Aula der HFBK zur Semestereröffnung.
Die Aula der HFBK Hamburg ist bei der Semestereröffnung voll besetzt. Foto: Lukas Engelhardt/ HFBK Hamburg

Am gestrigen Mittwochabend fanden Proteste an der HFBK Hamburg gegen die Gastprofessur von zwei Mitgliedern des Künstlerkollektivs Ruangrupa statt. Grund sind die gegen die Gruppe erhobene Antisemitismusvorwürfe.

Die Semestereröffnung der HFBK Hamburg am gestrigen Mittwochabend wurde abgebrochen. Grund dafür waren Proteste gegen die Gastprofessur zweier Mitglieder der wegen Antisemitismusvorwürfen umstrittenen Künstlergruppe Ruangrupa – FINK.HAMBURG hat berichtet. Zehn der 300 bei der Semestereröffnung anwesenden Zuschauer*innen schwenkten die israelische Fahne und eine Flagge auf dem das Gesicht des ehemaligen israelischen Premiers David Ben-Gurion zu sehen war. Dabei riefen sie „Antisemitismus ist keine Meinung“ und „schmeißen Sie die Nazis raus“. 

Martin Köttering, Präsident der HFBK Hamburg, versuchte die Protestierenden zu besänftigen: „Ich bin Ihrer Meinung“, sagte er vor Ort. Jedoch seien die beiden Ruangrupa-Mitglieder Reza Afisina und Iswanto Hartono keine Antisemiten. Tage zuvor verteidigte der Hochschulpräsident die Gastprofessur in einem ausführlichen Gespräch gegenüber dem Kunstpublizisten Raimar Stange. Nach den gestrigen Protesten äußerte er sich bisher nicht erneut.  

Der indonesischen Künstlergruppe Ruangrupa wird durch ein Expertengremium vorgeworfen, im Rahmen der diesjährigen Documenta in ihrer Funktion als Kuratoren eine antizionistische, antisemitische und israelfeindliche Stimmung zugelassen zu haben. Es seien historische, pro-palästinensische Propagandafilme aus den 60er-Jahren ohne eine kritische Einordnung vorgeführt worden. Dies kritisiert auch die jüdische Gemeinde in Hamburg.

jul/dpa