieder mit besonderen Aufgaben wie etwa der Betriebssportverband. Hier sei die Anzahl der Organisationen stabil, hieß es in der Mitteilung des Hamburger Sportbund.

Besonders viele weibliche Mitglieder sind aus den Vereinen ausgetreten. Der Mitgliederverlust zeigt sich vor allem in mittelgroßen Clubs der Stadt mit 3000 bis 15.000 Mitgliedern. Die deutlichsten Rückgänge wurden im Bereich Indoorsport verzeichnet, vor allem im Gesundheitssport, Fitnessbereich, sowie im Kampf- und Tanzsport, wo das Infektionsrisiko am größten ist.

agu/dpa

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Keramik, Textilien bemalen, Blumen trocknen oder Kerzen drehen: Irgendetwas Schöpferisches muss Anna Nguyen, Jahrgang 1993, immer zu tun haben. Bis zu ihrem siebten Lebensjahr lebte sie in Köthen, Sachsen-Anhalt, die ersten fünf Jahre in einem Asylbewerberheim. Mit ihren Eltern verkaufte sie auf der Straße Blumen und Zigaretten. Als Teenagerin lebte sie im Allgäu, kann aber trotzdem nicht Skifahren. Sie studierte in Würzburg und Neu-Ulm, machte einen Bachelor in Informationsmanagement und Unternehmenskommunikation. Nach einem Praxissemester bei einem hiesigen Social-Media-Startup wollte sie dauerhaft nach Hamburg. Bei „Mit Vergnügen“ arbeitete sie als Redakteurin – zwischenzeitlich schrieb sie auch eine Kolumne über die Unterschiede zwischen Süd- und Norddeutschland. Besonders viel Ärger gab es, wenn es darin um Aldi Nord und Aldi Süd ging.