Hamburg hat eine große Community, die Tischfußball als Sportart mit festen Regeln betreibt. Bei der Kicker-WM kamen kürzlich Spieler aus 40 Nationen auf Kampnagel zusammen – ein deutsches Duo sorgte für eine Überraschung.

Kickern ist ein Zeitvertreib, der sich in Kneipen und Bars großer Beliebtheit erfreut. Vor allem auf dem Hamburger Berg, der bekannten Kneipenmeile auf dem Kiez, gibt es kaum eine Bar ohne Tisch. Wer Pech hat, steht hier einem der Hamburger Kickerprofis gegenüber – und merkt schnell: Gegen Sling- und Pinshots kann ein Laie nichts entgegensetzen.

Hamburg ist so etwas wie das deutsche Kicker-Zentrum. Mit knapp 1.000 SpielerInnen stellt die Stadt den mitgliederstärksten Landesverband in Deutschland. Und so ist die Stadt auch ein würdiger Austragungsort für den ITSF World Cup 2017. Bereits 2006 fand eine Weltmeisterschaft an der Elbe statt. Damals noch in der deutlich kleineren Fischauktionshalle.

850 SpielerInnen aus 40 Nationen

Auf Kampnagel nahmen in diesem Jahr 850 SpielerInnen aus 40 Nationen an dem Wettbewerb teil. An fünf Tagen kämpften sie in den Disziplinen Speedball und Classic Doppel um die Trophäen. Auch von den Zuschauern wurde das Turnier gut angenommen: Über 400 Wochentickets wurden verkauft.

Dann ging es an die Tische. Während bei den Männern der Hesse Thomas Haas das Einzel gewann, sorgte ein Duo aus Norddeutschland für eine Überraschung: Marvin Velasco aus Burgwedel und Jörg Harms aus Oldenburg schlugen die favorisierten Luxemburger im Doppel-Finale. Es war das erste Mal bei einer Kicker-WM, dass sowohl der Einzel- als auch der Doppel-Titel an die gleiche Nation ging. Maura Porrmann, die Hamburgerin und Weltranglisten-Erste bei den Damen, konnte ihren Heimvorteil nicht nutzen: Sie schied in der zweiten Runde der besten 64 Spielerinnen aus.

Sportart soll olympisch werden

Was für viele Teilnehmer bereits gelebte Realität ist, soll für das Kickerspielen irgendwann im Allgemeinen gelten: die Anerkennung als offizielle Sportart. Der Deutsche Tischfußball-Verband bemüht sich deshalb um die vollwertige Mitgliedschaft beim Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB).

Die nächste Weltmeisterschaft findet in zwei Jahren statt. Gastgeber ist dann die spanische Stadt Murcia, die sich auf zahlreiche internationale Gäste freuen darf. Natürlich auch auf die deutschen Starter, die ihre Titel verteidigen wollen.

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Robert Bauguitte, Jahrgang 1988, liebt den Ruhrpott, vertraut aber kulinarisch auf seine französischhugenottische Herkunft. Am liebsten kocht er „Coq au vin“ oder backt Flammkuchen. Sonst trifft man ihn oft im Fußballstadion, wo er für die Sportzeitung „Reviersport“ als freier Mitarbeiter gearbeitet hat. Er ist in Duisburg geboren, dennoch brennt Roberts Herz für den Verein Wattenscheid 09 (aus Bochum). In Hamburg trifft man ihn häufig bei St.-Pauli-Spielen an, zu denen er schon während seines MeWi-Studiums sogar aus Siegen angereist ist. Neben dem Sport interessiert er sich vor allem für Kultur, die Elbphilharmonie begeistert ihn besonders.
Joachim Plingen, Jahrgang 1990, hat schon einmal in „Carmen“ an der Düsseldorfer Oper gesungen – im Chor. Später studierte er an der Sporthochschule Köln Sportmanagement. Nach dem Bachelor arbeitete er in Leipzig beim Radiosender Detektor.fm. In Quebec jobbte er als Kellner und als Sprachlehrer, um damit eine Motorradtour durch Vietnam zu finanzieren. Der gebürtige Bonner wohnt in St. Georg, spielt Schlagzeug und legt Platten auf. Auf eine bestimmte Musikrichtung möchte er sich dabei nicht beschränken, nur Schlager, Black Metal, Trash-Pop und Dubstep mag er nicht. Joachim spielt Fußball, zuletzt bei Blau-Weiß Leipzig, und ist Fan von Bayer Leverkusen. Manchmal steht er auch als Schauspieler für Kurzfilme vor der Kamera.