Es soll ein erster Schritt zur Abschaffung von Tierversuchen sein: Das Universitätsklinikum Eppendorf richtet eine neue Professur ein, um zunächst Wege zur Verringerung von Tierversuchen zu erforschen. 

Das Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) richtet eine neue Professur für tierversuchsfreie Forschung ein. Das gab das UKE am Donnerstag bekannt. Das Ziel: Erforschung von alternativen Methoden, um Tierversuche zu verringern und auf längere Sicht zu ersetzen.

Die Professur soll neue Impulse setzen, um Ersatzmethoden zu Tierversuchen weiterzuentwickeln. Mögliche Ersatzmethoden seien Computersimulationen, Bildgebungsverfahren oder permanente Zellkulturen. Außerdem sensibilisiere die Professur Medizinstudierende generell für Tiergesundheit und Tierschutz.

Neue Professur ist ein wichtiges Signal

Die neue Professur wird laut einer Mitteilung des Senats von der Behörde für Wissenschaft, Forschung, Gleichstellung (BWFG) und der Medizinischen Fakultät des UKE finanziert. Sie soll zum Herbst 2020 besetzt werden.

Wissenschaftssenatorin der Grünen und Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank nannte die neue Professur ein wichtiges Signal. „In Zukunft wollen wir über Heilmethoden für schwere und tödliche Erkrankungen verfügen, die ohne Tierversuche entwickelt wurden. Unser Ziel ist es, die Anzahl an Tierversuchen am UKE und in der Medizin insgesamt zu reduzieren und perspektivisch ganz abschaffen zu können.“

Jährlich 30.000 Tiere für medizinische Versuche

Derzeit sind die Wissenschaftler*innen des UKE noch auf Tierversuche angewiesen, um Krankheitsursachen und die Entwicklung neuer Therapieansätze zu erforschen, so die Mitteilung vom Donnerstag. Demnach können viele wissenschaftliche Fragestellungen nur an einem lebenden Organismus genauer erforscht werden.

Im UKE werden im Jahr etwa 30.000 Tiere für medizinische Versuche verwendet – überwiegend Mäuse. Außerdem wurden den Behörden weitere 65.000 Tiere gemeldet, die allein der Zucht von Versuchstieren dienen.

lab/dpa

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