Grüne Fraktion will Naturkundemuseum doch

Neubau oder Elbtower?

Der Elbtower als gegenwärtige Bauruine. Hier könnte das neue Naturkundemuseum seinen Platz finden.
Der Elbtower als gegenwärtige Bauruine. Hier könnte das neue Naturkundemuseum seinen Platz finden. Foto: Markus Scholz/dpa

Nachdem die Grünen sich gegen den Bau eines neuen Naturkundemuseums aussprachen, folgt nun die Kehrtwende. Der Entwurf eines Gebäudes unweit des Hauptbahnhofes soll 100 Millionen Euro weniger kosten, als es im Elbtower einzurichten, wie zuletzt geplant.

Michael Gwosdz möchte nun doch an den Plänen für ein neues Naturkundemuseum festhalten.Der Fraktionschef der Grünen in der Hamburgischen Bürgerschaft, bedauert, dass der Eindruck entstanden sei, dass sich die Fraktion gegen den Staatsvertrag stellen wolle. Am vergangenen Freitag hatte die Grüne-Bürgerschaftsfraktion in einem Schreiben das Vorhaben kritisiert. „Wir können nicht bei Kitas, Schulen und Hochschulen um jeden Euro ringen und gleichzeitig knapp eine halbe Milliarde für ein großes Museumsprojekt ausgeben”, steht dort geschrieben.

In der rot-grünen Senatskoalition hat der Vorstoß für große Unruhe gesorgt. SPD-Fraktionsvorsitzender Dirk Kienscherf erklärte, das sei nicht besprochen gewesen. Er hätte sich „eine sorgfältige Beratung und Abstimmung in der Koalition gewünscht.”

Verstimmter Senat

In der Nacht von Sonntag auf Montag hat sich Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) auf seiner Dienstreise in Vietnam geäußert. Durch den Beschluss der Bürgerschaft gebe es einen klaren Auftrag für das Naturkundemuseum. Im Jahr 2021 wurde der Bau des Museums in einem Staatsvertrag festgehalten. Das Abkommen zwischen Hamburg und Nordrhein-Westfalen regelt die Zusammenführung zweier Einrichtungen: Des Zentrums für Naturkunde der Universität Hamburg und des Zoologischen Forschungsmuseums Alexander Koenig in Bonn. Ein neues Naturkundemuseum in Hamburg ist Teil dieser Vereinbarung.

Die Grüne Fraktion hatte mit ihrem Schreiben am vergangenen Freitag ebenfalls ihre Parteimitglieder im Senat überrascht. Die Zweite Bürgermeisterin, Katharina Fegebank, hielt jedoch an dem Projekt fest. Ihr schien es sinnvoll, „das Ergebnis der Verhandlungen abzuwarten und dann anschließend eine klare Entscheidung zu treffen.”

Unklare Zukunft des Naturkundemuseums

Wo, wann und wie das neue Naturkundemuseum gebaut wird, ist weiterhin unklar. Geplant war zunächst, dass das neue Naturkundemuseum einen Platz im Elbtower findet. Teile des Wolkenkratzers sollten demnach von der Stadt Hamburg für 595 Millionen Euro gekauft werden. So sollte zugleich ein Teil des Weiterbaus des Elbtowers finanziert werden.

Nun liegt aber ein neues Angebot für den Bau des Museums von dem Hamburger Immobilienunternehmen Büll und Liedtke vor. Für 100 Millionen Euro weniger würden sie das Projekt am Besenbinderhof unweit des Hauptbahnhofs realisieren. Diese Option wird noch von Bürgerschaft und Senat geprüft.

vip/dpa

Was haben Amsterdam und Hamburg gemein? Neben Hafen und Klinker jetzt auch noch Vincent Pelkmans, Jahrgang 2000. Der gebürtige Amsterdamer war als Kind schon vor der Kamera: in der niederländischen "Sesamstraat". In Münster studierte Vincent Niederlande-Deutschland-Studien. Parallel lernte er im Campusradio Rundfunkjournalismus und wurde dort schließlich Chefredakteur. Vincent versteht Dinge gern so gut, dass er sie anderen erklären kann. Deswegen sieht er auch in seiner Freizeit gerne Dokumentationen, von True Crime bis Kolonialgeschichte. Jetzt
will er am liebsten selbst welche machen - vielleicht über den Hamburger Hafen.
Kürzel: vip

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