Apotheken streiken in Hamburg
Einige Apotheken bleiben heute Nachmittag geschlossen. Grund dafür ist ein Apotheken-Streik. Foto: ABDA

Die Türen einiger Apotheken bleiben in Hamburg am Nachmittag geschlossen. Apotheker*innen streiken gegen Honorarkürzungen, über die am Donnerstag im Bundestag abgestimmt werden soll.

In Hamburg bleiben viele Apotheken am Mittwochnachmittag geschlossen. Damit wollen Apotheker*innen gegen Honorarkürzungen protestieren, durch die von der Bundesregierung geplanten Finanzreform zur Stabilisierung der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) drohen. Laut dem Hamburger Apothekerverein sollen die Streiks auch in Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Brandenburg und dem Saarland stattfinden.

Patient*innen werden trotz Streik mit Medikamenten in den betroffenen Bundesländern versorgt werden, denn Apotheken mit Notdienst bleiben geöffnet. Eine Übersicht aller Notdienstapotheken ist über die Notdienstsuche auf Aponet abrufbar.

Kürzung des Apothekenhonorars Thema im Bundestag

Anlass für den Streik ist die Bundestagsversammlung am Donnerstag, die entscheidet, ob das GKV-Finanzstabilisierungsgesetz verabschiedet wird. Das Gesetz sieht eine Kürzung des Apothekenhonorars für verschreibungspflichtige Medikamente vor und würde im Januar 2023 in Kraft treten. Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) will damit die gesetzlichen Krankenversicherungen entlasten.

Bisher müssen Arzneiausgaben der GKV pro rezeptpflichtigem Arzneimittel einen Preisnachlass von 1,77 Euro gewähren. Dies soll laut Gesetzesentwurf auf zwei Euro steigen, wordurch die Apotheken 33 Cent weniger pro rezeptpflichtiges Medikament einnehmen würden.

In einer Stellungnahme der Bundesvereinigung Deutscher Apothekenverbände (ABDA) heißt es: „Das Apothekenhonorar ist trotz steigender Kosten seit fast zehn Jahren eingefroren. Jetzt explodieren auch noch die Energiepreise und die Inflation galoppiert. Ausgerechnet in dieser Situation will die Politik den Apotheken weitere Belastungen zumuten.“

Honorarverlust in Millionenhöhe

Für Hamburg sei das ein Verlust von 2,7 Millionen Euro, sagt Georg Zwenke vom Apothekerverein gegenüber dem NDR. Umgerechnet auf die 375 Apotheken in der Stadt seien das durchschnittlich 7000 Euro weniger pro Jahr, die jeder Apotheke zur Verfügung stehen würden.

bös/dpa