Digitales Tachometer eines Elektrobusses der Hamburger Hochbahn
Dieser Bus kann mit 74 Prozent Batterieladung noch rund 110 Kilometer weit fahren. Foto: Christian Charisius/dpa

Nach drei Jahren Bauzeit hat die Hamburger Hochbahn den ersten Betriebshof für elektrische Busse eröffnet. Das 73 Millionen Euro teure Projekt bietet Wartungs- und Ladeplätze für 240 Fahrzeuge in Alsterdorf.

Die Hamburger Hochbahn eröffnete am Mittwoch den ersten Betriebsbahnhof für E-Busse im Stadtteil Alsterdorf. Drei Jahre lang wurde dafür gebaut, nun können bis zu 240 Fahrzeuge auf der Anlage gewartet und geladen werden. Das Projekt kostete 73 Millionen Euro.

Aktuell besitzt die Hochbahn vier elektrische Fahrzeuge. Sie sollen auf der so genannten Innovationslinie 109 (ZOB – U-Alsterdorf) eingesetzt werden. Mit einer Reichweite von 150 Kilometern eignen sie sich jedoch nicht für alle Strecken. Deshalb testet die Hochbahn gemeinsam mit dem Hersteller eine zusätzliche Brennstoffzelle zur Steigerung der Reichweite.

Fahren mit Strom, heizen mit Diesel

Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher spricht von einem „Meilenstein auf dem Weg zur klimaneutralen Mobilität“. Mit einer Einschränkung: Die vier im Einsatz befindlichen Fahrzeuge werden mit Diesel beheizt. Der Grund hierfür ist der hohe Stromverbrauch der Heizung, bei einer rein elektrischen Lösung sei die maximale Reichweite bei niedrigen Außentemperaturen nicht zu gewährleisten, so Hochbahn-Pressesprecher Christoph Kreienbaum.

Im Sommer gebe es keine Emissionen, da die Heizung nicht in Betrieb sei. „Wir müssen pragmatisch denken und können die E-Mobilität nicht an der Heizung scheitern lassen“, sagt Kreienbaum.

Zu der Elektroflotte sollen dieses Jahr noch 26 weitere Fahrzeuge dazukommen, die ebenfalls eine Dieselheizung nutzen. Erklärtes Ziel der Hochbahn sei jedoch ein vollständig emissionsfreier Busbetrieb bis 2030. Ab dem kommenden Jahr sollen rein elektrische Fahrzeuge angeschafft werden.

Leistung könnte eine Kleinstadt versorgen

Die Abstellplätze des E-Bus-Betriebshofs werden zurzeit noch von Dieselbussen belegt. Künftig werden dort die Elektrofahrzeuge von einem eigenen Umspannwerk mit Strom versorgt. Mit 25 Megawatt Gesamtanschlussleistung könnte es den Bedarf einer Kleinstadt mit 40.000 Einwohnern decken. Laut Pressesprecher Christoph Kreienbaum handelt es sich um zertifizierten Ökostrom aus modernen Windkraftanlagen.

Auch die Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein (VHH) setzen künftig auf Elektrobusse. Zwei Fahrzeuge fahren bereits durch Blankenese. Die VHH möchte die Flotte bis 2030 um 420 Elektrofahrzeuge erweitern.

jag/dpa

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Jannik Golek, geboren 1994 in Altona, backt Pizza, die sogar Otto Waalkes schmeckt. Der Hamburger mit kroatischen Wurzeln ist nachtaktiv und morgens passiv, was er durch mindestens fünf Becher Kaffee ausgleicht. Überschüssige Energie baute er bei waghalsigen Bungeesprüngen im australischen Regenwald ab. In Hamburg nutzt er sie für Headbanging im Proberaum seiner Metalcore-Band “Call me home”. Nach dem Studium des Bibliotheks- und Informationsmanagements ist er als Frontend-Entwickler in einer Musikagentur tätig. Für diese hat er eine Website für die DJ-Szene umgesetzt und sich um deren Usability gekümmert. In der KFZ-Werkstatt seines Vaters schraubte er schon als Jugendlicher, seitdem ist er fasziniert von allem, was Motoren und Räder besitzt. Wenn sich das Hamburger Schietwetter erbarmt, ist er auf einem seiner beiden Motorräder unterwegs. Kürzel: jag