Hamburg will als erstes Bundesland den Klimaschutz in der Verfassung verankern. Über diese Pläne wurde am Mittwoch im Rathaus diskutiert. Dabei gab es auch Proteste, dass diese Maßnahme nicht ausreiche, um die Klimaziele zu erreichen.

Am gestrigen Mittwoch diskutierte die Hamburger Bürgerschaft über den Klimaschutz. Die rot-grüne Regierung will als erstes Bundesland ihr Klimaschutzgesetz noch vor der Bürgerschaftswahl am 23. Februar in der Verfassung verankern. „Insbesondere nimmt die Freie und Hansestadt Hamburg ihre Verantwortung für die Begrenzung der Erderwärmung wahr“, soll es laut NDR in dem Verfassungszusatz lauten. In einer zweiten Sitzung am 12. Februar soll die endgültige Entscheidung fallen.

Gegenwind von anderen Parteien

Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne) betonte in der Bürgerschaftsdebatte, dass viele Expert*innen in der Anhörung gesagt hätten, der Klimaplan sei der „ehrgeizigste“ der Republik. Diese Aussage stößt nicht überall auf Zustimmung. Kurt Duwe (FDP) kritisierte den Klimaplan als zu wenig durchdacht und hält die Verfassungsänderung nicht für notwendig. „In der Präambel der Hamburgischen Verfassung ist das Staatsziel ‚Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen‘ bereits enthalten“, sagte er. „Es braucht also keine Verfassungsänderung, um Klimaschutz verstärkt ins Zentrum unseres Handels zu rücken.“

Dem stimmt laut NDR auch CDU-Politiker Stephan Gamm zu. „Klar ist, dass allein durch den Verfassungsrang für den Klimaschutz noch nichts erreicht ist.“ Trotzdem stimmte die CDU am Mittwoch für den Zusatz. Zusammen mit den Stimmen der SPD, Grünen und Linken kam so die benötigte Zweidrittelmehrheit zusammen.

„Paris gilt auch in Hamburg“

Mit bunten Transparenten kritisierten Aktivist*innen der Umweltschutzorganisation Extinction Rebellion am Mittwoch die Neufassung des Hamburger Klimaplans als unzulänglich. Dieser stimmt ihrer Meinung nach nicht mit den Zielen des Pariser Klimaabkommens ein. Slogans wie „Der Countdown läuft“ und „Paris gilt auch in Hamburg“ machten dies deutlich.

nim/dpa

Titelbild: Daniel Bockwoldt/dpa

Kommentar: Hoffnungsvoller Klimaplan mit Überflutungsgefahr

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Reiterhof, Tech-Konzern, Streetfood-Märkte – Nina Maurer , Jahrgang 1994, treibt die Neugier. Als Kind fand sie ihr Glück auf dem Rücken der Pferde. Reitlehrerin wurde sie aber nicht: Nach einem Freiwilligen Sozialen Jahr in einer Schule für Kinder mit Behinderung studierte sie Ökotrophologie in Hamburg. Ihre Begeisterung für Essen und Kommunikation vereinte sie als Werkstudentin und Volontärin in einer PR-Agentur. Für Food-Marken durchforstete sie sämtliche Blogs Deutschlands. Seit 2018 arbeitet sie in der Unternehmenskommunikation des Tech-Konzerns NXP. Wenn sich Nina nicht gerade mit künstlicher Intelligenz beschäftigt, stöbert sie in der Hamburger Gastro-Szene nach rohem Fisch und Kurzkornreis. Auch zu Hause experimentiert sie gerne: ob Sushi, Curry oder Kürbissuppe – Hauptsache viel Ingwer. Kürzel: nim