Organisator der Initiative Max Bryan vor einem Zelt für Obdachlose
Der Organisator der Initiative "Hilfe für Hamburger Obdachlose" sucht nach Stellflächen für die Zelte. Foto: Gregory Dauber

Die Bürgerinitiative “Hilfe für Hamburgs Obdachlose” will in Hamburg Zelte für Obdachlose aufstellen. Aktuell fehlen dafür allerdings sichere Flächen.

Letztes Jahr stellte die Initiative “Hilfe für Hamburger Obdachlose” in einem Testlauf bereits zehn Zelte in Hamburg auf, um obdachlosen Menschen Schutz vor der Kälte zu bieten. In diesem Winter sollen es 30 Zelte sein. Aktuell fehlen jedoch noch mögliche Abstellplätze dafür. Sowohl die Caritas als auch das Bezirksamt Eimsbüttel prüfen derzeit mögliche Flächen.

Für die Sicherheit der Obdachlosen sollten die Stellflächen versteckt sein, auch um Probleme mit der Stadtreinigung zu vermeiden.

Platz für Obdachlosenzelte fehlt — und jetzt?

Sollte die Flächenfindung fehlschlagen, plant die Initiative das Projekt “Stadtteil Paten”. Privatpersonen sollen sich dann bei der Initiative melden können, wenn Obdachlose in ihrer Nachbarschaft im Winter draußen schlafen und einen geschützten Stellplatz für ein Zelt haben. Das können beispielsweise versteckte Hinterhöfe oder Gärten sein. Vefügt man über keine eigene Fläche für ein Zelt, solle man sich auch in der Nachbarschaft nach Möglichkeiten erkundigen. So will man das Flächenproblem dezentral lösen.

Aktuell stehen vereinzelt an versteckten Stellen bereits Zelte. Offiziell sollen die restlichen Zelte ab Januar aufgestellt werden.

Schutz vor Kälte für Obdachlose in Hamburg

Die Zelte sind ähnlich gebaut wie Iglus. Sie bestehen aus feuerfestem Dämmstoff mit einer Alubeschichtung. Dadurch soll es in den Iglus 15 Grad wärmer sein als draußen.

Die Bürgerinitiative setzt sich ehrenamtlich für Obdachlose in Hamburg ein. Neben der Zeltaktion verteilen sie auch Sachspenden und Snacktüten für Obdachlose am Hauptbahnhof. Außerdem stellt sie Wohncontainer für Obdachlose zur Verfügung.

Weitere Informationen zu Anlaufstellen für Obdachlose in Hamburg findest zu hier.

chb

Vorheriger ArtikelKrankenhäuser überlastet: Asklepios Kliniken fordern Task Force
Nächster ArtikelBürgerschaft: Wechsel bei Senatorinnen
Chiara Bagnoli, Jahrgang 1999, regt sich gern über Dinge auf, etwa über deutsche Restaurantgäste, die Pizza mit Salami und Schinken bestellen. Sie ernährt sich meistens vegan, außer wenn Oma Franca Spaghetti mit Tintenfisch macht. Nach dem Abitur in Hof ging sie für acht Monate als Backpackerin nach Neuseeland und arbeitete dort drei Monate lang auf einer Erdbeerfarm. Anschließend studierte sie in Passau Journalismus und strategische Kommunikation. Für die „Passauer Neue Presse“ schrieb sie über Themen von Piercing-Studios bis hin zu Klimaprotesten. Seit einem Praktikum bei einem Lokalsender weiß sie außerdem, wie man die Geschwindigkeit eines Teleprompters an das Sprechtempo der Moderation anpasst. Kürzel: chb