Visualisierung des Holstenareals Altona.
Holstenareal: Zusammenarbeit von Stadt und Adler Group wird geprüft. Foto: André Poitiers (Architekt Stadtplaner RIBA)

Auf dem Gelände der ehemaligen Holstenbrauerei in Altona könnte schon längst neuer Wohnraum entstanden sein. Doch Eigentümer und Investor haben finanzielle Probleme. Der Bezirk hat deswegen alle Planungen gestoppt und will weitere Areale prüfen.

Dr. Stefanie von Berg (Grüne), Leiterin des Bezirksamts Altona, hat sämtliche Maßnahmen für die Bebauung des Holstenareals gestoppt. Das betrifft den Bebauungsplan und den städtebaulichen Vertrag. Grund für den Stopp ist die Vermutung von Seiten des Senats, die Adler Group könne den Bau von mehr als 1000 Wohnungen nicht mehr stemmen.

Die Stadtentwicklungsbehörde überprüft nun, ob die Ziele der Stadt auf den Flächen überhaupt noch umgesetzt werden können, erklärte Stadtentwicklungssenatorin Dorothee Stapelfeldt (SPD).

Immobilienkonzern in erheblichen Schwierigkeiten

Der Adler Immobilienkonzern hatte zuletzt einen Verlust von 1,2 Milliarden Euro ausgewiesen. Diese Summe gilt jedoch nicht als gesichert, da die Wirtschaftsprüfgesellschaft KPMG dem SDax-Unternehmen das Testat für die Geschäftszahlen 2021 verweigert hat.

Die Adler-Group wollte sich auf Anfrage von FINK.HAMBURG zu den Finanzierungsvorwürfen nicht äußern. Sie seien aber im Kontakt mit dem Bezirksamt Altona, um eine Lösung zu finden: „Wir fühlen uns an die Inhalte des städtebaulichen Vertrags gebunden und halten an der Realisierung des Holsten Quartiers fest“, so der Pressesprecher der Adler Group gegenüber FINK.HAMBURG.

Initiative fordert Bürgerbeteiligung

Laut Initiative “Knallt am dollsten” ist der nicht unterschriebene städtebauliche Vertrag zwar ein Schritt in die richtige Richtung, eine Prüfung der finanziellen Mittel aber nicht ausreichend. Der Sprecher der Initative, Theo Bruns, erklärte gegenüber FINK.HAMBURG: „Am effektivsten ist es, den Vertrag als gescheitert zu erklären und die Adler Group zu enteignen.“

Insbesondere das Gemeinwohl und die städtebaulichen Entwicklungsmaßnahmen seien zuletzt vergessen worden. Eine stärkere Bürgerbeteiligung sei hier der richtige Weg. Die aktuelle Situation ist eine einmalige historische Chance das Holstenareal für die kommunale, soziale und klimagerechte Bebauung zu nutzen, so Bruns.

Holstenareal im Preis enorm gestiegen

Auf dem 8,6 ha großem Holstenareal sollten eigentlich rund 1.300 Wohnungen, mit einem Quartierzentrum, Parkanlagen, Büroflächen, drei Kitas und ein Hotel entstehen. Nach dem die Holstenbrauerei 2019 das Gelände verlassen hatte, wurde das Gelände mehrfach weiterverkauft. Durch die Bodenspekulationen vervielfachte sich der Preis des Grundstücks. Die Versuche der Stadt das Gelände zurück zu kaufen, blieben bislang erfolglos.

Neben dem Holsten Quartier setzt die Stadtentwicklungsbehöre die Bebauungsmaßnahmen auf weiteren Arealen aus. Betroffen sind das Gelände Am Haken in Rothenburgsort sowie das Neue Korallusviertel in Wilhelmsburg und zwei weitere Arealen in Hamburg-Harburg.

grü

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