Adventskalender
Verrückter Weihnachtsbrauch aus Katalonien. Foto via Flickr: Valerie Hinojosa, (CC BY-SA 2.0), http://bit.ly/2AfbA5i, Grafik: Laura Lagershausen

Weihnachten ist die Zeit der Nächstenliebe und des Gebens. Für euren Support im ersten Jahr von FINK.HAMBURG möchte sich die Redaktion mit einem Adventskalender und persönlichen Weihnachtstipps bedanken.


Martin Tege (Kulturressort)

„Kaum ein Fest ist so von Traditionen bestimmt wie Weihnachten. Wem die eigenen Gewohnheiten irgendwann zu langweilig werden, der kann in anderen Kulturen sogar Geschichten von Trollen und Kobolden entdecken – oder von besonderen Baumstämmen.“


Scheiß Baumstamm, scheiß

Foto via Flickr: Valerie Hinojosa, (CC BY-SA 2.0), http://bit.ly/2AfbA5i

In der spanischen Region Katalonien gibt es zu Weihnachten eine Tradition, die von außen betrachtet ganz schön schräg wirkt: Familien kümmern sich in der Vorweihnachtszeit um ihren Caga Tió. Das ist ein Baumstamm, der mit Nüssen, Früchten und Süßigkeiten gefüttert und mit einem bunten Gesicht bemalt wird. Die Katalonier setzen ihm eine Barretina auf, eine traditionelle Wollmütze. Damit er es schön warm hat, legen sie ihm eine Decke um. Am 24. Dezember singen die Kinder dann ein Lied, das den Holzklotz dazu bringen soll, die reichlichen Gaben wieder auszuscheiden. „Scheiß Tió, scheiß Tió, wenn du nicht scheißen willst, dann werde ich dich mit einem Stock schlagen“, heißt es darin. Dabei hauen die Kinder auf den Baumstamm ein, bis alle Süßigkeiten wieder zum Vorschein gekommen sind. Ganz schön brutal – aber was tut man nicht alles für Süßigkeiten.

Isländische Weihnachtstrolle

Eindrucksvolle Natur, mehr Schafe als Einwohner und der Glaube an die nordische Mythologie: Island ist ein besonders Land mit speziellen Bräuchen. Deshalb gibt es auf der Vulkaninsel auch keinen gewöhnlichen Weihnachtsmann, sondern 13 Weihnachtstrolle. Sie sind die Söhne der jahrhundertealten Grýla, die die meiste Zeit des Jahres eine griesgrämige Mutter ist. Grýla lässt ihre Söhne nämlich fast nie aus ihrer Höhle – außer in der Vorweihnachtszeit. Ab dem 12. Dezember dürfen sie nacheinander zu den Menschen in die Stadt gehen. Kinder stellen dann einen Schuh auf die Fensterbank und bekommen jeden Tag ein Geschenk hineingelegt. Aber nur, wenn sie artig waren. Die Trolle tragen übrigens lustige Namen wie Kurzer (Stúfur), Rauchwursträuber (Bjúgnakrækir) und Fenstergaffer (Gluggagægir).

Mit Rollschuhen in die Kirche

Im vorwiegend christlich geprägten Venezuela gehen viele Menschen an Weihnachten in die Kirche. Beim Weg zur Christmette geht es aber nicht gerade besinnlich zu, denn die Venezuelaner fahren an diesem Tag mit Rollschuhen zur Kirche. Damit jeder wohlbehalten ankommt, werden dafür sogar Straßen gesperrt.

Kobolde in Griechenland

In Griechenland ist Weihnachten nicht nur ein religiöses, sondern auch ein mythisches Fest. Um von Kobolden (Kalkanzari) verschont zu bleiben, zünden die Griechen ab dem 24. Dezember zwölf Nächte lang Weihnachtsfeuer an. Sie glauben, dass die kleinen Geister über die Weihnachtszeit aus der Unterwelt kommen, um Unheil über die Menschen zu bringen. Ansonsten beginnt Weihnachten aber auch in Griechenland fröhlich. An Heiligabend ziehen die Kinder mit Glocken und Trommeln durch die Straßen und singen traditionelle Lieder.

Hinter den Türchen unseres FINK.HAMBURG-Adventskalenders verstecken sich persönliche Weihnachtstipps unserer Redakteure.

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