In Anbetracht der Situation in Hamburger Kinderarztpraxen sieht die Kassenärztliche Vereinigung Hamburg die Politik unter Zugzwang. Hamburger Kinderärzte hatten in einem Brandbrief Versorgungsengpässe thematisiert.
Ein Brandbrief der Hamburger Kinder- und Jugendärzte hat letzte Woche für Aufsehen gesorgt. In dem Brief werden Personalnöte, überlastete Praxen und Verorgungsengpässe in Hamburger Kinderarztpraxen angeprangert.
Verantwortlich für die Missstände in Hamburgs Kinderarztpraxen sei laut Kassenärztliche Vereinigung Hamburg (KVHH) vor allem die Organisation des Gesundheitswesen. Zusätzlich würden Eltern häufiger als früher mit ihren Kindern eine Kinderartztpraxis aufsuchen. Auch Krankheitsbilder würden immer komplexer. Als eine mögliche Lösung der Versorgungs- und Personalnot nennt die KVHH den Betrieb eigener Kinderarztpraxen. Die KVHH hat gegenüber FINK.HAMBURG darauf nun reagiert.
Probleme im Gesundheitssystem: Budgetierung
Dr. Jochen Kriens, Pressesprecher der KVHH, kritisiert vor allem die Budgetierung, welche die Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen deckeln soll. Die Budgetierung limitiert bestimmte Leistungen, welche von Ärtzt*innen pro Jahr angeboten werden dürfen. “Seit Jahren fordert die KV Hamburg die Entbudgetierung aller Leistungen, da sowohl der Kostendruck als auch die Inanspruchnahme in der ambulanten Versorgung zunehmen.” Die Budgetierung sei nicht mehr zeitgemäß, ungerecht und ein verheerendes Signal an die jungen Ärzt*innen, so die KVHH. Die Budgetierung geht auf das Gesundheitsstrukturgesetz von 1992 zurück und ist seit ihrer Einführung umstritten.
Krankenkassenvereinigung könnte bald selbst Kinderarztpraxen betreiben
Kriens zufolge gibt es verschiedene Lösungsansätze, um die Gesundheitsversorgung Hamburger Kinder sicherzustellen. Eine Möglichkeit wäre, als Vereinigung selbst Praxen zu betreiben: “Die KV könnte dort, wo der Zugang zur Versorgung schwieriger wird, diese mithilfe von Eigeneinrichtungen sicherstellen.” Hierfür seien aber gesetzliche Änderungen vonnöten, so der Sprecher des KVHH.
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Anton Peter, Jahrgang 1994, baute in der achten Klasse gemeinsam mit seinem Vater einen Pizzaofen. Heute isst er aber lieber Ravioli Al Ragu, nach dem handgeschriebenen Rezept seiner Großmutter. Als Schüler trainierte er in Hannover jahrelang Jugendliche im Fußballspielen. Er selbst hofft darauf, sich auf St. Pauli noch als Spieler in die erste Mannschaft hocharbeiten zu können. Bislang kam er allerdings nicht dazu, den Mitgliedsantrag auszufüllen. In Witten studierte Anton Philosophie, Politik und Ökonomik. Nebenbei baute er für das Beratungsportal Krisenchat für Jugendliche in Problemlagen einen Tiktok-Kanal auf. Derzeit hilft er einem Freund aus Äthiopien von dort importierten Wildkaffee auf den deutschen Markt zu bringen.
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