Bauarbeiten auf der Baustelle
Auch in diesem Jahr wurde der Bau von 10.000 neuen Wohnugen in Hamburg genehmigt. (Foto: Pixabay/ID 652234)

Um den Wohnungsmarkt in Hamburg zu entlasten, will die Stadt jedes Jahr den Bau von 10.000 neuen Wohnungen genehmigen. Dieses Ziel hat die Stadt im vergangenen Jahr erreicht. Doch die Sache hat einen Haken. 

Hamburg hat im Jahr 2022 den Bau von über 10.000 neuen Wohnungen genehmigt. Sie sind Teil des Programmes für Wohnungsbau, das der Hamburger Senat und mehrere Verbände der Wohnungswirtschaft im Jahr 2021 beschlossen haben. Der Haken an der Sache: Genehmigungen allein reichen nicht aus, um neuen Wohnraum zu schaffen. Diese müssen erst noch gebaut werden. 

Darum bedeutet Baugenehmigung nicht gleich Bau

Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen, betonte, dass es immer weniger freie Flächen in Hamburg gäbe. Zudem habe die Tatsache, dass Grundstücke nur noch im Wege des Erbbaurechts vergeben würden, dazu geführt, dass vor allem Genossenschaften Bauprojekte prüften. Einige verzichteten sogar ganz auf Bauvorhaben.

5000 Euro für einen Quadratmeter

Laut Breitner sei es angesichts gestiegener Zinsen, explodierender Baukosten und hoher Energiepreise in Hamburg derzeit auch kaum nicht möglich, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. So koste der Bau eines Quadratmeters Wohnraums aktuell rund 5000 Euro. Zur Deckung der Kosten sei dann eine Miete von über 20 Euro nötig. “Bei derartigen Mieten sind die am Gemeinwohl orientierten Vermieter raus”, sagt er.

Über ein Viertel der Wohnungen noch nicht bewohnbar

Zwischen 2011 und 2021 wurden 116.441 Wohnungen genehmigt. Davon seinen nur 84.650 fertiggestellt worden, sagt die Wohnungsbauexpertin der Linken in der Bürgerschaft, Heike Sudmann. Demnach sind 27,3 Prozent der Wohnungen noch nicht bewohnbar. 

Sozialbau in Hamburg: Ziel verfehlt

Außerdem gibt es noch einen weiteren Haken: “In 2021 wurden statt der angestrebten 3000 geförderten Wohnungen nur 1900 fertiggestellt”, so Sudmann. Katharina Blume, stellvertretende Landesvorsitzende der FDP-Landesfraktion, nennt die Erfolgsmeldung des Senats Augenwischerei. Die Jahre, in denen Hamburg als Vorbild in puncto Wohnungsbaupolitik gelte, seien vorbei. Bereits im vergangenen Jahr wurde der fehlende Sozialbau in dem Zusammenhang kritisiert. 

ast/dpa

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Anita Stall, Jahrgang 1999, ist zwar eines der Küken in der Redaktion, hat aber mit Bauernhof sonst eher wenig am Hut. Stattdessen ist sie mit ihrem Van „Möhrchen“ immer auf der Suche nach Menschen, die ein Gesicht ihres Onlinemagazins „Faces of earth“ werden. Sie interviewte dafür eine Dragqueen, schrieb über Weltraumschrott und will Nischenthemen und Randgruppen mit ihrem Magazin eine Plattform bieten – auch auf Social Media. Offline setzt sie sich ebenfalls für Freiheit und Gerechtigkeit ein. Freedom ist nicht nur auf Anitas Handgelenk tätowiert, sie hat bereits ein Hörspiel über den Christopher Street Day geschrieben und war auf einer Demo gegen Delphinfang. Dass sie die Wasserwelt liebt, zeigt sich schon im Namen ihres Heimatortes: Meerbusch. Nach ihrem Journalistik-Studium in Hannover wohnt Anita jetzt in Hamburg-Fischbek – manchen Dingen muss man einfach treu bleiben. Kürzel: ast

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