Mehrere Angriffe auf queere Personen

Die Polizei ermittelt

Ein Streifenwagen der Polizei steht mit eingeschaltetem Blaulicht auf der Straße. dpa
Streifenwagen mit Blaulicht. Foto: Carsten Rehder/dpa

Mitte Mai kam es an verschiedenen Orten in Hamburg zu mutmaßlich homophob motivierten Übergriffen. Bei allen Taten wurden die Opfer verletzt und die Täter sind unerkannt entkommen.

Zwischen dem 16. und 17. Mai kam es in Hamburg zu drei mutmaßlich queerfeindlichen Angriffen. Alle Opfer wurden leicht verletzt, die Polizei fahndet noch nach Tätern. Die Taten werden in die Kategorie Hassverbrechen eingeordnet.

Der erste Angriff ereignete sich in der Nacht vom 15. auf den 16. Mai. Hier wurde ein 19-Jähriger auf einem Feldweg in Neugraben brutal niedergeschlagen. Über eine Dating-App hatte er sich mit einem anderen Mann dort verabredet. Statt seines Dates lauerte ihm eine Gruppe aus fünf männlichen Personen auf. Mindestens zwei Mitglieder der Gruppe schlugen und traten auf ihn ein. Eine der Personen nutzte dabei einen schlagstockähnlichen Gegenstand, wie die Polizei berichtet.

Auch als das Opfer in sein Auto flüchten konnte, ließen die Angreifer nicht von ihm ab. Aus einem PKW heraus beschädigten sie mit dem schlagstockähnlichen Gegenstand die Autoscheibe des Opfers. Nach der Flucht der Täter wurde der 19-Jährige von einem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht. Dort wurden seine leichten Verletzungen ambulant behandelt. Die Polizei vermutet, dass die Täter aus homophoben Motiven handelten.

Weitere Angriffe in der S-Bahn und auf St. Pauli

Ein weiterer Angriff ereignete sich am frühen Morgen des 16. Mai. Kurz vor sechs Uhr fuhren ein 29-Jähriger und eine 30-jährige Transperson mit der S-Bahn in Richtung Pinneberg. Kurz vor dem Jungfernstieg näherte sich ihnen ein Mann. Er beleidigte die beiden und schlug ihnen ins Gesicht. Die beiden Opfer verließen die S-Bahn am Jungfernstieg und informierten dort die Polizei.

Ein dritter Angriff ereignete sich in der Nacht zu Sonntag, dem 17. Mai, auf dem Hans-Albers-Platz im Stadtteil St. Pauli. Ein 18-jähriger und 19-jähriger Mann wurden beleidigt und geschlagen. Laut Polizei sollen zwei Unbekannte die beiden sich küssenden Männer gefilmt haben. Die beiden Opfer konfrontierten die Unbekannten und forderten sie auf, das Filmen zu beenden. Daraufhin sollen die beiden Täter sie homophob beleidigt und ihnen ins Gesicht geschlagen haben.

Die Polizei teilte FINK.HAMBURG auf Nachfrage mit, dass in allen drei Fällen noch keine Tatverdächtigen gefunden wurden.

ski/leo

Lisann Marie Leopold, geboren 2001 in Hamburg, wäre am liebsten die neue Stimme des HVV: „Ich hab richtig Lust zu sagen: nächste Haltestelle Landungsbrücken.“ Ihre Affinität zur Sprache konnte sie schon beim NDR in Lüneburg zeigen. An der Leuphana lernte sie im Studium der Kulturwissenschaften, gesellschaftliche Strukturen zu hinterfragen. Zum Beispiel, ob Männer bei Instagram lernen können, feministisch zu denken (eher nein). Für FINK schaut Lisann da hin, wo Journalismus oft nicht hinsieht: in die Lebensrealität von Menschen, die etwa von Armut oder Rassismus betroffen sind. Lernen will sie außerdem, Videoreportagen zu vertonen - und so schön zu sprechen wie die Stimme der U-Bahn. Kürzel: leo

Vor Jelko Wronski, Jahrgang 2001, sollte man lieber nicht zu langsam gehen. Der gebürtige Oldenburger hat neben 40 Schuh-Paaren eine ausgeprägte Antipathie – und zwar gegen alle die auf dem Gehweg schleichen. Als Autor von Gedichten und Kurzgeschichten, ob über ein Alien auf einer Hausparty oder zwei verliebte Spielzeugfiguren, steht Jelko für Spannung und Tempo. Bei “Brigitte” (Gruner + Jahr) hat er ein Praxissemester gemacht und später als Werkstudent gearbeitet. Für sein Journalistik-Studium in Hannover führte er Interviews mit einer Sekte oder ging ans eigene Limit für einen 24-Stunden-Dreh beim Technokollektiv. Auch für seine Beiträge gilt: Jelko mag keinen Stillstand.
Kürzel: ski

Hinterlasse einen Kommentar

Please enter your comment!
Please enter your name here