Die Deutsche Umwelthilfe hat in 98 Städten, die besonders mit Feinstaub belastet sind, ein Böllerverbot beantragt. In Hamburg hat man sich gegen das Verbot entschieden – wie auch in anderen Städten im Norden Deutschlands.

Die Stadt Hamburg setzt den Antrag der Deutschen Umwelthilfe (DUH) auf ein Böllerverbot nicht um. Auch in anderen norddeutschen Städten, etwa Kiel und Lübeck, sind keine Verbote privater Feuerwerke an Silvester geplant. Insgesamt hatte die DUH das Verbot in 98 Städten in ganz Deutschland beantragt, die besonders mit Feinstaub belastet sind.

Zu hohe Feinstaubwerte

In einer Pressemitteilung begründete die Deutsche Umwelthilfe ihre Forderung für ein Verbot mit zu hohen Feinsstaubwerten durch Schwarzpulver-Feuerkörper. Folgen davon seien vermüllte Straßen und Grünanlagen sowie zahlreiche Wohnungsbrände. Als Alternative wirbt sie für ein „Silvester 2.0“ mit sauberen Licht- und Lasershows.

Hamburg überschritt nach Angaben der Innenbehörde zuletzt im Jahr 2011 den EU-Grenzwert von von 40 µg/m³. In anderen Jahren sei aufgrund von meteorologischen und geografischen Gegebenheiten keine Überschreitung verzeichnet worden.

Verbote bisher nur auf Nordseeinseln

Auch die Stadt Kiel spricht sich gegen den Antrag aus und hält ein Verbot zur Luftreinhaltung für nicht sinnvoll. Wie ein Stadtsprecher verkündete, hat die Ratsversammlung die Verwaltung beauftragt, ein Konzept für ein zentrales Feuerwerk an Silvester zu erarbeiten. Ein solches Konzept könnte „den Anteil von privatem Feuerwerk deutlich reduzieren“, heißt es in dem von der FDP beschlossenen Antrag. Dieser könnte allerdings frühestens zum Jahreswechsel 2020/21 greifen.

Auch in Lübeck und Flensburg wurden bisher keine Verbote von privatem Feuerwerk ausgesprochen, lediglich am Timmendorfer Strand sollen erstmals feuerwerksfreie Zonen ausgewiesen werden.

Auf den Nordseeinseln Sylt und Amrum herrscht dagegen ein ganzjähriges Verbot: Während auf Sylt das Verbot nur für private Feuerwerkskörper gilt, sind auf Amrum auch offizielle Feuerwerke nicht gestattet.

dpa/mew

Titelfoto: Clemens Heidrich/dpa

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Melanie Weimann, Jahrgang 1992, ist in ihrem Leben zwölf Mal umgezogen – einmal davon mit dem Flixbus. In Ansbach studierte die gebürtige Fränkin Ressortjournalismus mit Schwerpunkt Medizin und Biowissenschaften. Im Anatomiekurs hielt sie sogar einmal ein menschliches Herz in den Händen. Ihr Studium schloss sie allerdings in der Medienethik ab: mit einer Analyse über Jan Böhmermanns Schmähgedicht und vermutlich dem Weltrekord von Schimpfwörtern in einer wissenschaftlichen Arbeit. Später zog sie von München über Nürnberg nach Berlin, wo sie in einer Agentur und in Startups in der PR und Unternehmenskommunikation arbeitete. Unter anderem betreute sie einen Hersteller von Luxus-Hundebetten, eine Plattform für Smart Home und organisierte Events für die Dating-App Tinder: Mate, Calls und Pitches inklusive. Kürzel: mew

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