Auf dem Bild sieht man ein Kleinkind. Der Rücken des Kindes wird mit einem Stethoskop abgehört. Foto: Pexels/Cottonbro Studio
In einem Brandbrief warnen Hamburgs Kinderärzte vor Versorgungsengpässen. Foto: Pexels/Cottonbro Studio

Der Verband der Hamburger Kinder- und Jugendärzte schlägt Alarm: In einem Brandbrief an die Bundesregierung beklagt der Verband Personalmängel und warnt vor akuten Versorgungsengpässen.

Hamburgs Kinderärzt*innen haben einen Brandbrief an Sozialsenatorin Melanie Leonhard (SPD) und Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) geschrieben. Die Praxen seien überlastet und die Versorgung von Kindern und Jugendlichen akut gefährdet.

„Jeder Mensch hat das Recht auf Zugang zur Gesundheitsvorsorge und auf ärztliche Versorgung“, heißt es im Artikel 35 der EU-Charta der Grundrechte. Der Verband der Hamburger Kinder- und Jugendärzte warnt davor, dies bald vielleicht nicht mehr gewährleisten zu können.

Medizinische Versorgung akut gefährdet

Der Verband fordert die Regierung und die Kassenärztliche Vereinigung auf, sich für die Kinder und ihre Ärzte einzusetzen. In einigen Quartieren sei die Situation „wirklich krass“, sagte die Vorsitzende des Verbandes der Kinder- und Jugendärzte in Hamburg, Claudia Haupt.

In dem Brandbrief heißt es wörtlich: „Wir sehen uns als Träger der pädiatrischen Versorgung in unserer Aufgabe und Existenz bedroht. Dadurch ist die medizinische Versorgung der Kinder und Jugendlichen in unserer Stadt akut gefährdet.“

Immer mehr Aufgaben für zu wenig Kinderärzte

Die Aufgaben der Kinderärzt*innen nähmen außerdem zu. „Wir versorgen in unseren Praxen eine stetig zunehmende Zahl chronisch kranker Kinder mit erhöhtem Betreuungsaufwand.“ Zu diesen zählten beispielsweise Übergewicht, allergische oder rheumatologische Erkrankungen.

Es mangele vor allem an diagnostischen und therapeutischen Angeboten. Die Corona-Pandemie und Flüchtlingsbewegungen der letzten Jahre hätten für stark gestiegene Zahlen an psychischen Problemen gesorgt. Im Brandbrief spricht der Verband von „Verhaltens- und Entwicklungsauffälligkeiten, Essstörungen, Ängsten, Depressionen und Schulverweigerung“.

Hinzu kämen Infektionswellen mit Atemwegserkrankungen und RS- und Adenoviren. Sollten keine spürbare Entlastung der Praxen kommen, werde es zwangsläufig zu längeren Wartezeiten, Energiespartagen bis hin zu Praxisschließungen kommen, heißt es in dem Brief weiter.

bär/dpa

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