Programm Elbphilharmonie
Das NDR - Elbphilharmonie Orchester im Großen Saal der Elbphilharmonie. Foto: Michael Zapf

20 Top-Orchester aus aller Welt, rund 600 Konzerte und mehrere Hunderttausend Tickets – das neue Programm der Elbphilharmonie für die kommende Saison steht schon seit Mai. Ab dem heutigen Montag gibt es auch Tickets zu kaufen.

Intendant Christoph Lieben-Seutter hatte im Großen Saal der Elbphilharmonie das Programm für die Spielzeit 2017/2018 vorgestellt. Mit rund 600 Konzerten reicht das Angebot für die Besucher vom Elbphilharmonie Sommer im August 2017 bis zu den Konzerten für Hamburg im Juni des nächsten Jahres. Hunderttausende neue Konzertkarten sollen es laut Kultursenator Carsten Brosda „vielen ermöglichen, die Elbphilharmonie die vielfältigen Musikangebote in Hamburg erleben zu können“.  Brosda war bei der Vorstellung ebenfalls vor Ort.

Besondere Highlights der kommenden Saison sind das 3. Internationale Musikfest Hamburg (27. April – 29. Mai 2018), Themenfestivals wie die Musik des Kaukasus und Schuberts „Winterreise“ und Stars der weltweiten Jazzszene.

Insgesamt werden 20 Orchester aus der ganzen Welt in der Elbphilharmonie zu Gast sein. Darunter Ensembles aus den USA (Cleveland und Philadelphia), St. Petersburg, Montreal, London und anderen europäischen Großstädten. Den größten Anteil des Programms spielen die beiden Residenzensembles: das NDR Elbphilharmonie Orchester und das Ensemble Resonanz. Außerdem treten unter anderem das Philharmonische Staatsorchester Hamburg und die Symphoniker Hamburg auf, die als Residenzorchester der Laeiszhalle fungieren.

Wie bekomme ich Karten für das neue Programm der Elbphilharmonie?

Tickets für die erste reguläre Konzertsaison der Elbphilharmonie und Laeiszhalle können ab dem 12. Juni um 10 Uhr online und an über 40 Vorverkaufsstellen in Hamburg erworben werden. Für die Eigenveranstaltungen der Elbphilharmonie werden die Karten jedoch nicht unmittelbar im Internet verkauft. Stattdessen können Interessenten ab sofort bis zum 1. Juli die Bestellung für ihre Wunschvorstellung abgeben. Alle in diesem Zeitraum eingegangenen Kartenwünsche werden gleichberechtigt behandelt. Sollte es mehr Bestellungen geben als Karten verfügbar sind, entscheidet das Zufallsprinzip. Pro Käufer können bis zu vier Karten pro Konzert erworben werden. Für einige Sonderkonzerte gelten besondere Vorverkaufsbedingungen.

Hamburger haben einen Heimvorteil: Ein festgelegtes Kontingent an Karten ist ab dem 12. Juni nur in den Hamburger Vorverkaufsstellen erhältlich.

Dieser Beitrag wurde am 12. Juni 2017 aktualisiert.

lag/dpa

2 KOMMENTARE

  1. War heute beim ELPHI-Vorverkauf, dem echten realen Vorverkauf. Weil ich ja dem Internet nicht mehr so recht traue, seit dem da so viel von Fakes die Rede ist. Es sollten diesmal richtig echte EintrittsKarten sein, nachdem ich zuletzt im Internet leer ausgegangen war und auch bei keiner Verlosung Glück gehabt hatte.

    Also den Wecker auf 5:45 Uhr gestellt und im Dammtor ab 7:00 Uhr angestanden, genauer: auf meinem kleinen gestreiften Klappstühlchen gehockt.

    Mein Platz in der Schlange war Nr. 18. Nicht alle hatten eine Sitzgelegenheit dabei. Praktisch erschien mir bei einer Nachbarin der Deckel eines grossen Farbeimers. Andere saßen auf dem nackten Boden oder auf der kalten Steintreppe.

    Die Schlange wurde länger und länger. Erst war es nur ein Halbkreis, dann bald eine weit durch den Bahnhof meandernde Schlange. Die Reisenden hatten einige Mühe, sich daran vorbei den Weg zum Gleis für die Abfahrt nach Süden zu bahnen.
    Ein lustiges Völkchen mit Zeitungen, Taschenbüchern, Wurstbroten und Tee in den Thermoskannen, natürlich auch mit vielen Programmheften zum Aussuchen und Fachsimpeln mit den Nachbarn.

    Für einigen Gesprächsstoff sorgten die ausgehängten Regeln: „max. 3 Konzerte je Kunde“ / max. 4 Karten pro Konzert / insgesamt max. 10 Karten pro Kunde“. Bei mir verdichtete sich die Erwartung, dass auch dieses Mal wieder die Nachfrage nach Karten das Angebot übersteigen könnte.

    Ab 9:30 Uhr kommt Bewegung auf. Das Personal der Vorverkaufsstelle will mit einer speziellen Methode besonders viele Karten für diesen Standort organisieren. Dafür werden die Regeln bekannt- und einige Bestellscheine ausgegeben. Die Zettel reichen erst einmal nur für das erste Drittel der ca. 150 Wartenden. Die anderrn Zwei-Drittel verstehen das nicht. Sie finden auch mehrheitlich die nach hinten in verschiedenen Varianten durchgesagten Regeln nicht gut. „Wieviele Bestellungen darf man auf einen Zettel schreiben?“ „Warum haben da einige vier Zettel, und ich habe nur einen?“ Was ist, wenn mein Winschkonzert schon ausverkauft ist?“ „Wohin schreibe ich meinen Zweitwunsch?“ – Fragen über Fragen.

    Punkt 10:00 Uhr beginnt das Vorverkaufsstellen-Personal damit, die Bestellungen einzusammeln und zu erledigen. Pausenlos werden jetzt Karten ausgedruckt und erst einmal auf der Theke auf einen hohen Berg aufgeschichtet. „Geht schneller so!“

    Durch die Glastür können sich einige wenige Wartende davon überzeugen, daß der Dricker läuft. Andere würden lieber selbst zur Theke vorgehen und die Karten in Besitz nehmen, oder eine weitere Frage stellen, – besonders jene, die erst später kamen, oder solche, die die.hier geltenden Spezialregeln aus anderen Gründen nicht mitbekommen haben. Eine Frau uwwi Reihen weiter hinten würde sich gerne noch schnell „umentscheiden“, aber das geht jetzt nicht mehr. Dafür ist der Öaden, in dem die Karten gefertigt werden, zu klein. Es können nicht alle hinein, um nach dem Rechten zu sehen.

    Zum Glück handelt es sich bei den Elbphilharmonie-Vorverkaufskartenkunden aber ja mehrheitlich um ein wohlerzogenes gutbürgerliches Kulturpublikum.

    Zum Kassieren und Ausgeben der Ausdrucke war jetzt erst einmal keine Zeit. Die Ausgabestelle wollte halt möglichst vielen Kunden etwas Gutes tun und für sich selbst den Umsatz optimieren.

    Das Ende vom Lied: Jetzt gab es erst einmal gar keine Karten, für niemanden. Ab 13:00 Uhr sollten sich dann alle wieder einfinden, um ihre Karten in Empfang zu nehmen. „Bitte dann aber kein Bargeld mitbringen! Und auch keine Kreditkarten! Das dauert zu lange. Am besten ist die HASPA-Karte.“

    Zwei Stunden später am gleichen Ort. Es scheinen jetzt eher noch mehr Leute da zu sein als in der Frühe. Vor dem Eingang ballt sich die große Zahl der Tageskunden, die aber keine Chance haben. Duch sie jindurch bahnen sich die Frühsufsteher ihren Wec. Sie haben schließlich rechzeitig bestellt, imd ihre Karten sind ja auch längst ausgedruckt.

    Doch es gibt nur eine Kasse und nur ein Lesegerät gür dir HASPA-Karten. Die Mannschaft hinter der Theke wurde offensichtlich aufgestockt, doch nicht jeder in dem Team ist mit den Be- und Abrechnungsvorgängen gleichermaßen vertraut. Mühsam muss der Inzwischen ausgedruckte Kartenberg durchsucht und umsortiert werden, – immer wieder. Und natürlich gibt es Rückfragen, und kleinere Diskussionen, z.B. wenn ein Bestellzettel falsch ausgefüllt war oder in dem Tohuvabohu verloren gegangen ist, auch dann, wenn eine ausgedruckte Karte in ihrer Kategorie nicht der Bestellung entspricht. Das Hamburger Kulturpublikum ist nicht nur recht gebildet, sondern bisweilen auch sehr genau.

    13:30 Uhr. Erst einmal gibt es für mich nur eine einzelne Karte. Wie soll ich das zu Hause erklärem?

    Manche Konzerte seien halt auch schon ausverkauft gewesen.“Vielleicht taucht ja Ihre Bestellung mit den restlichen Ausdrucken am Ende des Tages wieder auf, wenn wir den Berg abgearbeitet haben.“

    Ich bin dann um 16:30 Uhr nochmals hingegangen. Sechs von acht Wünschen konnten annähernd erfüllt werden. Vier Karten waren in einer günstigeren Kategorie, die beiden anderen dafür von der sündhaft teuren Sorte, alo gau sicher einige Stufen näher an der ersten Geige. „Die beiden müssen Sie nicht nehmen, ist nur ein Angebot. Morgen kann ich die fürs Doppelte losschlagen, wenn Sie sie nicht wollen!“

    Matürlich habe ich alles genommen, was zu bekommen war. Nun freue ich mich auf das City of Birmingham Symphony Orchestra im November, die Dresdener Philharmoniker im Dezember, das London Philharmonic Orchestra im Februar und das Elbphilharmonie Orchester mit Thomas Hengelbrock im Mai 2018. Ach ja, und der famose Teufelsgeiger David Gartett ist auch dabei. Alles im Großen Saal der Elbphilharmonie.

    • Schon einmal vielen Dank für den Bericht von vorderster Front. Schön, dass Sie nach der langen Wartezeit schlussendlich an Karten gekommen sind.

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