Tempo 60 Hamburg. Auf dem Bild sieht man die Geschwindigkeitsanzeige eines Autos.
Streit um Tempo 60 auf Hamburgs Straßen. Foto: Pexels/Hassan Ouajbir

Die Regierungsfraktionen von SPD und Grünen möchte einige Tempo-60-Strecken im Hamburger Stadtgebiet abschaffen. Die oppositionelle CDU ist dagegen. Die Argumente der Parteien und Infos zu den betroffenen Strecken lest ihr hier. 

Auf Hamburgs Straßen ist innerstädtisch für Autos höchstens ein Tempo von 50 Kilometer die Stunde (km/h) erlaubt. Manche Straßenzüge erlauben auch 60 km/h.

Die Hamburger Regierungsfraktionen SPD und Grüne wollen das ändern, vor allem aus Gründen wie Klimaschutz und Lärmbelastung. Sie hatten bereits in den vergangenen Jahren innerörtliche Tempo-60-Straßen auf 50 km/h beschränkt. Mithilfe eines gemeinsamen Antrags sollen nun weitere fünf Strecken folgen.

Weg mit Tempo 60 wegen Klima- und Lärmbelastung

Ole Thorben Buschhüter, verkehrspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion Hamburg, sagt: „Zehn zusätzliche km/h bedeuten deutlich mehr Lärm, einen höheren Treibstoffverbrauch und schwerere Unfälle. (…) Mit unserem Antrag verabschieden wir uns jetzt auch von den letzten fünf Tempo-60-Strecken in Wohngebieten und zentralen Lagen.“ In Hafen-, Gewerbe- oder Industriegebieten sowie auf anliegerfreien Strecken soll Tempo 60 aber weiterhin möglich bleiben.
Für die Grünen sei das Ende von Tempo 60 in Hamburg vor allem eine Frage der sozialen Gerechtigkeit. „Wo Menschen an Hauptstraßen leben, soll niemand mit über Tempo 50 unterwegs sein“, so Rosa Domm, Sprecherin für Mobilitätswende der Grünen Fraktion Hamburg. „Denn insbesondere an Hauptstraßen wohnen vermehrt Menschen mit geringerem Einkommen, die andernorts keine Wohnungen finden.“ Rot-Grün argumentieren auch damit, dass geringeres Tempo Energie sparen würde.

CDU spricht von „ideologiebasiertem Verbotskurs“

Die oppositionelle CDU sieht das anders. Die Partei spricht auf Anfrage von FINK.HAMBURG von einem „ideologiebasierten Verbotskurs“ der Regierungsfraktionen. Die Argumente des Umweltschutzes seien nur vorgeschoben. Richard Seelmaecker, verkehrspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion entgegnet: „Autos emittieren häufig mehr CO2, wenn sie 30 Kilometer pro Stunde fahren. Dies liegt an einem häufig ungünstigeren Betriebspunkt, so dass PKW bei Tempo 30 sogar mehr Treibstoff benötigen.“

Seelmaecker argumentiert weiter: „Staus müssen endlich wieder vermieden und nicht herbeigeführt werden, damit die Wohngebiete entlastet werden und Handwerker, Krankenschwestern und alle anderen, die für unser Steueraufkommen sorgen und die auf das Auto angewiesen sind, zu ihrem Arbeitsplatz gelangen, ohne ewig im Stau zu stehen.“

Die Hamburgische Bürgerschaft wird in ihrer nächsten Sitzung am 16. November über den Antrag abstimmen.

Um folgende Hamburger Straßen geht es:

  • Stein-Hardenberg-Straße – Bargteheider Straße
  • Alsterkrugchaussee (von Deelböge bis Alsterberg)
  • Poppenbütteler Weg (von Alte Landstraße bis Gehlengraben)
  • Heidenkampsweg – Billhorner Brückenstraße
  • Amsinckstraße (von Deichtorplatz bis Heidenkampsweg)

bär

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