Schluss mit Strichlisten: Künftig sollen Wärmebildkameras die Zahl der Radfahrer*innen in Hamburg ermitteln. So soll die Radverkehrsplanung verbessert werden.

An 41 Standorten in Hamburg sollen Wärmebildkameras an Beleuchtungsmasten oder Ampeln angebracht werden. Das teilte der Senat auf eine kleine Anfrage des Grünen-Verkehrsexperten Martin Bill mit. 1,38 Millionen Euro sind für die Einrichtung der Zählstellen vorgesehen, die Hälfte übernimmt der Bund.

Bisher wurden Daten zum Radverkehr in Hamburg einmal jährlich per Strichliste erfasst. Diese Methode erwies sich allerdings als wenig repräsentativ, so Bill. Denn die Stichprobe könne zum Beispiel durch starken Regen am Tag der Messung beeinflusst werden. Eine weitere Messmethode ist das Zählen mit Kontaktschleifen im Boden. Diese lösen beim Überqueren mit dem Fahrrad eine Zählung aus.

Kameras können keine Personen identifizieren

„Im Rahmen der Ausarbeitung kam heraus, dass Wärmebildkameras den Prozess vereinfachen“, sagt Bill. Anders als Kontaktschleifen sollen sie in der Lage sein, PKW, LKW, Radfahrer*innen oder Fußgänger*innen anhand ihrer Wärme- und Flächensignatur zu unterscheiden. Sie können jedoch keine Personen oder Nummernschilder identifizieren.

„Schon seit langer Zeit fordern wir verlässliche Daten, um eine sinnvolle Radverkehrsplanung voranzutreiben“, sagt Bill. Es könne sich beispielsweise herausstellen, dass die geltende Regelbreite für Radfahrstreifen von 2,25 Meter vor allem im Bereich der Innenstadt nicht ausreichend sei. Beim Bau neuer Radwege könne man außerdem erkennen, ob diese tatsächlich mehr Radfahrer*innen nutzen, sagt Bill. Andererseits  könne man bei verringertem Radverkehr Rückschlüsse auf die Ursachen ziehen.

Daten öffentlich einsehbar

Die von den Kameras erfassten Daten sollen in Echtzeit öffentlich im Geoportal abrufbar sein. Zudem sollen sie interessierten Unternehmen und der Wissenschaft zur Verfügung gestellt werden.

Die ersten Kameras werden noch dieses Jahr angebracht, bis Ende 2020 sollen alle stehen, sagt Renate Pinzke, Pressesprecherin der Grünen-Fraktion. An den folgenden Standorten werden die Kameras in Hamburg installiert:

jag/dpa

Titelbild: Pixabay

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Jannik Golek, geboren 1994 in Altona, backt Pizza, die sogar Otto Waalkes schmeckt. Der Hamburger mit kroatischen Wurzeln ist nachtaktiv und morgens passiv, was er durch mindestens fünf Becher Kaffee ausgleicht. Überschüssige Energie baute er bei waghalsigen Bungeesprüngen im australischen Regenwald ab. In Hamburg nutzt er sie für Headbanging im Proberaum seiner Metalcore-Band “Call me home”. Nach dem Studium des Bibliotheks- und Informationsmanagements ist er als Frontend-Entwickler in einer Musikagentur tätig. Für diese hat er eine Website für die DJ-Szene umgesetzt und sich um deren Usability gekümmert. In der KFZ-Werkstatt seines Vaters schraubte er schon als Jugendlicher, seitdem ist er fasziniert von allem, was Motoren und Räder besitzt. Wenn sich das Hamburger Schietwetter erbarmt, ist er auf einem seiner beiden Motorräder unterwegs. Kürzel: jag

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