Grundgesetz, klar, kennt jeder. Aber stimmt das wirklich? Welche Rechte haben wir eigentlich? Und wie sieht es im Rest der Welt aus? Teste dein Wissen!

Wie gut kennst du das deutsche Grundgesetz?

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"Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin." Im Grundgesetz welches Landes findet sich dieser Satz?

Gleichberechtigung Foto: Pixabay
Correct! Wrong!

Die Sätze finden sich im Artikel 3 des deutschen Grundgesetzes. Doch wie steht es um die Gleichberechtigung in Deutschland? Im „Global Gender Gap Report 2020“ des Weltwirtschaftsforums landet Deutschland auf dem zehnten Platz von 77 in Sachen Gleichberechtigung. Auf dem vorletzten Platz liegt Italien, Schlusslicht ist Suriname, ein kleiner Staat an der Nordostküste Südamerikas. In Deutschland gibt es immer mehr Frauen in Führungspositionen, auch weibliche politische Vorbilder wie Angela Merkel tragen zum Fortschritt bei. Ein großes Problem stellt allerdings immer noch der sogenannte Gender Pay Gap dar. Er gibt die Differenz des durchschnittlichen Bruttostundenverdienstes von Frauen im Vergleich zu Männern an. Aktuell bekommen Frauen 21 Prozent weniger Gehalt.

"Männer können vom vollendeten achtzehnten Lebensjahr an zum Dienst in den Streitkräften, im Bundesgrenzschutz oder in einem Zivilschutzverband verpflichtet werden." Richtig oder falsch?

Soldaten Foto: Pixabay
Correct! Wrong!

Richtig, der Satz steht so im Grundgesetz. Wieso können Männer weiterhin verpflichtet werden? Da die Wehrpflicht im Juli 2011 nur ausgesetzt und nicht abgeschafft wurde, war keine Änderung des Grundgesetzes nötig. Artikel 12a im Grundgesetz sieht daher vor, dass Männer ab dem achtzehnten Lebensjahr zum Wehrdienst verpflichtet werden können. Hier muss also auf die Wortwahl geachtet werden.

"Keine Person darf gezwungen werden, Steuern zu zahlen, die dazu bestimmt sind, die Ausgaben für die Förderung und Erhaltung einer Religion oder eines religiösen Bekenntnisses zu bestreiten." Welches Land hat diesen Satz in der Verfassung?

Religion Foto: Pixabay
Correct! Wrong!

Der Satz findet sich in der indischen Verfassung. In Deutschland dürfen sämtliche Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften laut Grundgesetz diese Steuer erheben, sofern sie als Körperschaft des öffentlichen Rechts anerkannt sind. Momentan nutzen das alle Gliedkirchen der evangelischen Kirche und die Bistümer der römisch-katholischen Kirche, aber auch das katholische Bistum der Altkatholiken. Hinzu kommen einige freireligiöse Gemeinden, die Unitarische Religionsgemeinschaft Freier Protestanten und jüdische Gemeinden. Kirchensteuer musst du übrigens erst zahlen, wenn du Mitglied einer Kirche und lohn- oder einkommenssteuerpflichtig bist.

"Der Sport steht unter dem Schutz und der obersten Aufsicht des Staates." Im Grundgesetz welches Landes steht dieser Artikel?

Sport Foto: Pixabay
Correct! Wrong!

Der Satz stammt aus der griechischen Verfassung. Im deutschen Grundgesetz gibt es eine solche Passage nicht. In 15 der 16 Bundesländer steht Sport allerdings schon als Staatsziel in der Verfassung. Es gab schon mehrmals Bestrebungen, den Sport auch ins Grundgesetz aufzunehmen. Bisher konnten sich die Parteien allerdings nicht einigen.

"Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Die Freiheit der Person ist unverletzlich." Findet sich dieser Satz im deutschen Grundgesetz?

Freieheit Foto: Pixabay
Correct! Wrong!

Richtig, der Satz steht so im Grundgesetz.

"Religionsunterricht ist in Deutschland kein ordentliches Lehrfach." Richtig oder falsch?

Unterricht Foto: Pixabay
Correct! Wrong!

Falsch. Tatsächlich ist der „Reli-Unterricht“ als einziges Fach im Grundgesetz ein sogenanntes ordentliches Lehrfach (Pflichtfach) für alle öffentliche Schulen. Ausnahmen bilden bekenntnisfreie Schulen. Zudem darf Lehrpersonal nicht dazu gezwungen werden, Religionsunterricht zu erteilen.

"Jede Mutter hat Anspruch auf den Schutz und die Fürsorge der Gemeinschaft." Aus der Verfassung welches Landes stammt dieser Artikel?

Mutter Foto: Pixabay
Correct! Wrong!

Zu lesen ist das im Artikel 6, Absatz 4 des deutschen Grundgesetzes. Im Grundgesetz ist oft die Rede von Müttern. Wie sieht es mit den Rechten von Vätern aus? Besonders im vergangenen Jahr wurde die Benachteiligung von Vätern viel diskutiert. Familienministerin Franziska Giffey (SPD) gab den Anstoß zur Änderung des Unterhaltsgesetzes zugunsten von Vätern. Bei Trennungskindern galt lange das Modell: Mama betreut, Papa zahlt. Eine Reform soll Väter nun finanziell entlasten, wenn sie ihre Kinder zu einem großen Anteil mitbetreuen. Müttern soll so ermöglicht werden, mehr zu arbeiten. Väter spielen also eine zunehmende Rolle in der Familienpolitik.

"Jeder hat das Recht auf eine Erziehung. Diese muss auf die volle Entwicklung der menschlichen Persönlichkeit und Würde gerichtet sein und besonders auf den Respekt gegenüber der Freiheit und den Grundrechten." Aus der Verfassung welches Landes stammen diese Sätze?

Erziehung Foto: Pixabay
Correct! Wrong!

Andorra ist richtig. Für Profis: Doch welche Staatsform das Land eigentlich? Andorra ist eine parlamentarische Monarchie. Das kleine Fürstentum liegt in den Pyrenäen, zwischen Spanien und Frankreich. Die Verfassung wurde 1993 verabschiedet, gibt es dort eine klare Trennung von legislativer, exekutiver und judikativer Gewalt. Damit gilt Andorra als souveräner Staat mit einem parlamentarisch-demokratischen System.

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Du hast den absoluten Durchblick! Egal ob das deutsche Grundgesetz oder ausländische Gesetzestexte - Dir macht keiner so schnell etwas vor.
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Kleiner Junge mit Brille

Dein Wissen über das deutsche Grundgesetz ist schon ziemlich gut. Haben dich die ausländischen Gesetzestexte vielleicht ein wenig durcheinandergebracht?
Politikverdrossene*r

Erschlagen von Gesetzen

Das deutsche Grundgesetz verstaubt bei dir im Bücherregal oder dient als Ablagefläche auf dem Couchtisch, wenn Du es überhaupt hast. Wirf doch mal einen Blick in den Gesetzestext, vermutlich entdeckst Du da viel Neues.
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Es gibt keine Zeile im Film „My Fair Lady“, die Aniko Schusterius, Jahrgang 1996, nicht fehlerfrei mitsprechen kann. Trotz dieses Talents, zehn Jahren Gesangsunterricht und ihres großen Interesses für Musicals hat sich die Berlinerin letztlich gegen eine Bühnen-Karriere entschieden. Nach dem Abitur arbeitete sie als Regie- und Produktionsassistentin in verschiedenen Kindertheatern. Dort musste sie unter anderem lernen, dass Luftballons auf einem Straßenfest eine hochkomplexe bürokratische Hürde darstellen können. Während ihres Bachelors in Theaterwissenschaften und Niederlandistik lebte sie ein halbes Jahr in Groningen. Dort fühlte sie sich wegen des entspannten Lifestyles wohl, und auch, weil sie mit ihren 1,82 Meter das erste Mal nicht auffiel. Für die „Berliner Zeitung“ veröffentlichte sie erste Kolumnen. Auch mit Radio kennt sie sich aus: An der „Frankfurter Hörfunkschule“ lernte sie texten und einsprechen. Vor dem Start an der HAW sammelte Aniko noch mehr Medien-Erfahrung durch Praktika bei „Radioeins“ und beim Fernsehkanal der „Welt“ in Berlin. Dort lauerte sie auch schon mal frühmorgens vor einem Hotel, um Gesundheitsminister Jens Spahn einen O-Ton zu entlocken. Kürzel: ans
Zwei Dinge hat Kim Juliana Sichert, Jahrgang 1995, immer in ihrer Tasche, wenn sie unterwegs ist: Tic Tacs und Salz. Neben ihrer Vorliebe für die kleinen Bonbons und salziges Essen hat sie ein Faible für Pferde und Fußball. Lange war sie leidenschaftliche Reiterin, jahrelang hatte sie sogar ein eigenes Pferd. Heute jubelt Kim ihrem Heimatverein Hannover 96 von der Tribüne aus zu – in Hamburg darf es auch St. Pauli sein. Nach dem Abi hospitierte sie beim Bürgerradio „Leinehertz“, produzierte etliche Beiträge und Live-Schalten und berichtete auch über Fußball. Im Anschluss studierte sie Journalismus in Magdeburg. Für ihr Auslandspraktikum verschlug es Kim drei Monate nach Afrika, wo sie eine Radiostimme von Hitradio Namibia wurde. Zum Radio würde sie gerne zurück: Das darf dann auch eine Station im regnerischen Hamburg sein. Kürzel: kis