Hamburg kippt 2G-Regel im Einzelhandel

Neue Corona-Lockerungen

Handelskammer hat Ende der 2G-Regel in Hamburg gefordert | Foto: Frank Rumpenhorst/dpa
Senat kippt die 2G-Regel für Hamburgs Einzelhandel. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa

Nachdem die Handelskammer das Ende der 2G-Regel für den Einzelhandel gefordert hatte, kippte der Senat die Zugangsbeschränkungen für Ungeimpfte am vergangenen Dienstag. Ab dem 12. Februar gilt in Geschäften stattdessen eine FFP2-Maskenpflicht.

Ab Samstag kann man in Hamburg auch wieder ohne Corona-Schutzimpfung oder Genesenennachweis im Einzelhandel einkaufen, wie der Senat am Dienstag bekanntgab. Dann wird die 2G-Regel im Einzelhandel durch eine FFP2-Maskenpflicht ersetzt. Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) hatte die 2G-Regel vergangenen November wegen steigender Corona-Zahlen verhängt.

Eine Forderung der Handelskammer bewirkte das Ende von 2G in Hamburg. Malte Heyne, Hauptgeschäftsführer der Kammer, hatte aufgrund der Lockerungen in den benachbarten Bundesländern einen Wettbewerbsnachteil für Hamburger Unternehmen befürchtet.

2G in Hamburg: Sperrstunde bleibt

2G bedeutet, dass nur gegen Covid-19 Geimpfte oder Genesene Zutritt haben; bei 2G-Plus kommt noch der Nachweis über einen negativen Corona-Test oder eine Boosterimpfung hinzu.

Die Handelskammer forderte zudem eine Überprüfung der 2G-Plus-Regelung, etwa in der Gastronomie oder dem Kultur- und Sportbereich. Diese Regelung sowie die Sperrstunde bleiben laut Schweitzer jedoch zunächst bestehen. Über weitere mögliche Lockerungen wird der Senat im Zuge der nächsten Ministerpräsident:innenkonferenz am 16. Februar beraten.

Die SPD will abwarten

Wie das „Hamburger Abendblatt“ berichtete, wolle Gesundheitssenatorin Melanie Leonhard (SPD) noch rund eine Woche abwarten, ob sich die hohen Infektionszahlen aus dem Januar auf die Auslastung der Kliniken auswirken. Sobald klar sei, dass die Omikron-Welle überstanden ist, könne man über Lockerungen der Corona-Maßnahmen entscheiden, betont Leonhard.

Prof. Johannes Knobloch, Mikrobiologe und Chef der Krankenhaushygiene am Universitätsklinikum Eppendorf (UKE), sagte: „Es kann sein, dass sich die Kurve zeitweise noch eher horizontal als weiter abwärts bewegen wird. Ich glaube aber nicht, dass wir noch dramatische Ausschläge nach oben sehen.“

Ähnlich äußerte sich die Zweite Bürgermeisterin und Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank (Grüne) gegenüber dem „Hamburger Abendblatt“: „Wenn wir jetzt zu schnell alle Eindämmungsmaßnahmen zurücknehmen, hätte ich Sorge, dass wir einige Lockerungen nach kurzer Zeit rückgängig machen müssten, wenn sich etwa die Lage in den Krankenhäusern in anderen Landesteilen zuspitzt.“

Nicht ganz auf Luca-App verzichten

Dennoch hat es zuletzt eine Lockerung für Hamburgs Gastronomie gegeben: So ist die Kontaktnachverfolgung mit der Luca-App seit vergangenem Samstag nicht länger verpflichtend. Ganz auf die App verzichten wolle der Senat jedoch nicht, so Senatssprecher Marcel Schweitzer. “Die Behörden stehen im Austausch mit dem Anbieter, um sicherzustellen, dass wir eine Möglichkeit haben, die App wieder zu nutzen, wenn es erforderlich ist.” Anders als andere Bundesländer wolle Hamburg den Vertrag deshalb auch nicht vollständig kündigen.

Hoffnung auf unbeschwerten Sommer

Gesundheitssenatorin Leonhard geht mit Blick auf den Sommer von einer unbeschwerten Lage aus. In einem Interview mit der „Bild“ sagte sie: „Ich bin ganz sicher, dass wir einen sehr, sehr freien Sommer erleben werden. Der Herbst wird bestimmt noch mal anstrengender – ich glaube aber, er wird weniger schwierig als der jetzige.“

lub/dpa

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