Schwimmer in Hallenbad
Personalmangel in Hamburger Frei- und Hallenbädern – die Freibad-Ampel soll den Badengästen einen besseren Überblick verschaffen. Foto: Marcus Ng/Unsplash

Bei Bäderland in Hamburg herrscht Personalmangel. In Hallen- und Freibädern muss das Unternehmen sein Angebot reduzieren. Um als Badegast einen Überblick zu behalten, gibt es nun die Freibad-Ampel.

In Hamburger Frei- und Hallenbädern herrscht derzeit Personalmangel, weshalb nicht jedes Bad wie gewohnt geöffnet hat. Damit Hamburger*innen in ihren Sommerferien aber wissen wo und wann sie baden gehen können, hat der Betreiber Bäderland auf seiner Internetseite jetzt eine Freibad-Ampel eingerichtet. Die tagesaktuelle Übersicht gibt Auskunft über die jeweiligen Angebote. Zudem informiert die Internetseite über Öffnungen und Schließungen und bietet einen Ausblick für den nächsten Tag, so ein Unternehmenssprecher.  

Die Ampel ist auf der Startseite vom Bäderland zu finden. Aufgrund der deutlichen Veränderungen des Normalangebots möchte das Bäderland seinen Gästen so die Möglichkeit geben, sich Tagesaktuelll zu informieren. Die Ampel ermögliche den Gästen im Voraus abzusehen, welche Standorte wann und wie geöffnet und welche Angebote aktuell nutzbar sind, teilte ein Sprecher mit. 

Reduziertes Angebot im Bäderland

Grund für die Reduzierung sind Krankheitsfälle wegen Corona, zu wenig Aushilfen und Personal, welches bereits an Schwimmkurse gebunden ist. Ziel ist es, die Freibäder während der Sommerferien geöffnet zu halten. Einschränkungen werde es teilweise bei den Öffnungszeiten geben. Einige Hallenbäder in unmittelbarer Nähe von Freibädern bleiben geschlossen.

Die Saunen werden bis Ende August geschlossen sein, um das Personal in Freibädern einsetzen zu können. Das habe sogar einen positive Nebeneffekt: Das Unternehmen könne mit Blick auf die Energiekrise viel Gas einsparen. 

Öffnungszeiten werden abgestimmt

An Orten wo es mehrere Freibäder in einem kleinen Umkreis gibt, sollen die Öffnungszeiten einander angepasst werden. Damit würde eine Freibad-Versorgung der jeweiligen Region durchgängig sichergestellt, sagte ein Sprecher.

Gemeint sind Entfernungen von zum Beispiel zwei bis drei Kilometer, wie es beim Bad Marienhöhe und Bad Osdorfer Born der Fall ist. Am Wochenende haben beide Bäder wie gewohnt geöffnet, unter der Woche wechseln sich die Bäder ab. Montags und Dienstags könne eines der Bäder aufhaben, Mittwoch bis Freitag dann das andere. Der Pressesprecher, Michael Dietel, sprach gegenüber FINK.HAMBURG von einem „vertretbaren Aufwand“, den Badegäste in Kauf nehmen können, um zu einem geöffneten Bad zu fahren.

Dieses Prinzip wird ebenfalls in anderen Regionen angewendet. So wechseln sich unter der Woche die Bäder Neugraben, Midsommerland und das Freibad Finkenwerder ab. Wann welches geöffnet ist, soll dann auf der Webseite einsehbar sein.

Die Bäder Festland und Kaifubad sind derzeit geöffnet. Das St. Pauli Bad ist geschlossen da dort Schwimmkurse stattfinden.

Die Hamburger Linke kritisiert

Das eingeschränkte Angebot vom Bäderland bekommt Kritik. Zaklin Nastic sitzt für die Hamburger Linke im Bundestag und bezeichnet das eingeschränkte Angebot zum Sommer als „Skandal“. In Hamburg würden immer weniger Kinder im Grundschulalter richtig Schwimmen lernen. Mit der Schließung von einigen Bädern an bestimmten Tagen würde Kindern nun eine weiter Möglichkeit genommen werden, an der Gesellschaft teilzuhaben.

„Entweder bekommt man ein ausreichendes Angebot aus Eigenressourcen unverzüglich geregelt oder es muss auf privatwirtschaftliche Angebote zurückgegriffen werden.“ sagt Nastic weiter.

ari/dpa

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Damit Marie Arnemann, Jahrgang 1994, ihre Reisen nach Thailand, Kambodscha und Indien finanzieren konnte, testete sie wöchentlich 600.000 Sprungfedern auf ihre Funktionsfähigkeit. Mit einer Yoga-Ausbildung in der Tasche kehrte die Hamburgerin zurück und begann Medieninformatik mit Schwerpunkt Film in Flensburg zu studieren. Für die Pressestelle der Hochschule drehte sie Werbeclips und produzierte eine monatliche Talkshow, bei der auch die Bürgermeisterin zu Gast war. Während ihres Studiums drehte Marie am liebsten Kurzfilme. Mit einem zum Thema Plattdeutsch gewann sie bei den Flensburger Kurzfilmtagen sogar den dritten Platz – obwohl sie kein Plattdeutsch spricht. Zurück in Hamburg wagt sie nun den Sprung von der Filmemacherin zur Video-Journalistin. Kürzel: Ari