Nach achtjähriger Sanierung wird die 426 Meter lange Oströhre des Alten Elbtunnels am Freitag wiedereröffnet. Lange werden Ost- und Weströhre aber nicht zeitgleich nutzbar sein: Im Juni beginnt die Erneuerung des westlichen Durchgangs. 

Zum ersten Mal in seiner 100-jährigen Historie wurde der Alte Elbtunnel, der die Stadtteile St. Pauli und Steinwerder miteinander verbindet, saniert. Wenn die Oströhre am Freitag nach achtjähriger Sperrung wiedereröffnet wird, hat man sechs Wochen lang Zeit, die Norderelbe durch beide Durchgänge zu unterqueren. Am 2. Juni beginnen die Sanierungsarbeiten auf der anderen Seite.

Die HPA plant 2024 mit der Fertigstellung, will also drei Jahre schneller sein als bei der Oströhre. Es sollen ähnliche Sanierungsarbeiten stattfinden, „nur haben wir jetzt die Erfahrung, das Knowhow“, so Kai Gerulli, Pressesprecher der Hamburg Port Authority (HPA).

Ab 14 Uhr haben Fußgänger am Freitag die Möglichkeit, den denkmalgeschützten Tunnel durch seine Oströhre zu durchqueren. Autofahrer sind nicht zugelassen, solange auch der danebenliegende Durchgang des Alten Elbtunnels nutzbar ist. Gehen hier die Arbeiten los, können Autofahrer den Tunnel wochentags für eine Gebühr von 2 Euro passieren.

„Im Osten strahlt es“

„Der Kontrast zur neben liegenden Weströhre ist extrem. Im Osten strahlt es“, sagt Gerulli. Das gesamte Basiskonstrukt der Oströhre musste freigelegt werden, das Stahlskelett erneuert, die Bordsteine restauriert, die zu Bruch gegangenen Kacheln im Sinne des Denkmalschutzes wieder errichtet. Die Wandreliefs, die sogenannten „Tunneltiere“, wurden durch Keramiker erneuert.

„Keiner wusste, wie komplex das wird“, sagt Gerulli. Daher haben sich die Arbeiten so in die Länge gezogen. Hinzu kamen Schadstoffe, die die HPA im Boden fand. Vor allem Bleirückstände hätten die Arbeiten beeinträchtigt. Nun ist die Röhre fertiggestellt.

Vollzieht sich die Wiedereröffnung und somit eine Nutzung beider Tunnel wie geplant, dauerte die Sanierungszeit insgesamt 30 Jahre. Die Arbeiten hatten 1994 an den Einfahrten begonnen. Danach wurden die Schachtgebäude und die darin befindliche Technik erneuert. Die Gesamtkosten werden sich am Ende voraussichtlich auf rund 60 Millionen Euro pro Röhre belaufen.

Konzert im Mai

Im Mai findet eine Ausstellung zur Geschichte des Alten Elbtunnels in der östlichen Röhre statt. Außerdem ist ein Konzert der Hochschule für Musik und Theater geplant. Vor der Schließung der Weströhre soll dort eine „Symphonie im St. Pauli Elbtunnel“ aufgeführt werden.

Ob Ost oder West: Ein Nasenloch ist immer dicht. In Hamburg lässt sich dieses natürliche Phänomen auf den Alten Elbtunnel beziehen. Irgendwann ist der Zyklus dann hoffentlich gestoppt.

max/dpa

Titelfoto: Christian Bruch

Vorheriger ArtikelHaspa Marathon 2019: Sieg auf den letzten Metern
Nächster ArtikelKonzert-Tipp: Jazz im Tonlabor
Harald Schmidt hat 1995 gesagt, dass Kinder nur noch Max, Paul oder Leonard heißen. „Namen wie blank geputzte Holztische“. Zu diesem Zeitpunkt war Max Paul Leonard Nölke seit zwei Monaten auf der Welt. Der Dortmunder Knirps teilt mit seinen Namensvettern Hobbys wie Fußball, Musik hören und Freunde treffen. Soweit, so blank geputzt. Markanter ist Max‘ Schreibe. Der herbe Ruhrpott-Schlag gepaart mit seinem Feingefühl brachten ihn in die Redaktionen der Dortmunder “Ruhr Nachrichten” und der Berliner “taz”. In Marburg hat er Sprache und Kommunikation studiert, kann auf Italienisch einen Ramazzotti bestellen und auf Niederländisch eine Frikandel Speciaal. Am liebsten sind ihm aber die Kohlrouladen von Mama. Irgendwann will er mal mit Olli Schulz ein Fischbrötchen verspeisen. Der ist sowieso lustiger als Harald Schmidt. Kürzel: max