Auf dem Friedhof Ohlsdorf könnten Tier-Mensch-Gräber bald Realität werden. Grafik: Melina Deschke.
Auf dem Friedhof Ohlsdorf könnten Tier-Mensch-Gräber bald Realität werden. Illustration: Melina Deschke

Der Friedhof Ohlsdorf möchte es Menschen ermöglichen, gemeinsam mit ihren Haustieren bestattet zu werden. Das ist in Deutschland bisher nur in Essen möglich. Die Hamburger Bürgerschaft müsste dafür einer Gesetzesänderung zustimmen.

Hier, auf dem Friedhof Ohlsdorf könnten bald Gräber für Tiere und Menschen entstehen. Foto: Pixabay
Auf dem Friedhof Ohlsdorf könnten bald Gräber für Tiere und Menschen entstehen. Foto: Pixabay

Der Friedhof Ohlsdorf plant gemeinsame Grabstätten für Haustiere und ihre Besitzer_innen. Damit Tiere auf Humanfriedhöfen beigesetzt werden dürfen, müsste die Bürgerschaft einer Änderung des Hamburger Bestattunggesetzes zustimmen. Dies sei noch in der aktuellen, bis 2019 andauernden Legislaturperiode anvisiert, so Lutz Rehkopf, Pressesprecher des Ohlsdorfer Friedhofs, gegenüber FINK.HAMBURG. Anlass ist eine Forderung, die erstmals in einem Bürgerbegehren von 2016 laut geworden war. Insbesondere ältere Menschen, die häufig ein inniges Verhältnis zu ihren tierischen Begleitern haben, wünschen sich gemeinsame Grabstätten, so Rehkopf.

Hundeverbot auf Hamburger Friedhöfen

Die Gesetzesänderung wäre die erste Möglichkeit, seinen Hund überhaupt mit auf einen Friedhof zu nehmen, da die Haustiere auf allen Hamburger Friedhöfen verboten sind. Einzig Blinden- und Therapiehunde sind erlaubt. Dieses Paradoxon werde insbesondere von Gegnern der geplanten Gesetzesänderung betont, sagte der Pressesprecher des Ohlsdorfer Friedhofs.

Erste Tier-Mensch-Gräber in Essen

Trotz genehmigter Tier-Mensch-Gräber bleibt der Friedhof "Unser Hafen" weitestgehend leer. Foto: "Unser Hafen.
Trotz genehmigter Tier-Mensch-Gräber bleibt der Friedhof „Unser Hafen“ weitestgehend leer. Foto: „Unser Hafen“.

Aktuell ist eine Mensch-Tier-Bestattung in Deutschland nur in Essen möglich. Dort wurde ein Teilbereich eines katholischen Friedhofs in Frintrop für diese Bestattungsart umfunktioniert. Nach Angaben der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“ ist dennoch ein Großteil der Fläche ungenutzt, da die Landeskirche das Konzept ablehnt.

lg

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Carl Lukas Gebhard, geboren 1993, ist gebürtiger Hamburger, also fast – er kommt aus Harburg. Seinen Bachelor und Master hat er in Göttingen in Gender Studies gemacht. In Zusammenarbeit mit dem Gleichstellungsbüro Northeim und Einbeck hat er mit Schülerinnen und Schülern Erklärvideos gedreht, zum Beispiel zu Transsexualität und Mobbing. Auch im Newsroom von FINK.HAMBURG setzt er sich für das Thema Gleichstellung ein. Seine Kühlschranktür ist voll mit Magneten aus der ganzen Welt. In Vietnam trank Lukas in sechs Stunden hundert Bier mit einheimischen Senioren – deren Sprache er danach auch etwas verstand. Ein Jahr jobbte er an der Rezeption der einzigen Jugendherberge in Sankt Moritz. Dreimal in der Woche ist er in Hamburg bouldern. Sein Ziel: krass werden. lg