Verdienstorden für Dominik Bloh: Der GoBanyo Projektinitiator, zeigt auf das Logo des Duschbusses. Foto: Markus Scholz/ dpa
Dem Hamburger Dominik Bohl wird für seine Initiative GoBanyo mit dem Verdienstorden geehrt. Foto: Markus Scholz/dpa.

Der Bundespräsident verleiht Verdienstorden an Menschen, um sie für ihr Engagement zu belohnen. Dieses Jahr hat auch der Hamburger Dominik Bohl einen Orden bekommen. Für seine Initiative GoBanyo – einen Duschbus.

Um 11 Uhr am heutigen Montag nahmen die insgesamt 15 ausgezeichneten Bürger*innen ihre Verdienstorden entgegen. Unter dem Motto „Mitmenschlichkeit leben: Wege aus der Armut schaffen”, zeichnete Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im Schloss Bellvue Bürger*innen aus ganz Deutschland aus. Unter den Ausgezeichneten: Dominik Bohl. Der Hamburger gehört zu den Mitinitiator*innen von GoBanyo, einem Duschbus für Obdachlose.

Waschen ist Würde

Der Bus bietet Menschen ohne Obdach die Möglichkeit, sich in privater Atmosphäre und ohne Druck zu waschen. Seit 2019 fährt der Duschbus durch Hamburgs Straßen. „Waschen ist Würde, nur nicht jede*r hat die Chance dazu”, so das Motto der Initiative. Pflegeprodukte und frische Unterwäsche werden gestellt. Das Angebot wurde bereits knapp 20.000 Mal in Anspruch genommen und mittlerweile um ein Duschdorf ergänzt.

Von der Straße nach Bellvue

Bohl weiß aus eigener Erfahrung, wie es ist, auf der Straße zu leben und keine Möglichkeit zu haben, sich zu pflegen. Als Sprecher der Initiative will Bohl den Blick auf obdachlose Menschen und ihre Bedürfnisse richten.

Bohl zeigt sich dankbar für die Auszeichnung, verdeutlicht aber: „Es passiert nach wie vor zu wenig. Es sind für viele Menschen ungewisse Zeiten. Damit es in Zukunft nicht immer mehr Menschen ohne Obdach gibt, müssten in Großstädten zumindest die geplanten Sozialwohnungen gebaut worden sein.“

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Verdienstorden: Engagement für benachteiligte Menschen

Neben Bohl bekamen acht Frauen und sieben Männer den Verdienstorden für ihr gesellschaftliches Engagement auf globaler wie nationaler Ebene. Eine Liste der Ordensträger*innen gibt es hier.

juk/dpa

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Für Julia Kaiser, 1995, ist nichts unmöglich – sobald sie ihren ersten Kaffee hatte. Ob Technofestivals im Schwarzwald organisieren, Lampen und Stühle gestalten oder den Industrieroboter Horst online vermarkten – sie springt gern ins kalte Wasser und lernt dann schwimmen. Studiert hat sie in Konstanz: internationales Management mit dem Schwerpunkt Südostasien, weil das spannender klang als BWL. Dafür hat sie ein Jahr in Indonesien und Malaysia gelebt und gearbeitet. Den dort verbreiteten Leitsatz „Jam karet“, was soviel heißt wie: „kein Stress“, hat sie mit zurück nach Deutschland gebracht. Diese Gelassenheit half ihr, als sie im Alleingang für den Onlineauftritt eines Start-ups verantwortlich war. Mit der gleichen Geduld sucht Julia auf Flohmärkten nach Schätzen. Ihr tollster Fund: zwei Cocktail-Sessel, die sie komplett neu bepolstert hat. Kürzel: juk