Fynn Klieman in seinem Video: Screenshot aus einem Video von Fynn Kliemann
Fynn Kliemann in einem seiner Videos. Foto: Screenshot Youtube-Video Fynn Kliemann

Die Staatsanwaltschaft Stade ermittelt wegen Betrugsverdacht gegen Influencer, Musiker und Unternehmer Fynn Kliemann. Hintergrund sind umstrittene Geschäfte mit Atemschutzmasken.

Gegen Fynn Kliemann wurden laut Bremen Eins am 15. Juni von der Staatsanwaltschaft Stade Ermittlungen wegen Betrugsverdacht eingeleitet. Zuvor hatten Satiriker Jan Böhmermann und die Redaktion der Sendung ZDF Magazin Royale Informationen zu Kliemann und seinem fragwürdigen Handel mit Atemschutzmasken veröffentlicht.

Die Sendung löste einen Shitstorm rund um Kliemann aus. Geschäftspartner wie die in St. Pauli ansässige Non-Profit Organisation Viva con Agua, beendeten daraufhin die Zusammenarbeit. Jetzt folgen strafrechtliche Konsequenzen. Laut dem Sprecher der Staatsanwaltschaft dauern die Ermittlungen noch an. Ob es weitere Beschuldigte gebe, werde sich im Laufe des Verfahrens zeigen. Man habe mindestens eine Anzeige gegen Kliemann erhalten.

Hintergrund der Ermittlungen

Kliemann hatte im Zuge der Corona-Krise im Jahr 2020 eine Zusammenarbeit mit der Textilfirma Global Tactics begonnen. Die Firma stellte Stoffmasken zum Schutz gegen Corona-Viren her.

Öffentlich warb Global Tactics damit, die Masken in Europa fertigen zu lassen. Aus firmeninternen Unterlagen geht jedoch hervor, dass die Produktion der Masken auch in Asien stattfand. Böhmermann warf in der TV-Sendung am 06. Mai vor allem die Frage auf, ob beim Handel mit den Masken bewusst das Produktionsland verschwiegen wurde. Ebenfalls deckte das ZDF Magazin Royale auf, dass Global Tactics fehlerhafte und deshalb unverkäufliche Masken, an Geflüchtete gespendet hätte.

Wusste Kliemann nichts von dem Betrug?

Kund*innen konnten die Masken von Global Tactics in Kliemanns Onlineshop kaufen. Zudem boten auch Großkund*innen wie der Hamburger Online-Modehändler About You die Masken an. Auch dieser beendete die Zusammenarbeit mit Kliemann und erklärte, über die Herkunft der Masken nicht informiert gewesen zu sein.

Inwieweit Fynn Kliemann von dem angeblichen Betrug wusste, ist noch ungeklärt. In einem Statement auf seiner Website oderso.cool gibt er an, in seinem eigenen Shop ausschließlich in Portugal gefertigte Masken verkauft zu haben. Auch an den Maskenspenden an Geflüchtete soll er nach eigenen Angaben nicht beteiligt gewesen sein. Zu allen anderen Vorwürfen, die im Rahmen des ZDF-Beitrags aufkamen, äußert er sich ebenfalls auf seine Website.

Zum eingeleiteten Strafverfahren äußerte Kliemann sich bisher jedoch noch nicht.

Über Fynn Kliemann

Bekannt geworden ist Fynn Kliemann über Youtube und Instagram mit Heimwerkervideos und mit dem Kliemannsland – einem kreativen Bauernhof bei Bremen. Außerdem betreibt Kliemann eine Marketingagentur, hat ein eigenes Album aufgenommen und vermietet Ferienwohnungen. 2021 erschien zudem eine Serie bei Netflix mit ihm und Sänger Olli Schulz über den Umbau des Hausbootes des verstorbenen Musikers Gunther Gabriel in Hamburg.


Video: Fynn Kliemann

bös

Vorheriger ArtikelNach zwei Jahren Pause: Wie geht nochmal Festival?
Nächster ArtikelRechte Räume in Hamburg: Rassismus auf der Spur
Sarah Böse kam 1996 namenlos in Hamburg zur Welt. Erst nach einigen Tagen konnten sich ihre Eltern einigen. So lange hieß sie Baby Böse – natürlich nur wegen ihres Nachnamens. Schon mit acht Jahren bewies Sarah, dass sie diese semantische Unentschiedenheit nicht geerbt hat und schrieb kurzerhand ihr Debütwerk: einen Kinderkrimi. Ihr Bachelorstudium in Digital Media in Lüneburg war ein Rundumschlag – vom Programmieren über Animationen erstellen bis hin zum Onlinemarketing war vieles dabei. Ihre neuen Skills wendete sie im Social-Media-Team eines Food-Startups an, gründete einen Street-Style-Blog und vermarktete ein Glückstagebuch für Kinder. Kürzel: bös