Ihr hängt an Eurem geliebten Fahrrad und wollt es mit einem neuen Schloss schützen? Wir haben für Euch sieben Fahrradschlösser mit Aha-Effekt zusammengestellt.

Eines vorab: das komplett sichere Fahrradschloss gibt es nicht. Alle Versprechen eines hundertprozentigen Diebstahlschutzes werden spätestens von elektrischen Werkzeugen der Profidiebe gebrochen. Es gilt aber: je massiver, desto sicherer.

Doch schwere Metallketten, die am Fahrradrahmen baumeln, sind nicht für jede*n das Richtige. Wir haben für Euch auf dem deutschen Markt nach Fahrradschlössern gesucht, die einen Kompromiss aus Sicherheit und Komfort bieten – und das gewisse Etwas mitbringen.

1. Ein Fahrradschloss als Wearable

Wie bequem lässt sich ein Fahrradschloss transportieren? Bei den Kettenschlössern von Hiplok gehört diese Frage zum Konzept: Die massiven Kettenschlösser lassen sich mit speziellen Verschlüssen und abnehmbaren Nylonhüllen um die Hüfte tragen. So wird das hohe Gewicht der Schlösser (Original-Version: 1,9 Kilogramm) etwas aufgefangen. Die Gold-Variante (2,4 Kilogramm) hat den höchsten Sicherheitsfaktor der Reihe. Wer es nicht ganz so schwer will, greift zur Lite-Version (1 Kilogramm). Weitere Ausstattungsmerkmale: ein reflektierender Druck und drei codierte Schlüssel.

Sicherheit (Herstellerangabe): Sold Secure Bronze/Silver/Gold (je nach Variante)
Preis: ca. 70 bis 130 €


2. … mit Alarmanlage

Doppelt hält besser: Das Fahrradschloss Abus Bordo Alarm 6000A (1,4 Kilogramm) ist nicht nur faltbar, sondern hat auch einen akustischen Alarm. Faltschlösser wie das Abus 6000 bietet Schutz gegen Hebeln, Vereisen und Sägen. Die eingebaute Elektronik reagiert bei kleineren Erschütterungen mit einem piependen Warnton. Bei anhaltender Bewegung ertönt 15 Sekunden lang ein 100 Dezibel lauter Alarm, sodass Diebe nicht ungestört arbeiten können. Wie bei Faltschlössern üblich gibt es eine Halterung am Fahrradrahmen zum Transportieren. Das Schloss ist in zwei Längen erhältlich: 90 und 120 Zentimeter.

Sicherheit (Herstellerangabe): 10/15
Preis: ca. 100 bis 150 €


3. … als Design-Objekt

Das Twin Litelok Silver. Foto: Litelok

Ungewöhnlicher Look für ein Fahrradschloss: Das Litelok setzt auf Leichtigkeit, Flexibilität und Design. Für das innovative Konzept gab es im letzten Jahr den red dot Design-Award. Die Konstruktion (je nach Variante 630 bis 830 Gramm) erinnert zunächst an ein großes Hundehalsband, ist aber viel stabiler und soll auch hohen Sicherheitsansprüchen genügen – zumindest in der Gold-Kollektion. Hier gibt es auch eine als Gürtel tragbare Version (1,3 Kilogramm) und unterschiedliche Farbvarianten. Zusätzlich können Klettbänder bestellt werden, mit denen das vergleichsweise leichte Schloss im entfalteten Zustand direkt am Fahrradrahmen befestigt werden kann.

Sicherheit (Herstellerangabe): Sold Secure Silver/Gold (je nach Variante)
Preis: ca. 90 bis 150 €


4. … aus Textil

Das tex—lock Schloss mit zugehörigem Vorhängeschloss.
Das tex—lock eyelet M in grau. Foto: Texlok GmbH

Das Tex-Lock 2.0 sagt kurzen, schweren und unflexiblen Fahrradschlössern den Kampf an. Es sieht aus wie ein dickes Textilband, ist aber ein neuartiges Fahrradschloss mit zwei ineinander greifenden Ösen. Die Kette ist mit mehreren Lagen aus High-Tech-Fasern ummantelt, die jede eine spezielle Funktion übernehmen: Schutz vor Feuer, Schnitt- und Schlagwerkzeugen. Das Tex-Lock ist in vier Farben und drei Längen von 80 bis 160 Zentimetern erhältlich (1,2 bis 1,7 Kilogramm). Zum Abschließen benötigt das Band ein separat erhältliches Vorhängeschloss. Eine Version zum Ergänzen von Rahmenschlössern, wie man sie oft bei E-Bikes findet, ist ebenfalls erhältlich.

Sicherheit (Herstellerangabe): k.A.
Preis: ca. 90 bis 130 €


5. … mit dem sichersten Bügel

Schwarzgelb wie die Taxen in der Weltmetropole – so möchte das Kryptonite New York potenzielle Diebe auf sich aufmerksam machen. Die Aussage „Ich bin sicher!“ wird durch einen aktuellen Test der Stiftung Warentest bestätigt: In der Kategorie Aufbruchsicherheit erhielt das massive Bügelschloss in der Standardvariante (1,9 Kilogramm) eine glatte 1,0. Abzüge gab es dafür in der Handhabung. Bügelschlösser sind an sich nicht sehr flexibel und müssen für den Transport fest am Rahmen befestigt werden. Das Bügelschloss-Flaggschiff von Kryptonite wird deshalb mit einer passenden Klick-Halterung geliefert und ist in zwei Längen erhältlich. Drei Schlüssel sind auch dabei – einer davon mit integrierter LED-Beleuchtung.

Sicherheit (Herstellerangabe): 9/10
Preis: ca. 80 bis 120 €


6. … mit smarten Funktionen

Das Internet der Dinge macht auch vor Fahrradzubehör keinen Halt: Das I Lock It ist ein smartes Rahmenschloss (390 Gramm). Das Schloss wird klassischerweise am Hinterrad montiert und kann per Bluetooth gesteuert werden. Mit der passenden Smartphone-App kann das Schloss geöffnet und geschlossen werden. Das geschieht auf Wunsch auch automatisch, sobald sich das verbundene Handy vom Schloss entfernt. Ist das Smartphone mal nicht dabei, kann das Schloss mit einem individuellen Farbcode oder einer Fernbedienung geöffnet werden. Das I Lock It hat einen eingebauten Alarm (110 Dezibel), der Diebe vertreiben soll. Zusätzlich sind eine Plus-Variante, ein Stahlseil und ein Kettenschloss erhältlich, um auch das Anschließen an Gegenständen zu ermöglichen.

Sicherheit (Herstellerangabe): k.A.
Preis: ca. 130 bis 150 €


7. … nützt nichts ohne diese Tipps

Hier noch vier Tipps für ein Extra an Sicherheit:

Fest anschließen! Ihr solltet niemals nur das Rad abschließen, sondern den Rahmen immer auch an einem festen Gegenstand anschließen. So kann Euer Bike nicht einfach weggetragen werden.

Je höher, desto sicherer! Das Schloss sollte niemals in Bodennähe hängen. So können Diebe nicht an Eurem Rad in Deckung gehen und ihre Bolzenschneider auf dem Boden abstützen, um mehr Kraft auf ihr Werkzeug zu bringen.

Variabel bleiben! Im besten Fall habt Ihr immer zwei verschiedene Fahrradschlösser dabei. So sichert ihr nicht nur den Fahrradrahmen, sondern auch die Laufräder. Und: je unterschiedlicher die Schließsysteme, desto mehr Werkzeug- und Zeitaufwand müssen Fahrraddiebe betreiben, um Euer Rad zu entwenden.

Versichern! Diebstahlversicherungen für Fahrräder lohnen sich vor allem für teure Modelle. Das bringt zwar das gestohlene Zweirad nicht wieder, aber es wird zumindest der Geldwert ersetzt. Leider sind Fahrradversicherungen aufgrund des hohen Diebstahlrisikos relativ teuer.

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Benjamin Eckert, Jahrgang 1988, hat das Unmögliche möglich gemacht: Mit nur einer Bewerbung ergatterte er in Altona ein Zimmer in seiner Traum-WG. Dass Hamburg für ihn genau die richtige Stadt ist, würde er vor seinen Freunden aus seiner Heimatstadt Dortmund niemals zugeben. Seit 2009 arbeitet er als freiberuflicher Kommunikationsdesigner, 2013 schloss er seinen Bachelor in Fotografie ab. Beim Bund der Deutschen Katholischen Jugend in Paderborn verantwortete er im Anschluss die Öffentlichkeitsarbeit und traf den Bundespräsidenten im Schloss Bellevue. Für die Landesinitiative StadtBauKultur NRW betreute er Newsletter und Webseiten. Nebenbei arbeitet Benjamin fleißig an seiner Bucketlist, einiges hat er schon abgehakt: sein eigenes Hochbett bauen, einen Baum pflanzen und ein Buch herausgeben. Kürzel: ben

1 KOMMENTAR

  1. Zusatztipp:
    Rahmen mit bunten Stickern verzieren.
    Die Diebesbanden haben keinen Bock die Aufkleber abzufitteln für den Weiterverkauf, dann nehmen sie lieber das Rad daneben. Außerdem kann man das Rad so leichter finden, bei Ebay-Kleinanzeigen und co.

    Lieber nicht: Das Rad codieren wenn es versichert ist. Denn die Versicherungen ersetzen zwar erstmal den Schaden, wenn das Rad aber irgendwann mal wieder auftaucht, aus dem Fluss gezogen wird etwa, und sich anhand der Codierung zuordnen lässt, müsst ihr der Versicherung das Geld zurückzahlen. Das Rad ist ja wieder da, der Zustand ist egal. Codierung nützt also v.A. Versicherungen.

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