Sportförderung auch für Vereine, die nicht in Dachsportverbänden organisiert sind: Das war das Ziel einer Petition des Breitensportvereins Sportspaß. Die Initiative scheiterte denkbar knapp.

Die Petition des Sportvereins Sportspaß um die Vergabe von Fördermitteln ist gescheitert. Das bestätigte der Verein gegenüber FINK.HAMBURG. Statt der Mindestanzahl von 10.000 Signaturen erreichte das Bürgerbegehren nach Auszählung nur 9.871 gültige Unterschriften.

Der Verein hatte im Juli 12.000 Unterschriften bei der Stadt eingereicht, um eine andere Verteilung von Sportfördergeldern zu bewirken. Parallel dazu läuft noch eine Klage.

Der Verein war vor eineinhalb Jahren aus dem Hamburger Sportbund ausgetreten, weil die Leitung mit der Vergabe von Zuschüssen unzufrieden war. Sportspaß habe hohe Mitgliedsbeiträge bezahlt, sei aber bei den Fördergeldern nicht ausreichend berücksichtigt worden, so die Argumentation des Vereins.

Als Dachverband verteilt der Hamburger Sportbund die Zuschüsse für Hamburger Sportvereine. Eine direkte Verteilung von Fördergeldern an nicht organisierte Sportvereine wie Sportspaß lehnte die Stadt ab – in Deutschland ist es üblich, dass Zuschüsse dieser Art über Dachverbände verteilt werden. Sportspaß ist mit 61.000 Mitgliedern und 1283 Kursen pro Woche der größte Sportverein in Hamburg.

Hamburger Sportbund bietet Rückkehr an

Über das vorzeitige Ende der Petition zeigt sich Sportspaß betrübt: „Wir bedaueren das schon sehr“, sagte Geschäftsführerin Bianca Wazlawski gegenüber FINK.HAMBURG. „Auf der anderen Seite zeigt uns das, wie stark unser Wir-Gefühl ist: Wir haben innerhalb kürzester Zeit 12.000 Unterschriften gesammelt.“

Ein Teil dieser Unterschriften stellte sich jetzt als ungültig heraus, was durchaus üblich ist bei Petitionen. So fehlten Angaben zu Geburtsdaten oder Menschen ohne Wohnsitz in Hamburg unterschrieben. „Das waren zum Teil Dinge, die wir nicht kontrollieren konnten“, so Wazlawski.

Wie der Sportverein nun weitermacht ist nicht klar. „Wir haben Interesse daran, dass Sportspaß in den Hamburger Sportbund zurückkehrt. Dazu gibt es gerade auch Gespräche“, sagte Maarten Malczak vom Hamburger Sportbund. Der Ausgang der Petition habe keine Auswirkung auf diese Gespräche. „Um es mal so zu sagen: Wir haben Sportspaß verschiedene Fördermittel in Aussicht gestellt. Diese müssten sie aber auch in Anspruch nehmen“, betont Malczak.

Am 23. Oktober steht das Thema bei der Bürgerschaft auf der Tagesordnung.

abe

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Astrid Benölken, Jahrgang 1993, hat als Kind sogar die Erziehungsratgeber ihrer Eltern gelesen, wenn ihr die Lektüre ausging. Zu ihren Lieblingsbüchern zählen Klassiker von Goethe, aber auch neue Werke, wie die des Nobelpreisträgers Ishiguro. Für ihr Ressortjournalismus-Studium mit Schwerpunkt Kultur zog Astrid aus dem kleinen Ort Seppenrade im Münsterland ins bayerische Ansbach. Nach dem Studium reiste sie mit dem Rucksack durch Südamerika, Osteuropa und Indien. Als Journalistin hat sie schon für die „Westfälischen Nachrichten“, „Faz.net“, den „Bayerischen Rundfunk“ und die „Süddeutsche Zeitung“ gearbeitet – am liebsten zu Kulturthemen. Kürzel: abe