Die deutschen Schiffbau-Zulieferer sehen wegen der Corona-Krise eine schwierige Zeit vor sich. Die Branche sei aber grundsätzlich gut aufgestellt, teilt der Branchenverband in der Jahresbilanz mit.

Im vergangenen Jahr erwirtschaftete die Schiffbau-Zulieferindustrie ein Umsatzplus von vier Prozent – knapp 11 Milliarden Euro in der Summe. In seiner Jahresbilanz teilte der Verband jetzt mit, dass die Corona-Krise den Aufschwung zunächst stoppt.

Vorstandschef Martin Johannsmann sagt: „Die derzeitige Situation in der Wirtschaft insgesamt und in unserer Branche speziell ist angespannt, da wir wenig verlässliche Zukunftsindikatoren haben.“

Insbesondere die Reisebeschränkungen würden die Arbeit erschweren: Servicetechniker können nicht vor Ort beim Kunden sein. Digitale Lösungen, etwa ein Teleservice, würden aber teilweise neue Lösungsansätze bieten.

Schiffbau-Zulieferer sind Kummer gewohnt

„Wer mit dem Schiffbau arbeitet, der kennt Krisen“, sagte Vorstandschef Martin Johannsmann. „Wir kommen da durch.“ Nach der Durstrecke habe man wieder positive Aussichten. Die Krise beschleunige die Neuorientierung, heißt es aus Verbandsseite.

Vor Corona standen die Schiffbau-Zulieferer gut da und erreichten im vergangenen Jahr ein Umsatzplus von 3,9 Prozent auf 11,1 Milliarden Euro. Auch die Zahl der Beschäftigten erhöhte sich um drei Prozent auf 64.500 Menschen.

Rund Dreiviertel der Wertschöpfung eines Schiffs besteht aus Zulieferungen. Dazu zählen beispielsweise Motoren und Getriebe. Die Arbeitsgemeinschaft sitzt in Hamburg und ist Teil des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbauer (VDMA), dem größten Industrieverbands Europas.

bem/dpa