Nachhaltigkeit und Klima: „Was wir ändern müssen“

Aktionstag der HAW

Nachhaltigkeit: HAW Aktionstag:
Screenshot des Aktionstags: Moderator Christoph Porschke und Ernst Ulrich von Weizsäcker im Gespräch.

Zusammen mit dem Wissenschaftler Ernst Ulrich von Weizsäcker hat die HAW Hamburg zum Aktionstag „Aufklärung 2.0: Wir sind dran!“ eingeladen. Studierende und Expert:innen diskutierten darüber, wie eine nachhaltige Entwicklung an der Hochschule aussehen kann.

Der Aktionstag „Aufklärung 2.0: Wir sind dran!“ startete mit technischen Problemen. So muss es wohl sein, wenn eine so große Veranstaltung, die eigentlich vor einem Jahr in Präsenz geplant war, jetzt online stattfindet. Mit dem Mikro stimmte etwas nicht, das Problem war jedoch schnell behoben. Die Zuhörer im Zoom-Call applaudierten, Moderator Christoph Porschke wirkte erleichtert.

Der Club of Rome wurde 1970 gegründet, um nach Lösungen für aktuelle Herausforderungen, wie den Klimawandel, zu suchen. Das Ziel der 100 Mitglieder, darunter Wissenschaftler:innen oder ehemalige Politiker:innen, ist es sich für einen Paradigmen- und Systemwechsel in der Gesellschaft einzusetzen.

Der Aktionstag zur nachhaltigen Entwicklung an der HAW ist Teil der Veranstaltungsreihe „Aktionstage zur Aufklärung 2.0: Wir sind dran!“. Schirmherr ist der Nachhaltigkeitswissenschaftler Ernst Ulrich von Weizsäcker. Der Titel „Wir sind dran“ ist auch der Titel seines Buches, das er während seiner Zeit als stellvertretender Vorsitzender des Club of Rome 2017 veröffentlichte. Es ist ein Bericht zur aktuellen Lage der Klimakrise, zudem gibt es Ausblicke, wie wir in Zukunft nachhaltiger agieren können. Der bedrohliche Untertitel des Buches lautet „Was wir tun müssen, wenn wir bleiben wollen“. Zu seinem 80. Geburtstag reist Weizsäcker deshalb von Universität zu Universität, um Hochschulen zum Handeln zu motivieren.

Die HAW hat diese Einladung dankbar angenommen, wie Präsident Micha Teuscher formulierte: „Wir müssen Handlungsorientierung und Impulse geben. Es reicht nicht aus zu forschen und gute Absolvent:innen zu qualifizieren, sondern wir müssen diese Impulse in einen gesellschaftlichen Diskurs umsetzen.“ Fünf Stunden diskutierten Expert:innen, Mitarbeitende und Studierende der HAW darüber, wie eine nachhaltige Transformation aussehen könnte. Dozierende gaben zusammen mit ihren Studierenden Input zu vier verschiedenen Themenbereichen: Nachhaltigkeit und Konsum, Energie und Klimawandel, Migration und Digitalisierung.

Studierende geben Impulse für mehr Nachhaltigkeit

In allen Bereichen wurden auch Handlungsforderungen aufgestellt, wie beispielsweise bei der Migration. Laut Professor Henri Seukwa, ginge es darum, Bildungsgerechtigkeit anzustreben. Ausländische Studierende bräuchten einen vereinfachten Zugang zur HAW und die Möglichkeit, ihren Abschluss zu machen. Eine konkrete Forderung der Studierenden lautete: die „Etablierung multilingualer Tutorien“. Das heißt die Möglichkeit Tutorien nicht nur auf Deutsch oder Englisch zu verfolgen, sondern auch auf anderen Sprachen.

Ein weiteres Thema des Aktionstages war die Nutzung von Masken in der Corona-Zeit. Eine Studentin stellte im Bereich Nachhaltigkeit und Konsum ihre Abschlussarbeit vor, in der sie die Umweltauswirkungen der Masken erarbeitete. Die Studierenden aus dem Arbeitskreis forderten unter anderem eine sachgerechte Entsorgung von Masken an der HAW.

Der Aktionstag wurde mit einem Austausch zwischen von Weizsäcker und Teuscher beendet. Teilnehmende konnten Fragen stellen. Zum Schluss blieb nur noch offen, ob und wie die Handlungsimpulse zur nachhaltigen Entwicklung an der HAW umgesetzt werden. Teuscher sagte dazu: „Rein formal sind wir als Hochschule an unsere Gremien zur Entscheidung gebunden. Das wollen wir auch hier so machen.“ Über die  Handlungsvorschläge der Studierenden werde ab jetzt hochschulintern beraten.

Wer den Tag verpasst hat: Große Teile der Veranstaltung sind auf YouTube zu finden.

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Elisabeth Birkner, Jahrgang 1994, hat sich zweimal zum Halbmarathon angemeldet, konnte aber nicht hingehen. Einmal kam ihr Corona dazwischen. Das „Berlin City Girl“ gibt allerdings nicht auf, sondern trainiert schon für den dritten Anlauf. In der Zwischenzeit hält sie sich mit Yoga fit. Ihr wichtigstes Thema: Nachhaltigkeit. Sie setzt sich für Initiativen wie Foodsharing oder Critical Mass ein. Die Entscheidung für ihren Bachelorstudiengang Umweltwissenschaften in Lüneburg war somit recht einfach. Nach Auslandserfahrungen in Ecuador und Peru ging es zurück in die Hauptstadt, um im Bereich Unternehmenskommunikation zu arbeiten, etwa für eine Softwarefirma. Wenn Elisabeth nicht auf einer umweltpolitischen Demo ist, zeichnet sie auf ihrem Tablet – am liebsten Landschaftsbilder. Kürzel: elb