Die großen Schiffe sorgen für schlecht Luft am Hafen. Der Treibstoff LNG (flüssiges Erdgas) könnte das ändern. Foto: Lennart Albrecht
Die großen Schiffe sorgen für schlecht Luft am Hafen. Der Treibstoff LNG könnte das ändern. Foto: Lennart Albrecht

Als Alternative zu Diesel soll flüssiges Erdgas die Schiffahrt sauberer machen – und damit auch den Hamburger Hafen. Noch hat sich der Kraftstoff nicht durchgesetzt. Unterstützer wie Ole von Beust sehen jedoch großes Potenzial. 

Schiffe, die mit flüssigem Erdgas (LNG) fahren, verschmutzen die Luft deutlich weniger als dieselbetriebene Gefährte. Trotzdem wird der Treibstoff aktuell kaum genutzt. Seit vier Jahren arbeitet die Maritime LNG Plattform daran, dass sich das in der Schiffahrt ändert. Die Initiative setzt sich aus Unternehmen, Häfen und Verbänden zusammen und wurde 2014 von Ole von Beust gegründet. Am Dienstag kamen die Mitglieder in Hamburg zusammen, um Bilanz zu ziehen.

Bisher wurde im Hamburger Hafen kein Schiff gebaut, dass mit Erdgas fährt. Einige Kreuzfahrtschiffe, die im Hafen anlegen, nutzen allerdings LNG während ihres Aufenthalts zur Stromgewinnung. Von 50.000 Seeschiffen weltweit nutzen nur 200 Gefährte flüssiges Erdgas oder sind darauf vorbereitet. Das sind weniger als ein Prozent. Dabei gefährden Diesel-Abgase die Gesundheit von Anwohnern in Hafenstädten – so auch in Hamburg.

Ist Erdgas Lösung oder Brückentechnologie?

„Ohne LNG als den richtungsweisenden Schritt zu alternativen Kraftstoffen ist die maritime Energiewende nicht zu bewerkstelligen“, so der Vorsitzende der Maritimen LNG Plattform Thorsten Lehmann. Die Unterstützer sehen in dem alternativen Kraftstoff eine umweltfreundliche Alternative zu Diesel. Ole von Beust, ehemaliger Erster Bürgermeister Hamburgs, ist Initiator des Zusammenschlusses und sagt: „Der zunehmende Einsatz von LNG bedeutet eine drastische Reduzierung von Feinstaub, Stickoxiden und Schwefeloxiden.“

Dem stimmt auch Sönke Diesener, Referent für Verkehrspolitik des Naturschutzbundes Deutschland (NABU), zu. Im Hinblick auf Stickoxide und Feinstaub sei Erdgas eine gute Lösung. „Allerdings handelt es sich dabei immer noch um einen fossilen Brennstoff“, so Diesener. „Wenn wir die Ziele des Pariser Abkommens erreichen wollen, dann müssen wir das Fördergeld in die Erforschung neuer Antriebsmechanismen und Stoffe stecken.“ Eine Alternative könne der Antrieb mit Strom sein. So würden in Norwegen viele Fähren mit Akkus fahren.

Hohe Luftverschmutzung an den Landungsbrücken

„LNG ist aktuell die sauberste Alternative im Sinne der Gesundheit, gerade auch im Hinblick auf Hafenstädte“, sagt Diesener. Mit seinen Kollegen misst er regelmäßig in Hamburg die Belastung der Luft mit Stickoxiden. Gerade der Hamburger Hafen sei stark belastet: „Die Konzentration der Abgase ist an den Landungsbrücken 10 bis 20 Mal höher, als an einer vielbefahrerenen Straße“, so Diesener. Grund dafür seien die Dieselmotoren der großen Schiffe, deren Abgase ungefiltert in die Luft gelangen. Anders als Autos, hätten Schiffe weder einen Katalysator, noch einen Feinstaubfilter.

hl/dpa

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Hannah Lesch, Jahrgang 1994, überlebte bereits Wildwasser-Rafting mit Krokodilen in Namibia. Dort hat sie auch Bogenschießen gelernt. Nach dem Bachelor im Wissenschaftsjournalismus ging sie für ein Freiwilliges Soziales Jahr nach Afrika, um für die „Deutsche Welle Akademie“ Trainings für Medienschaffende anzubieten. Nebenbei organisierte sie ein Festival, bei dem in 48 Stunden Filme produziert wurden. Wissenschaftsjournalistin möchte sie werden, seit sie bei „Jugend forscht“ einen Preis gewonnen hat. Dafür kartierte sie Mauereidechsen. Und nein, mit Harald Lesch ist sie nicht verwandt. Ihren Namensvetter und ihr Idol würde sie trotzdem gerne mal treffen. Immerhin: Seine Gehaltsabrechnung wurde ihr beim Praktikum beim „Bayerischen Rundfunk“ aus Versehen zugestellt. Geöffnet hat sie diese aber nicht. Kürzel: hl