Hamburg: Die höchste Einkommensreichtumsquote Deutschlands und doch ist fast jeder sechste Hamburger von Armut bedroht. Am meisten trifft es Arbeitslose, Alleinerziehende und kinderreiche Familien.

Arm oder reich?

Als arm gilt, wer weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens zur Verfügung hat.  Bei einem Single-Haushalt in Hamburg wird mit einer Armutsschwelle von 1.035 Euro gerechnet, bei einer Familie mit zwei Kindern mit 2.174 Euro.

Reich ist per Definition, wer  mehr als das Doppelte des mittleren Einkommens zur Verfügung hat.

Als Basis nimmt der Paritätische Wohlfahrtsverband Daten des Statistischen Bundesamts.

In Hamburg ist fast jeder sechste Einwohner von Armut bedroht. Das geht aus dem Armutsbericht des Paritätischen Wohlfahrtsverbands hervor. Demnach stieg das Armutsrisiko in Hamburg auf 15,3 Prozent, nach zuletzt positiver Entwicklung im vergangenen Jahr. Das bundesweite Niveau liegt bei 15,5 Prozent.

Besonders betroffen seien Arbeitslose (51 Prozent), Alleinerziehende (39,1 Prozent), kinderreiche Familien (33,3 Prozent) und Menschen mit ausländischen Wurzeln (29,3 Prozent). Bei Minderjährigen liegt die Armutsgefährdungsquote bei 21,7 Prozent.

Gespaltenes Hamburg

Zugleich weist Hamburg mit 12,3 Prozent die bundesweit höchste Einkommensreichtumsquote auf. Hamburg sei deshalb weiter tief gespalten, sagt Kristin Alheit, Geschäftsführerin des Paritätischen Wohlfahrtsverbands Hamburg. „Die Zahlen zeigen, dass die positive wirtschaftliche Entwicklung der vergangenen Jahre bei vielen Menschen nicht ankommt.“

Verband fordert Masterplan gegen Armut

Um die steigende Armut in Hamburg zu bekämpfen, fordert Alheit einen Masterplan vom Hamburger Senat. So könne man mit mehr öffentlich geförderten Beschäftigungsangeboten für Langzeitarbeitslose, bezahlbarem Wohnraum, mehr Unterstützung für Alleinerziehende und Mehrkind-Familien sowie der Stärkung benachteiligter Stadtteile zur Verbesserung der Lebenssituation Betroffener beitragen.

lab/dpa

Titelfoto: Christian Charisius/dpa