
Bezahlung, Wertschätzung und Führung: Die Mehrheit der Polizisten in Hamburg ist unzufrieden. Sie kritisiert ihren Arbeitgeber in einer neuen DPolG-Umfrage scharf. Das sind die Gründe.
Hamburgs Polizist*innen sind unzufrieden. Laut einer Umfrage der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) würde sich die Mehrheit der befragten Beamt*innen nicht erneut für eine Karriere bei der Polizei Hamburg entscheiden.
Gemäß der DPolG beteiligten sich zwischen dem 27. Juli und dem 27. August 21,47 Prozent aller Mitarbeitenden der Polizei Hamburg an der DPolG-Umfrage. Dies sei gemäß der Gewerkschaft eine überdurchschnittliche Beteiligung und unterstreiche die Relevanz sowie die Aussagekraft der Umfrage. Die Ergebnisse wurden am 14. Oktober veröffentlicht.
„Führungskräfte ohne Führungskompetenz“
Die Befragten bewerteten laut Umfrageergebnissen die Polizei Hamburg im Schnitt mit nur 2,4 von fünf Sternen. Dabei gaben fast 81 Prozent der Polizist*innen an, dass sie sich nicht wertgeschätzt fühlen. Ebenfalls würde mehr als die Hälfte der Befragten statt in Hamburg lieber in einem anderen Bundesland als Polizist*in arbeiten.
Die Umfrageteilnehmenden kritisierten zudem die Führungskultur und den aus ihrer Sicht fehlenden Rückhalt durch Polizeiführung und Innenbehörde: „Führungskräfte ohne Führungskompetenz“, schreibt eine Person in der Umfrage.
Keine Work-Life-Balance
Einen zentralen Kritikpunkt stellt die Bezahlung der Beamt*innen dar: Diese stehe nach Ansicht vieler Befragten nicht im Verhältnis zu den Anforderungen und dem Arbeitsumfang. Eine Work-Life-Balance würde bei der Mehrheit der Befragten ebenfalls nicht bestehen – die Arbeit überwiege. Auch Möglichkeiten, sich bei der Polizei weiterzubilden oder im Beruf aufzusteigen, werden in der Umfrage negativ beurteilt.
Forderung an die Politik
Die DPolG Hamburg spricht in einer Pressemitteilung bei den Umfrageergebnissen von einem „deutlichen Stoppsignal“ der Kolleg*innen an Polizeispitze und Behördenleitung. „Ich fordere Innensenator Andy Grote (SPD) und Polizeipräsident Falk Schnabel auf, die Belastung für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Polizei herunterzufahren, der Sparpolitik ein Ende zu setzen und sich verstärkt den Anliegen der Kolleginnen und Kollegen zuzuwenden, damit unsere Kollegen gehört werden und echte Wertschätzung erfahren“, sagt Landesvorsitzender Thomas Jungfer in Bezug auf die Umfrage.
tiz
Sarah Tietz, geboren 2001 in Langenhagen, hat ein bisschen Höhenangst, wäre für die "Hannoversche Allgemeine" aber trotzdem fast einmal mit einem Heißluftballon gefahren. In Köln studierte sie Online-Redaktion und lernte dort, Social-Media-Content zu produzieren und zu programmieren. Für die "HAZ" hat Sarah als freie Mitarbeiterin seitdem unter anderem eine Selbstbedienungs-Hundewaschanlage besucht und ganz investigativ die Clubs der Landeshauptstadt getestet. Die nächste Angst, der sie sich für FINK stellen will, ist die vor dem Telefonieren. Kürzel: tiz






