Energiekrise trifft Hamburger Sportvereine:
Energiekrise trifft Hamburger Sportvereine: "Bedrohlicher als in der Corona-Pandemie". Foto: cottonbro/Pexels

Nach zwei Corona-Jahren stehen Sportstätten in Hamburg vor der nächsten Bewährungsprobe: Die steigenden Energiekosten treffen die Sportvereine hart. Teilweise wird auf warmes Wasser verzichtet.

Angesichts der Energiekrise hat der Hamburger Sportbund (HSB) Alarm geschlagen: „Die Lage für die Sportvereine ist bedrohlich“, sagte der HSB-Vorstandsvorsitzende Daniel Knoblich. „Bedrohlicher als in der Corona-Pandemie.“ Täglich erreichen den HSB mehrere Nachrichten von Hamburger Sportvereinen, dass sie die hohen Energiekosten nicht mehr bezahlen könnten.

Energiekosten sind nicht das einzige Problem der Sportvereine

Knoblich wünscht sich von der Politik Planungssicherheit und eine Perspektive. Hamburg wolle betroffene Vereine mit einem neun Millionen Euro schweren Nothilfe-Fonds, ähnlich wie in der Corona-Pandemie, unterstützen. Ob das ausreicht? Knoblich sagt: „In unseren Hochrechnungen kommen wir auf mindestens 13 Millionen Euro, die es bräuchte.“

Auch die andauernde Corona-Pandemie sowie die starke Zunahme von Geflüchteten belasteten die Sportvereine. In fünf Hamburger Sporthallen, die den Clubs sonst kostenlos zur Verfügung stünden, seien nun Geflüchtete untergebracht worden. „Dafür haben wir natürlich Verständnis“, sagte Knoblich.

Steigende Mitgliedsbeiträge kommen nicht in Frage

Um Energie zu sparen, würden einige Vereine zeitweise auf warmes Wasser in Wasch- und Duschräumen verzichten, Heizkörper überprüfen und auf LED-Lampen umrüsten. So wolle man bis zu 20 Prozent Energie einsparen, so Knoblich.

Wegen der steigenden Kosten die Mitgliedsbeiträge zu erhöhen, komme für die meisten Vereine nicht infrage, aus Sorge, erneut Mitglieder zu verlieren. Der HSB zählt nach eigenen Angaben rund 520.000 Mitglieder. Trotz der Energiekrise will er Sportstätten und Schwimmhallen weiter offen halten.

dpa/bös