Die Plünderung der Mensa an der Universität Hamburg sorgt für Unruhe. Foto: UHH/Duechting
Die Plünderung der Mensa an der Universität Hamburg sorgt für Unruhe. Foto: UHH/Duechting

Am vergangenen Mittwoch haben mehrere Studierende die Mensa der Universität Hamburg geplündert und das Essen kostenlos an ihre Kommiliton*innen verteilt. Das Studierendenwerk verurteilt die Aktion, zeigt sich aber weiter dialogbereit.

30 Studierende haben laut der linken “Gruppe für den organisierten Widerspruch” (Grow) am vergangenen Mittwoch die Mensa der Universität Hamburg geplündert. Die Gruppe bekannte sich zu der Aktion und veröffentlichte am Mittwochnachmittag ein Statement auf Twitter: Die Plünderung sei aus aus einer spontanen Kundgebung auf dem Campus gegen erhöhte Mensapreise entstanden. “Wenn selbst so simple Dinge wie ein Mensa-Essen für immer mehr Menschen kaum mehr bezahlbar ist (sic!), gibt es eine Antwort: Dann werden die Preise eben kollektiv boykottiert”, heißt es auf Twitter. 

Studierendenwerk: Plünderung der Unimensa ist “nicht legitim”

Das Studierendenwerk verurteilt die Plünderung. Die Vorgehensweise sei “nicht legitim, diese ist zudem nicht legal”, schreibt eine Sprecherin auf FINK.HAMBURG Nachfrage. Es sei unfair, dass andere Studierende diese fehlenden Einnahmen mit ihren Mensa-Entgelten wie auch Semesterbeiträgen mittragen müssten.

Allerdings zeigt die Sprecherin auch Verständnis für den Ärger bei der Studierendenschaft. Dem Studierendenwerk seien die finanziellen Sorgen und Nöte der Studierenden bekannt. “Aktuell finden starke Preissteigerungen in fast allen Sparten statt, insbesondere auch bei Lebensmitteln und Energiekosten. Dies stellt auch für viele Studierende eine besondere Härte dar”, heißt es in dem Statement.

Das Studierendenwerk setze sich für die sozialen und wirtschaftlichen Belange der Studierenden ein. Man werbe auf allen Kanälen und in allen Gremien auf Bundes- und Landesebene um Unterstützung und Entlastung und fordere “regelmäßig konstante, finanzielle Lösungen zur Entlastung sowie eine automatische Anpassung der BAföG-Zahlungen an die Inflation”. Man setze alles daran, auch bei steigenden Lebensmittelpreisen mindestens ein günstiges Mittagessen ab 3,50 Euro anbieten zu können. Teilweise liege der Preis auch schon bei 2,20 €. Das Studierendenwerk bleibe dialogbereit: “Wir werden die Situation weiter beobachten und wünschen uns hier einen fairen und konstruktiven Umgang.”

Kritik an Plünderung auf Twitter

Auch Nutzer*innen in den sozialen Netzwerken sehen die Plünderung der Mensa kritisch. So schreibt der User @weltraumkraehe: “Das (die Plünderungen, Anm. d. Red.) mag man als Protestform richtig finden, richtet sich aber gegen die Falschen. Das Studierendenwerk, welches demokratisch verfasst ist und von Studierenden gegründet wurde, vertritt einfach nicht das Kapital. Was wir denen ‘klauen’, klauen wir uns selber.”

ape

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Anton Peter, Jahrgang 1994, baute in der achten Klasse gemeinsam mit seinem Vater einen Pizzaofen. Heute isst er aber lieber Ravioli Al Ragu, nach dem handgeschriebenen Rezept seiner Großmutter. Als Schüler trainierte er in Hannover jahrelang Jugendliche im Fußballspielen. Er selbst hofft darauf, sich auf St. Pauli noch als Spieler in die erste Mannschaft hocharbeiten zu können. Bislang kam er allerdings nicht dazu, den Mitgliedsantrag auszufüllen. In Witten studierte Anton Philosophie, Politik und Ökonomik. Nebenbei baute er für das Beratungsportal Krisenchat für Jugendliche in Problemlagen einen Tiktok-Kanal auf. Derzeit hilft er einem Freund aus Äthiopien von dort importierten Wildkaffee auf den deutschen Markt zu bringen. Kürzel: ape