Schulverpflegung: Junge Schülerinnen und Schüler sitzen an zwei Runden Tischen und essen.
Hamburgs Schulbehörde führt ein neues Förderprogramm ein, um die Schulverpflegung mit bis zu fünf Millionen Euro zu unterstützen. Foto: Anastasia Shuraeva/ Pexels

Schulsenator Ties Rabe kündigt zusätzliche Unterstützung von bis zu fünf Millionen Euro für die Schulverpflegung in Hamburg an. Wegen der gestiegenen Lebensmittelpreise sollen Familien entlastet und Caterer angemessene Preise anbieten können.

Hamburgs Schulbehörde führt ein neues Förderprogramm ein, um die Schulverpflegung mit bis zu fünf Millionen Euro zu unterstützen. Das Ziel: Familien sollen trotz der stark gestiegenen Lebensmittelpreise nicht zusätzlich belastet werden. Zudem sollen die Caterer, die das Schulessen liefern, einen angemessenen Preis abrechnen können.

Schulsenator Ties Rabe (SPD) erklärt, dass die Schulbehörde schon während der Corona-Krise die Caterer und Familien mit insgesamt sieben Millionen Euro finanziell unterstützt habe. „Jetzt müssen wir eine neue Krise bewältigen, denn in den letzten Monaten haben sich die Kosten für Lebensmittel aufgrund des Krieges in der Ukraine erheblich erhöht. Auch in dieser Situation lassen wir die Familien und die Schulcaterer nicht allein und legen noch einmal ein zeitlich befristetes Förderprogramm mit bis zu fünf Millionen Euro für das Jahr 2023 auf“, sagt er.

Preisobergrenzen für Schulverpflegung erhöht

Damit Schulcaterer ihre eigenen Kosten decken können, wird die Preisobergrenze für ein Mittagessen rückwirkend vom 1. Dezember 2022 bis zum 31. Juli 2023 auf 4,75 Euro pro Mittagessen angehoben. Trotz dieser Erhöhung bleibt der von den Eltern maximal zu zahlende Essenspreis von 4,15 Euro bis zum 1. August 2023 stabil. Den Differenzbetrag von 60 Cent übernimmt die Schulbehörde. Vom 1. August 2023 bis zum 31. Dezember 2023 steigt der Preis pro Mittagessen um fünf Cent an.

Zuschüsse ermöglichen Preisnachlässe

Die Verpflegung der Hamburger Schülerinnen und Schüler an den staatlichen Schulen kostet rund 75 Millionen Euro im Jahr. Um Eltern zu entlasten, finanzieren Bund und Land etwas mehr als die Hälfte dieser Kosten. Dank dieser Zuschüsse erhalten viele Kinder das Mittagessen kostenlos oder zu reduzierten Preisen.

Kinder, deren Sorgeberechtigte soziale Leistungen wie Arbeitslosengeld II, Wohngeld oder BAföG beziehen, bekommen das Schulessen an allen Hamburger Schulen kostenlos. Das sind rund ein Drittel aller Schülerinnen und Schüler. An den Grundschulen zahlen Familien mit einem geringeren Einkommen reduzierte Preise. Nehmen mehrere Kinder einer Familie am Mittagessen in der Schule teil, greift eine Zusatzregelung. In dem Fall zahlen auch die älteren Kinder in der Grundschule einen geminderten Preis.

Unterstützung für Caterer

Für eine weiterhin bezahlbare Schulverpflegung hat die Schulbehörde für über 250 Millionen Euro in allen Schulen neue Kantinen gebaut oder bestehende Kantinen saniert. Die Caterer können diese weitgehend kostenlos nutzen. Das entspricht einer zusätzlichen Subvention von rund 90 Cent pro Mittagessen.

Proteste im vergangenen Jahr

Im vergangenen Jahr hatte sich die Schulbehörde geweigert, die gestiegenen Kosten in der Schulverpflegung auszugleichen. Dagegen hatten die Initiative Hamburger Schulcaterer und die Elternkammer im Juni demonstriert. Die Schulbehörde verwies die Caterer damals auf bestehende Verträge und argumentierte außerdem damit, die Caterer im Rahmen der Corona-Pandemie mit zwei Millionen Euro unterstützt zu haben. Die Proteste dürften Druck auf den Schulsenator ausgeübt haben.

In den Hamburger Schulen organisieren mehr als 50 verschiedene Unternehmen in Zusammenarbeit mit den Schulen das Mittagessen. Sie bereiten jedes Jahr rund 16 Millionen Mahlzeiten zu. Die Schulen haben die Freiheit, sich ein passendes Catering-Unternehmen auszuwählen und einen Vertrag mit diesem Unternehmen zu schließen.

may

Vorheriger ArtikelVerdi Hamburg fordert mehr Gehalt für Beschäftigte im öffentlichen Sektor
Nächster ArtikelTurbulente Zeiten im Hamburger Rathaus
Maylin Rivero (1998) war zuletzt als Sechsjährige in Kuba, dem Heimatland ihres Vaters. In München aufgewachsen, gehörten Salsamusik und Kochbananen trotzdem immer zu ihrem Alltag. Sie studierte Jura und Soziologie an der LMU München und schrieb ihre Bachelorarbeit zum Thema „Antischwarzer Rassismus in einer weißen Mehrheitsgesellschaft am Beispiel der USA“. Dabei spielten ihre Erfahrungen während eines Highschooljahres in Nebraska durchaus eine Rolle. Möglichst weit weg ist Maylins Motto: Während eines Freiwilligendienstes in Kolumbien unterrichtete sie an einer Schule und war dort auch für die Pressearbeit zuständig. Für ein französisches Startup schrieb sie Newsletter und Social-Media-Posts. Und nun in Hamburg? Neben ihrem Masterstudium vertieft sie ihre DJ-Skills – kein Salsa, sondern Hiphop. Kürzel: may

Hinterlasse einen Kommentar

Please enter your comment!
Please enter your name here