Insolvenzverfahren: Allen Servicekräften der Stage-Theater wurde gekündigt, nachdem der Dienstleistungsfirma Onstage & Sports GmbH der Auftrag entzogen wurde. Eine neue Firma übernimmt den Betrieb der Bars, Garderoben und Souvenir Shops. 

Alle Servicemitarbeiter*innen der Hamburger Dienstleistungsfirma Onstage & Sports GmbH (OSS) verlieren Ende August ihre Jobs. Die OSS hat Insolvenz angemeldet, nachdem ihr Hauptauftraggeber Stage Entertainment nach über zehn Jahren die Zusammenarbeit  kündigte. Der neue Dienstleister, die GVO Personal GmbH, wird keine der Mitarbeitenden direkt übernehmen.

In Hamburg sind 500 Beschäftigte von der Kündigung betroffen, in Gesamtdeutschland 1200. Die Mitarbeiter*innen hofften bis zuletzt für den neuen Dienstleiter tätig werden können: „Es wurde seitens der Stage Entertainment ein sehr hohes Interesse signalisiert, einen möglichst großen Teil der Belegschaft zu übernehmen und uns unseren Arbeitsplatz zu erhalten“, so der Betriebsrat der OSS.

Kein Ausschluss bisheriger Mitarbeiter

Auf Nachfrage von FINK.HAMBURG sagt Stephan Jaekel, Presse- und Unternehmenssprecher von Stage Entertainment, dass es keinen Ausschluss bisheriger OSS-Mitarbeiter gebe. „Es steht ihnen völlig frei, sich bei GVO zu bewerben.“ Die GVO Personal GmbH hat durch Anwälte erklären lassen, keine Beschäftigten zu übernehmen, so der OSS-Betriebsrat. Die GVO reagierte auf Anfrage von FINK.HAMBURG bisher nicht auf diese Äußerungen.

Gesunkene Qualitätsstandards?

Als Gründe für die Beendigung der Zusammenarbeit mit OSS nennt Stage Entertainment gegenüber FINK.HAMBURG zuletzt niedrig gewordene Qualitätsstandards und die mangelnde Bereitschaft der Geschäftsführung, notwendige Modernisierungen umzusetzen. „Darunter fallen zum Beispiel Mitarbeiterschulungen, die Einarbeitung in neue Zahlsysteme oder Produktinnovationen“, sagt Pressesprecher Stephan Jaekel. OSS hätte dies nicht mehr leisten wollen und können.

Gründe für OSS nicht ersichtlich

Für den OSS-Betriebsrat sind diese Vorwürfe nicht nachvollziehbar. Der Betriebsrat wünscht sich weiterhin, dass die Übernahme der ehemaligen Service-Mitarbeiter*innen Teil des Vertrages zwischen Stage Entertainment und dem neuen Dienstleister wird. „Die Mitarbeiter in den einzelnen Standorten sind bereit und mehr als in der Lage, die von Stage Entertainment gestellte Aufgabe auch in Zukunft zuverlässig, routiniert und zu sehr guten wirtschaftlichen Bedingungen zu erfüllen.“

isu

Titelfoto: Lea Zurborg

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Isabel Surges, Jahrgang 1994, ist bilingual aufgewachsen. Von ihrem Vater hat sie nicht nur die spanische Sprache gelernt, sondern auch ihren venezolanischen Zweitnamen bekommen: Yahaira. In Venezuela war sie zwar noch nicht, dafür allerdings mit dem Rucksack in Australien und für ein Semester in Málaga. Einen Kulturschock erlebte die gebürtige Düsseldorferin aber erst durch ihren Umzug nach Köln. Dort studierte sie Medienkulturwissenschaften sowie Germanistik und experimentierte mit neuen Formatideen im Innovationslabor der Filmproduktionsfirma Ufa. Auf deren Partys spielte sie unter anderem mit Joe Gerner Tischtennis. Als Community Managerin in den Kommentarspalten des WDR lernte sie auch die raueren Seiten des digitalen Diskurses kennen. Zuletzt schrieb sie für die Kulturredaktion der Deutschen Welle – oder wie Yahaira sagen würde: La ola alemana. Kürzel: isu

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