Peter Krämer engaierte sich für Schulen in Afrika. Foto: UNICEF/DT2006-29271/Rudi Tarneden
Peter Krämer engaierte sich für Schulen in Afrika. Foto: UNICEF/DT2006-29271/Rudi Tarneden

Peter Krämer verstarb in der Nacht auf Dienstag. Laut Medienberichten sei der Millionär und Kapitalismuskritiker friedlich eingeschlafen. Krämer engagierte sich gemeinsam mit Nelson Mandela für Kinder in Afrika.

Der Hamburger Reeder Peter Krämer verstarb im Alter von 66 Jahren in Hamburg. Der „Rote Reeder“ galt für viele als der „gute Kapitalist“, der sich sozial engagierte und die Reichen stärker besteuern wollte. Mit seinem Befürworten der Vermögensteuer machte er sich nicht nur Freunde. „Eigentum verpflichtet. Es kann doch nicht sein, dass die Vermögenden in Deutschland so wenig zur Staatsfinanzierung beitragen wie in kaum einem anderen europäischen Land“, sagte Krämer in einem Interview mit Der Zeit.

Nach der Finanzkrise im Jahr 2008 verlor er drei Viertel seines Gesamtvermögens. Er erbte die Reederei von seinem Vater un baute sie zu einer weltweit operierenden Firma auf. Bekanntheit erlangte er vor allem durch seine Kritik an der Branche: „Die Schiffskrise wäre ohne die Gier mancher Reeder nicht von so einer langen Dauer gewesen“ sagte Krämer.

„Sein Engagement ist ein Beispiel dafür, was eine kluge Partnerschaft zwischen Wirtschaftsunternehmen und Zivilgesellschaft bewirken kann“

Neben seiner Tätigkeit als Reeder setzte Krämer sich für Kinder in Afrika ein. Gemeinsam mit dem Friedensnobelpreisträger Nelson Mandela startete er 2004 die Initiative „Schulen für Afrika“. Laut Unicef konnten so mehr als 28 Millionen Kinder zur Schule gehen. Die Initiative „Schulen für Afrika“ ist in 13 Ländern südlich der Sahara aktiv.

„Sein Engagement ist ein Beispiel dafür, was eine kluge Partnerschaft zwischen Wirtschaftsunternehmen und Zivilgesellschaft bewirken kann“, hatte einst Mandela über Krämer gesagt. Krämer war seit 2008 Mitglied des Vorstands von UNICEF Deutschland.

Im Jahr 2015 wurde Krämer verdächtigt, durch Tochterunternehmen im Ausland Steuern hinterzogen habe. Daraufhin gab es eine Razzia in den Büroräumen des Unternehmens. Ein Jahr später wurde das Steuerbüro, welches für Krämer tätig war, ebenfalls von der Steuerbehörde durchsucht. Zu einer Anklage wegen Steuerhinterziehung kam es jedoch nicht, Peter Krämer wies die Anschuldigungen stets zurück.