Auf den Philippinen gelten Parols als wichtiges Symbol für Weihnachten. Schon ab September kann man sie im ganzen Land bestaunen. Die Geschichte hinter den Parols und wie ihr zu Hause eure eigenen Parols basteln könnt, erfahrt ihr hier!

Titelbild: Francine Sucgang

Die Philippinen feiern weltweit vermutlich am längsten Weihnachten: Schon ab dem ersten auf “-ber” endenden Monat beginnt bei Filipinos und Filipinas die Vorweihnachtszeit. Ab September spielen in den Kaufhäusern Weihnachtsklassiker wie “Feliz Navidad”, in den Palmen leuchten bunte Lichter und in den Geschäften, Häusern und an Straßenlaternen hängen Weihnachtsdekorationen.

Der Stern Bethlehems

Eine für die Philippinen einzigartige Dekoration und fast schon Symbol für Weihnachten sind die philippinischen Parols. Parols sind oft sternförmige Laternen mit zwei quastenähnlichen, herunterhängenden Verzierungen. Sie sollen den Stern Bethlehems symbolisieren, der die Heiligen Drei Könige aus dem Osten zur Geburt Jesu geführt hat.

Familien hängen ihre Parols typischerweise an ihre Fenster oder draußen vor ihre Häuser. Das signalisierte damals, dass ihr zu Hause offen ist, Jesus zu empfangen oder dass der Pfarrer anklopfen kann und sie mit ihm zur Kirche ziehen.

Der Ursprung der philippinischen Laternen stammt aus der spanischen Kolonialzeit. Mit der Ankunft der Spanier auf den Philippinen im 16. Jahrhundert wurde auch das Christentum eingeführt. Bis heute sind etwa 90 Prozent der Bevölkerung auf den Philippinen christlichen Glaubens, davon etwa 80 Prozent Katholik*innen.

Parols aus leuchtende Capiz-Muscheln

Das Wort Parol kommt vom spanischen faról und bedeutet so viel wie Laterne. Anfangs waren sie simple, rechteckige Laternen. Seit dem 19. Jahrhundert findet man Parols aber auch mit anderen christlichen oder weihnachtlichen Motiven, wie einem Fisch oder einem Engel.

Seit dem 20. Jahrhundert und der amerikanischen Kolonialzeit haben Parols die klassische Form des Sterns. Häufig ist in der Mitte ein großer Stern, der von einem Ring und manchmal noch kleineren Sternen umrandet wird. Heute bestehen sie oft aus lichtdurchlässigen Capiz-Muscheln. Kleine Glühlämpchen bringen die Parols zum Leuchten. Hier lassen Filipinos und Filipinas ihrer Kreativität freien Lauf!

Fotos: privat

Parols wurden ursprünglich aus Bambusstäben und papel de japon – Japanpapier – gebastelt.

Wie ihr zu Hause eure eigenen Parols basteln könnt, seht ihr in unserem Video!

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Francine Sucgang, Jahrgang 1992, hat in den USA schon einmal an einer Rollschuhdemo gegen Asian American Hate teilgenommen - mit dem Fahrrad. Heute ist sie gern selbst auf acht Rollen unterwegs. Ihr erstes Studium brach Francine ab, um auf den Philippinen nach dem Taifun Haiyan für fünf Monate Hilfe zu leisten. Unter anderem arbeitete sie mit Menschen mit Behinderung, dadurch kann sie zusätzlich zu sechs bis sieben anderen Sprachen auch ein wenig Gebärdensprache. In Augsburg studierte sie folgerichtig einen sprachwissenschaftlichen Studiengang. Dabei merkte sie, dass sie am liebsten als Journalistin arbeiten würde. Für das dortige Uniradio war sie sogar schon einmal live on air. Nach dem Bachelor zog sie aber zunächst für zwei Jahre nach Kalifornien, um Apples Siri Deutsch beizubringen. Kürzel: fra