Blick auf die Ostsee. Aufgehende Sonne über dem Horrizont. Schattige Gräser im Vordergrund.
Die Meeresoberflächen-Temperatur der Ostsee steigt seit Jahren. Foto: jggrz/pixabay

Ende Juni erwärmten sich die Nord- und Ostsee schneller als sonst. Hinzu kommt der Langzeittrend. Was das für die beliebten Naherholungsgebiete der Hamburgerinnen und Hamburger bedeutet.

Nord- und Ostsee werden im Sommer wärmer. Soweit bekannt. Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) hat vergangene Woche jedoch einen außergewöhnlich schnellen Anstieg der Temperaturen von Nord- und Ostsee festgestellt. Vom 21. Juni bis zum 28. Juni sei die Meeresoberflächen-Temperatur in der Nordsee im Flächenmittel um 1,9 und in der Ostsee um 3,4 Grad Celsius gestiegen, sagte ein Sprecher der Behörde der dpa. Das Flächenmittel meint die durchschnittliche Temperatur auf der Meeresoberfläche. „Ganz aktuell sehen wir vergleichsweise schnell steigende Meeresoberflächen-Temperaturen im Wesentlichen infolge der Hitzewelle und der starken Sonneneinstrahlung.“

„Die Satellitenfernerkundung am BSH berechnet jeden Tag für die gesamte Nordsee und Ostsee die Meeresoberflächen-Temperaturen“, erklärte der Sprecher. Im entsprechenden Zeitraum stieg die Temperatur im Flächenmittel für die Nordsee demnach von 15,7 auf 17,6 und für die Ostsee von 15,9 auf 19,3 Grad Celsius.

Auch im Jahresdurchschnitt: Nord- und Ostsee werden immer wärmer

„Das alles wird überlagert vom langfristigen Erwärmungstrend, der auf die menschlich getriebene Klimaerwärmung zurückzuführen ist“, so der Sprecher.

Für die Nordsee analysiert das BSH die Meeresoberflächen-Temperatur nach eigenen Angaben seit 1969. Seitdem habe sich die Nordsee im Mittel über die gesamte Fläche und im Jahresdurchschnitt um etwa 1,3 Grad Celsius erwärmt. Über die letzten zwanzig Jahre sei die Nordsee ungefähr 0,5 Grad Celsius wärmer geworden.

„Für die Ostsee führen wir am BSH die flächendeckende Analyse der Meeresoberflächen-Temperatur erst seit der deutschen Wiedervereinigung durch.“ Seit 1990 habe sich die Ostsee im Mittel über die gesamte Fläche und im Jahresdurchschnitt bereits um etwa 2,1 Grad Celsius erwärmt. Allein seit 2005 gab es einen Anstieg um 1,3 Grad Celsius.

Folgen für das Ökosystem

Höhere Temperaturen haben Folgen für das Ökosystem im Meer: Etwa durch verstärktes Wachstum von Algen, deren Zersetzung wiederum Sauerstoff verbraucht, der dann etwa Fischen fehlt. In der westlichen Ostsee bringt der Anstieg der Temperaturen die Nachwuchsentwicklung des Herings durcheinander. Laut Experte*innen lassen spätere und wärmere Winter Heringslarven früher schlüpfen, noch bevor es eine ausreichende Nahrungsgrundlage für sie gibt.

mok/dpa

Auf dem Trittbrett eines Müllwagens zu stehen: Das ist ein Traum von Moritz Kracht, Jahrgang 2002. Aufgewachsen ist er zwischen Hannover und Braunschweig, für sein Journalismusstudium zog er nach Magdeburg. Dort arbeitete Moritz beim MDR und nahm Anrufe für „Flirteinander“ entgegen – wie viele Ehen er gestiftet hat, weiß er aber nicht. Irgendwann hatte er keine Lust mehr, in den frühen Morgenstunden Anrufe entgegenzunehmen und wechselte ins TV-Sportressort. Er berichtete unter anderem über Tischfußball, später bei Hitradio Namibia dann übers Surfen (ohne Segel). In Hamburg fährt er jetzt gelegentlich über die Alster (mit Segel). Trittbrettfahrer? Höchstens bei der Müllabfuhr.
Kürzel: mok

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