Hallo Festspiele im Kraftwerk Bille in Hammerbrook. Foto: Pelle Buys
Hallo Festspiele im Kraftwerk Bille in Hammerbrook. Foto: Pelle Buys

Vom 4. bis 14.10. finden im Kraftwerk Bille in Hammerbrook die Hallo Festspiele statt. Künstler aus Europa, den USA und Hamburg haben dafür multimediale Klanginstallationen erstellt – unter anderem aus 20 Meter langen Stahlseilen.

Früher wurde im 1899 erbauten Kraftwerk Bille in riesigen Kessel- und Turbinenhallen mit Hilfe von Kohle Strom erzeugt, bis 2008 nutzte eine Großwäscherei die Räumlichkeiten. Seitdem stehen die großen Halle leer. Eine Oldtimer-Erlebniswelt sollte hier einmal einziehen, doch daraus wurde nichts. Seit 2011 steht das Kraftwerk unter Denkmalschutz und wird immer wieder für kulturelle und öffentliche Veranstaltungen vermietet.

Zum dritten Mal finden nun vom 4. bis 14. Oktober auf dem Gelände die Hallo Festspiele statt. Über 40 internationale Musiker und Künstler bespielen die Räume des alten Kraftwerks mit akustischen Installationen, Konzerten und Performances. Die Veranstalter wollen den Raum durch auditive Kunst wieder zugänglich machen. „Es soll darum gehen, diesen Ort, der lange verschlossen war, zu erhören“, sagt die Pressesprecherin des Festivals, Anika Väth.

Die amerikanische Künstlerin Ellen Fullman beispielsweise hat über 20 Meter lange Stahlseile in den Hallen befestigt und wird diese in einem Konzert mit Konrad Sprenger bespielen. Zu Beginn der Festspiele präsentiert Daniel Dominguez Teruel eine eigens für das Kraftwerk entwickelte Musiktheater-Installation. Die Hamburger Gruppe Ferdinand Försch & Friends gibt ein Konzert mit über 100 selbst gebauten Instrumenten. Zusätzlich zu den Konzerten und Performances gibt es Ausstellungen, Workshops und Touren. Im Klub Vanessa 17 finden an den Wochenenden Partys statt.

Neues Konzept für Anwohner

Die Festspiele sind in diesem Jahr, im Gegensatz zu den zwei vorherigen Ausgaben, inhaltlich von Anfang bis Ende durchstrukturiert. In den vergangenen Jahren ging es laut Anika Väth vor allem darum, die Anwohner mit einzubeziehen. Jeder konnte sich aktiv am Programm beteiligen. „Dieses Mal sind die Festspiele eher ein Kunst- und Musikfestival. Es gibt weniger Zufall.“, sagt Vaeth.

Wer sich einbringen und mitdiskutieren möchte, kommt dennoch auf seine Kosten, denn die Organisatoren wollen sich keineswegs abschotten. Die „Schaltzentrale“, ein experimentelles Stadtteilbüro auf dem Gelände, das sonst während der Veranstaltung geöffnet war, ist ab diesem Jahr auch außerhalb der Festivalzeiten zugänglich. Parallel zu den Hallo Festspielen gibt es dort es ein Cafe, Ausstellungen, Workshops und Film- und Themenabende.

Den Timetable für die einzelnen Programmpunkte findet Ihr hier: http://www.hallo-festspiele.de/content/1-program/timetable_a3.pdf

Ellen Fullmans Installation „Long String Instrument“:

Jazz-Musiker Pedro Sousa und Gabriel Ferrandini:

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Joachim Plingen, Jahrgang 1990, hat schon einmal in „Carmen“ an der Düsseldorfer Oper gesungen – im Chor. Später studierte er an der Sporthochschule Köln Sportmanagement. Nach dem Bachelor arbeitete er in Leipzig beim Radiosender Detektor.fm. In Quebec jobbte er als Kellner und als Sprachlehrer, um damit eine Motorradtour durch Vietnam zu finanzieren. Der gebürtige Bonner wohnt in St. Georg, spielt Schlagzeug und legt Platten auf. Auf eine bestimmte Musikrichtung möchte er sich dabei nicht beschränken, nur Schlager, Black Metal, Trash-Pop und Dubstep mag er nicht. Joachim spielt Fußball, zuletzt bei Blau-Weiß Leipzig, und ist Fan von Bayer Leverkusen. Manchmal steht er auch als Schauspieler für Kurzfilme vor der Kamera.