Igel im Laub
Igel im Laubhaufen. Foto: NABU/Bernd Kunz

Die Baumärkte sind gerüstet – doch Laubsauger, Laubbläser und Kehrmaschinen solltest du auf keinen Fall nutzen. Denn alles, was zu Boden fällt, wird schon von der Tierwelt erwartet.

Der Baumarkt des Vertrauens hat sie in den unterschiedlichsten Ausführungen und der Nachbar dröhnt mit seinem Testsieger-Model schon beim ersten frisch gefallenen Blatt: Mit Laubsaugern und Laubbläsern lässt sich Laub bis in den hintersten Winkel des Gartens oder der Grünanlage beseitigen. Doch der Einsatz dieser Gartengeräte sorgt nicht nur für einen laubfreien Garten, sondern zerstört auch wichtigen Lebensraum. „Kleintiere und größere Tiere sind auf das Laub als Überwinterungshilfe angewiesen. Deswegen ist es wichtig, dass das Laub liegen gelassen wird“, sagt Nils Stanetzek vom NABU Hamburg.

„Kleintiere und größere Tiere sind auf das Laub als Überwinterungshilfe angewiesen“

Laubsauger verletzen die größeren und verschlingen die kleinen Tiere. Ist dann noch eine Häckselfunktion im Gerät vorhanden, wird das Tier meist im gleichen Arbeitsgang zerstückelt. „Wer das Laub aus dem Garten entfernen möchte, sollte lieber zu Besen und Rechen greifen und das Laub in einer abgelegenen Ecke im Garten auftürmen. Das so zusammengerechte Laub bietet eine notwendige Überwinterungshilfe“, rät Stanetzek. Das gilt auch für Wege und Einfahrten. Auch hier sollte lieber zum Besen statt zum Laubsauger gegriffen werden, um das rutschige Laub zu entfernen.

Tierhotel Laubhaufen

Neben Igeln ziehen sich unter anderem auch Erdkröten, Spitzmäuse, Raupen und Falter zum Schutz vor der kalten Jahreszeit unter dem Laubhaufen zurück. Damit ist der Laubhaufen ein echtes Tierhotel und auch für Gärtner nützlich, denn vieler dieser Tiere sind unerlässliche Helfer für einen fruchtbaren Garten. Außerdem schützt die Laubschicht den darunterliegenden Boden gegen Frost und bietet Vögeln, wie zum Beispiel der Amsel, im Winter Nahrung.

Was du tun kannst:

  • Verzichte auf Laubsauger, Laubbläser und Kehrmaschinen und nutze stattdessen Rechen und Besen.
  • Lass das Laub auf Beeten, Sträuchern und Hecken liegen, denn die Laubschicht ist Lebensraum, Winterquartier und Nährstoffspender.
  • Wenn dich das Laub auf dem Rasen stört, reche es zusammen und türme es in einer abgelegenen Ecke auf.
  • Wenn dein Garten nicht genügend Platz für einen Laubhaufen bietet, dann kompostiere das Laub.
  • Verbrenne auf keinen Fall das Laub, denn es kommen auch viele Tiere in den Flammen um.