Elbjazz Festival Gregory Porter Snarky Puppy Joshua Redman
Zum siebten Mal findet das Elbjazz Festival am Freitag und Samstag im Hamburger Hafen statt. Foto: www.schwalfenberg.eu

Von Snarky Puppy und ihren Fusion-Songs bis zur großen Soulstimme von Gregory Porter: Hier sind die Konzert-Highlights des Elbjazz Festivals, das am Pfingstwochenende im Hamburger Hafen stattfindet. 

Gregory Porter & Band feat. Kaiser Quartett

Am Freitag und Samstag findet zum siebten Mal das Elbjazz Festival im Hamburger Hafen statt. Auf acht Bühnen können Zuschauer modernen und traditionellen Jazz sowie HipHop und Soul erleben. Begleitet von einem Rahmenprogramm spielen mehr als 50 Bands und Künstler auf den Bühnen in der HafenCity und bei Blohm und Voss.

Im Smoking und mit einer Ballonmütze auf dem Kopf sieht man Gregory Porter auf den Bühnen der Welt. Der Jazzsänger aus Kalifornien muss aber nicht mit seinem Style überzeugen. Seine warme und soulige Stimme spricht für sich selbst. Mit „Take me to the Alley“ hat Porter im letzten Jahr sein viertes Album veröffentlicht und einen Grammy für die beste Gesangsperformance im Jazz gewonnen. Er singt über das Leben der Abgehängten und von der Liebe zu seiner Familie. Beim Elbjazz Festival wird Porter sinfonisch begleitet. Das Kaiser Quartett tritt eigentlich mit dem Pianisten Chilly Gonzales auf. Im Hamburger Hafen werden die vier Streicher aber den Soul und Jazz des Sängers um neue und berührende Noten bereichern.

Samstag, 22:30 Uhr, Hauptbühne


Snarky Puppy

Irgendwo zwischen Jazz, Rock und Funk liegen die Kompositionen der Fusion-Band Snarky Puppy. Da glüht nicht nur das Blech, wie man es im Jazz erwarten kann. Auch Synthesizer, Orgeln und Gitarren, die mit Effekten verzerrt werden, gehören zum Sound der Truppe, die auch als Keimzelle neuer Jazzmusik bezeichnet werden kann. Der Komponisten und Band-Leader Michael League hat mittlerweile 40 Musiker um sich versammelt, die bei jeder Tour ein jeweils unterschiedliches Ensemble bilden. Zu den Gästen gehörten bisher unter anderem Jacob Collier, Charlie Hunter und David Crosby. So innovativ kann Jazz klingen!

Freitag, 22 Uhr, Am Helgen


Agnes Obel

Dramatische Streichereinsätze, düstere Stimmungen und weiche Klavierakkorde: Agnes Obels Musik berührt ihre Zuhörer, die mit den Klängen auf dunklen Wogen dahinfließen. Auf ihrem Album „Citizen of Glass“ nimmt sie sich schweren Themen an, aus denen melancholische Songs geworden sind. Die dänische Musikerin mäandert thematisch zwischen Überwachung und Durchleuchtung von Menschen. Die sonst eher schlichten Stücke spielt die Sängerin und Pianistin beim Elbjazz in neuer Formation: Mit Cello, Schlagzeug und Klarinette werden sie am Freitagabend beinahe orchestral zu hören sein.

Freitag, 21 Uhr, Hauptbühne


Christoph Spangenberg

„Come as you are“ oder „About a Girl“: Das sind Songs, die eigentlich niemand mit Jazz verbindet. Diesen Grunge-Klassikern von Nirvana nimmt sich der Berliner Jazzpianist Christoph Spangenberg an – ohne sie nur plump zu covern. Er hat sie für den Flügel arrangiert, interpretiert ihre Melodien neu und breitet sie zu einem Teppich aus Harmonien aus. Seine Arrangements stellen die Stücke in ein völlig neues Licht. Sie klingen damit genauso kraftvoll wie die Klavierkompositionen des großen amerikanischen Pianisten Brad Mehldau, der sich ebenfalls darauf versteht, Pop- oder Rockmusik in modernen Jazz zu verwandeln.

Freitag, 0 Uhr, Elbphilharmonie


NDR Big Band & Nguyên Lê

Die Rundfunk-Band des Nordens darf auf dem Elbjazz Festival natürlich nicht fehlen. Zusammen mit dem französischen Gitarristen Nguyên Lê tritt das Orchester am Freitagabend auf die Hauptbühne, um Tradition und Moderne auf eigene Art zu vereinen. Sie spielen „The Dark Side of the Moon“ von Pink Floyd und machen aus dem Prog-Rock-Klassiker orchestrale Jazzmusik. 2015 ist so schon ein Album entstanden, das die NDR Band zusammen mit Nguyên Lê nun das erste Mal seit Jahren live spielt. Arrangiert wurden die Stücke von Michael Gibbs. Singen wird sie Andreas Scherer, der mit seiner Band Hildegard Lernt Fliegen auch selbst auf dem Elbjazz vertreten sei wird.

Freitag, 19 Uhr, Hauptbühne


Nils Wülker

Beim Elbjazz Festival spielt der Trompeter Nils Wülker nicht einfach nur ein Konzert, er feiert auch die Veröffentlichung seiner neuen Platte „On“. Sie erscheint am Freitag und soll seiner Musik eine neue Richtung geben. „Ich wollte die Tür zu einer neuen Klangwelt aufstoßen und mit Synths und Programming herumspielen. Es sollte jedoch nicht elektronisch kühl werden, sondern warm und trotzdem mit Ecken und Kanten“, sagt Wülker. Unterstützung bekommt Wülker auf dem neuen Album unteren anderem von Marteria und Rob Summerfield.

Samstag, 19 Uhr, Alte Maschinenbauhalle


Pecco Billo

Ein rappender Schlagzeuger, trifft auf funky Blaseinsätze und organische Beats: Pecco Billo sind eine junge Hamburger Band, die HipHop spielen und die Jazz-Tradition dahinter nicht verkennen. Deshalb brauchen sie auf der Bühne keine Turntables, Samples oder Computer. Ihren Stil beschreiben sie als „Urban Grooves“ und sie grooven nur mit analogen Instrumenten. Die Rhythmen der Großstadt präsentieren sie am Samstag auf der Young Talents Bühne direkt an der Elbphilharmonie.

Samstag, 20:30 Uhr, Alte Maschinenbauhalle

Den Spielplan mit allen Zeiten und Orten des Elbjazz Festivals kann man hier herunterladen.